Diplomarbeit, 2003
128 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
Teil I: Schulische Integration Behinderter in Deutschland
2. Was versteht man unter Behinderung und Integration?
2.1 Behinderung
2.1.1 Verschiedene Definitionen des Begriffs „Behinderung“
2.1.2 Sonderschulformen
2.1.3 Sonderpädagogischer Förderbedarf
2.2 Integration
3. Rechtliche Grundlagen der schulischen Integration
3.1 Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 08.10.1997
3.2 Empfehlungen zur sonderpädagogischen Förderung in den Schulen in der Bundesrepublik Deutschland
3.3 Rechtliche Grundlagen in Hessen
3.4 Rechtliche Grundlagen in Nordrhein-Westfalen
3.4.1 Gesetz zur Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung in Schulen
3.4.1.1 Schulpflichtgesetz
3.4.1.2 Schulverwaltungsgesetz
3.4.2 Verordnung über die Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs und die Entscheidung über den schulischen Förderort (VO-SF)
4. Wozu überhaupt Integration?
5. Die Entwicklung der schulischen Integration Behinderter
5.1 Zeitalter der Aufklärung
5.2 Zeitalter der Restauration (etwa 1814-1830)
5.3 Vormärz und ausgehendes 19. Jahrhundert
5.4 Anfang 20. Jahrhundert
5.5 Nationalsozialismus
5.6 Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg
6. Formen, Methoden, Ziele sowie Bedingungen und Voraussetzungen schulischer Integration
6.1 Integrationsformen
6.1.1 Einzelintegration
6.1.2 Integrationsklassen
6.1.3 Integrationsschulen
6.1.4 Langzeitklassen/Förder- und Diagnoseklassen
6.1.5 Kooperative Schulzentren
6.1.6 Förderzentren und Ambulatorien
6.2 Methoden der schulischen Integration
6.2.1 Zielgleicher – zieldifferenter Unterricht
6.2.2 Geöffneter Unterricht
6.2.3 Zusammensetzung einer Integrationsklasse
6.2.4 Team-Kleingruppen-Modell (TKM)
6.2.5 Gemeinsame Lernsituationen
6.3 Ziele der schulischen Integration
6.4 Bedingungen und Voraussetzungen schulischer Integration
7. Integration unter didaktischem Gesichtspunkt - Reformpädagogische Impulse
7.1 Peter Petersen: Jena-Plan-Schule
7.2 Maria Montessori: Montessori-Schule
7.3 Rudolf Steiner: Waldorfschule
7.4 Berthold Otto: lebensnaher Gesamtunterricht
8. Aktueller Stand der Integration in ausgewählten Bundesländern
8.1 Integrationsmodelle in Berlin
8.1.1 Rechtliche Grundlagen und Entscheidungsträger für die Gewährung sonderpädagogischer Förderung
8.1.2 Formen, Zielgruppe und zeitlicher Umfang der Integration
8.1.3 Umfang der Förderstunden und Ressourcen/Schulhaushalt
8.2 Integrationsmodelle in Hamburg
8.2.1 Rechtliche Grundlagen und Entscheidungsträger für die Gewährung sonderpädagogischer Förderung
8.2.2 Formen, Zielgruppe und zeitlicher Umfang der Integration
8.2.3 Umfang der Förderstunden und Ressourcen/Schulhaushalt
8.3 Integrationsmodelle im Saarland
8.3.1 Rechtliche Grundlagen und Entscheidungsträger für die Gewährung sonderpädagogischer Förderung
8.3.2 Formen, Zielgruppe und zeitlicher Umfang der Integration
8.3.3 Umfang der Förderstunden und Ressourcen/Schulhaushalt
Teil II: Schulische Integration Behinderter in Dänemark
9. Überblick über das dänische Politik-, Sozial- und Bildungssystem
9.1 Das politische System Dänemarks
9.2 Das dänische Sozialsystem (skandinavisches Wohlfahrtsmodell)
9.3 Das dänische Bildungssystem
9.3.1 Kindergarten, Kindertagesstätte und Vorschulklasse
9.3.2. Volksschule/Folkeskole und private Schulen
9.3.3 Weiterführende Bildungseinrichtungen nach Abschluss der Volksschule
10. Was bedeuten die Begriffe Behinderung und Integration in Dänemark?
10.1 Behinderung
10.2 Integration
11. Das Normalisierungsprinzip
11.1 Entwicklung des Normalisierungsprinzips
11.2 Kritische Betrachtung des Normalisierungsprinzips
12. Rechtliche Grundlagen der schulischen Integration
12.1 Das Volksschulgesetz (Lov ons folksskolen)
12.2 Der Erlass über den Förderunterricht und den sonderpädagogischen Beistand
13. Die Entwicklung der schulischen Integration Behinderter
13.1 Exklusion
13.2 Separation
13.3 Integration
13.4 Inklusion
14. Durchführung der schulischen Integration
14.1 Wie erfolgt die Feststellung und Zuweisung von sonderpädagogischer Förderung und was soll mit ihr erreicht werden?
14.2 Methoden und Bestandteile integrativen Unterrichts
14.2.1 Unterrichtsdifferenzierung
14.2.2 Klassenfrequenz und Team-Teaching
14.2.3 Regelung der Benotung/Zeugnisse und Versetzung
14.3 Ziele der schulischen Integration
14.4 Bedingungen und Voraussetzungen der schulischen Integration
14.4.1 Finanzierung der Integrationsmaßnahmen
14.4.2 Umwandlung der Sonderschulen in Sonder-/Förderzentren
14.4.3 Ausbildung der Lehrer zum Sonderpädagogen
15. Wie sieht die Wirklichkeit aus?
16. Resümee
Die vorliegende Arbeit vergleicht die schulische Integration behinderter Kinder und Jugendlicher in Deutschland und Dänemark. Ziel ist es, die unterschiedlichen rechtlichen Grundlagen, pädagogischen Konzepte und praktischen Umsetzungen sowie die Bedingungen und Zielsetzungen der Integration in beiden Ländern aufzuzeigen, um daraus Impulse für die deutsche Debatte zu gewinnen.
Die Entwicklung der schulischen Integration Behinderter
Die Entwicklung der schulischen Integration Behinderter hat unterschiedliche Ursprünge, was damit zusammenhängt, dass die Kinder und Jugendlichen je nach Behinderungsart unterschiedlich früh in das Schulwesen bzw. den Unterricht an allgemeinen Schulen integriert werden. Zunächst muss man hierbei jedoch differenzieren, was genau man in diesem Zusammenhang unter Integration versteht. In diesem Kontext kann man zwischen der ‚historischen’ Integration und dem heute ‚gebräuchlichen’ Integrationsbegriff unterscheiden. Aus historischer Sicht bedeutet die Integration von behinderten Kindern und Jugendlichen, dass ihnen erstmalig überhaupt schulische Ausbildung zu Teil wird. Nach heutigem Verständnis verstehen wir darunter die Einbeziehung behinderter Schüler in den allgemeinen Unterricht; d.h. die gemeinsame Unterrichtung behinderter und nichtbehinderter Schüler in einer Klasse. Im Folgenden erläutere ich die Entstehung und Entwicklung der Integration gegliedert in zeitlicher Reihenfolge.
Dabei beginne ich bei der Aufklärung im 18. Jahrhundert, und komme dann über das Zeitalter der Restauration (1814-1830), Vormärz und ausgehendes 19. Jahrhundert hin zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Nach einer kurzen Rückblende auf die Zeit des Nationalsozialismus werde ich mich dann der neueren Entwicklung nach 1945 widmen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die rechtliche Situation der Integration behinderter Menschen in Deutschland und formuliert die zentrale Fragestellung, wie erfolgreich die schulische Integration in der Praxis umgesetzt wird.
2. Was versteht man unter Behinderung und Integration?: Dieses Kapitel widmet sich der Begriffsklärung, wobei deutlich wird, dass keine einheitlichen Definitionen existieren und die Kategorisierung von Behinderung kritisch hinterfragt wird.
3. Rechtliche Grundlagen der schulischen Integration: Es wird die komplexe rechtliche Lage in Deutschland mit einem Fokus auf das Bundesverfassungsgerichtsurteil von 1997 sowie beispielhaft auf die Bundesländer Hessen und Nordrhein-Westfalen dargestellt.
4. Wozu überhaupt Integration?: Hier werden die Gründe für die traditionelle Separation sowie die Argumente für eine notwendige Integration behinderter Schüler in Regelschulen erörtert.
5. Die Entwicklung der schulischen Integration Behinderter: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der schulischen Eingliederung von der Aufklärung bis zur Zeit nach 1945 nach.
6. Formen, Methoden, Ziele sowie Bedingungen und Voraussetzungen schulischer Integration: Hier werden theoretische Integrationsmodelle, deren didaktische Methoden und die notwendigen infrastrukturellen sowie professionellen Rahmenbedingungen beschrieben.
7. Integration unter didaktischem Gesichtspunkt - Reformpädagogische Impulse: Es wird analysiert, wie Konzepte bekannter Reformpädagogen wie Petersen, Montessori, Steiner und Otto zur Gestaltung eines integrativen Unterrichts beitragen können.
8. Aktueller Stand der Integration in ausgewählten Bundesländern: Exemplarisch werden die unterschiedlichen Integrationskonzepte der Bundesländer Berlin, Hamburg und Saarland untersucht.
9. Überblick über das dänische Politik-, Sozial- und Bildungssystem: Einführung in die Strukturen Dänemarks, die als Grundlage für das Verständnis des dortigen Integrationsansatzes dienen.
10. Was bedeuten die Begriffe Behinderung und Integration in Dänemark?: Vergleich des dänischen Verständnisses von Behinderung und Integration, welches stärker auf dem Normalisierungsprinzip basiert.
11. Das Normalisierungsprinzip: Detaillierte Betrachtung der Entstehung und der kritischen Diskussion des Normalisierungskonzepts.
12. Rechtliche Grundlagen der schulischen Integration: Darstellung der dänischen Gesetzeslage, insbesondere des Volksschulgesetzes von 1993 und relevanter Erlasse.
13. Die Entwicklung der schulischen Integration Behinderter: Historischer Rückblick auf die Phasen von Exklusion, Separation, Integration und Inklusion im dänischen System.
14. Durchführung der schulischen Integration: Beschreibung der praktischen Zuweisung, der Methoden des integrativen Unterrichts und der spezifischen Ausbildung für Sonderpädagogen in Dänemark.
15. Wie sieht die Wirklichkeit aus?: Eine kritische Bestandsaufnahme, die aufzeigt, dass auch in Dänemark zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Umsetzung Diskrepanzen bestehen.
16. Resümee: Abschließender Vergleich beider Länder, der die Komplexität der Integrationsbemühungen zusammenfasst und Möglichkeiten für Deutschland aus dem dänischen Vorbild ableitet.
Integration, Inklusion, Sonderpädagogik, Behinderung, Normalisierungsprinzip, Volksschule, Sonderschule, Bildungsrecht, Reformpädagogik, Schulpflicht, Differenzierung, Förderbedarf, Deutschland, Dänemark, Lehrerausbildung.
Die Diplomarbeit untersucht die schulische Integration behinderter Kinder und Jugendlicher durch einen internationalen Vergleich zwischen Deutschland und Dänemark.
Die Themen umfassen rechtliche Grundlagen, historische Entwicklungen, pädagogische Methoden, die Bedeutung von Normalisierung sowie die Finanzierung und Ausbildung von Lehrkräften im Kontext der Integration.
Das Ziel ist es, die Praxis der schulischen Integration in beiden Ländern zu analysieren, Barrieren aufzudecken und durch den dänischen Vergleich Anregungen für eine verbesserte Umsetzung in Deutschland zu gewinnen.
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die auf einer umfassenden Literaturstudie, der Untersuchung rechtlicher Dokumente und der Auswertung statistischer Integrationsquoten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Teile: Teil I widmet sich ausführlich dem deutschen System (Recht, Geschichte, didaktische Modelle) und Teil II dem dänischen System (Struktur, Normalisierung, Integration, Ausbildung).
Integration, Inklusion, Sonderpädagogik, Normalisierung, Bildungssystem und Deutschland/Dänemark-Vergleich.
In Dänemark dient es als zentraler Pfeiler für die Gleichbehandlung behinderter Menschen, um ihnen ein Leben zu ermöglichen, das so normal wie möglich ist, anstatt sie durch Sondersysteme auszugrenzen.
Die Ausbildung ist entscheidend, da in Dänemark ein spezifisches Aufbaustudium zum Sonderpädagogen für erfahrene Volksschullehrer existiert, das eine hohe Qualität der Betreuung und Kooperation gewährleistet.
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