Diplomarbeit, 2003
53 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Zur Aktualität
1.2 Zum eigenen Erkenntnisinteresse
1.3 These und Ziel
1.4 Zur Methode
1.5 Zur Struktur
2 Annäherungen an das Thema Mediation
2.1 Basiswissen Konflikte
2.2 Strategien zur Konfliktlösung
2.3 Charakterisierung von Mediation
2.4 Ziel und Grenzen der Mediation
2.5 Abgrenzung der Mediation von anderen Rechtsverfahren
2.6 Idealtypischer Ablauf einer Mediation
3 Einzelfallstudie
3.1 Gegenstand der Betrachtung
3.2 Das Unternehmensprofil
3.3 Unternehmensinterne Struktur
3.4 Chronologie der Unternehmensentwicklung
3.5 Beziehungsstruktur der beteiligten Familienmitglieder
3.6 Darstellung der angestrebten Nachfolgelösung
3.7 Verdeutlichung des Konfliktpotenzials
4 Mediation als Lösungsangebot und Beratungsmöglichkeit
5 Schlussbetrachtungen
Die Diplomarbeit untersucht das Potenzial von Mediation als ergänzendes Instrument in der strategischen Beratung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) während der Unternehmensnachfolge. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch Mediation Konflikte in der Nachfolgesituation konstruktiv bearbeitet werden können, um eine tragfähige und konsensorientierte Lösung zu finden.
3.3 Unternehmensinterne Struktur
Gegenwärtig sind in der Tischlerei neben dem Geschäftsführer 6 Mitarbeiter beschäftigt, davon sind 3 Mitarbeiter Auszubildende. Als Besonderheit dieses Familienunternehmens kann die Tatsache betrachtet werden, dass alle Mitarbeiter selbst ausgebildet wurden. So wurden durchschnittlich stets 2 bis 3 Lehrlinge ausgebildet. Diese Auszubildenden gehörten über Jahre hinweg zu den Jahrgangsbesten innerhalb des Kammerbezirks. Durch die teilweise Übernahme nach der Ausbildung herrscht innerhalb der Belegschaft ein durch und durch familiäres Klima. Hierarchiestrukturen sind kaum vorhanden und werden von der Geschäftsführung auch nicht angestrebt.
Es ist auch bei diesem Fallbeispiel festzustellen, dass es in Familienunternehmen selten ein präzises, schriftlich festgelegtes Reglement für die einzelnen Arbeitsprozesse, Arbeitsbereiche gibt. Ähnliches kann von genauen Stellenbeschreibungen und den dazugehörigen Kompetenzen gesagt werden. Klare Führungsebenen und exakt definierte Entscheidungsbefugnisse sind nicht die Regel. Vielmehr wachsen organisatorische Einheiten um die Person und ihre spezifische Eigenart herum. So dass die Strukturen geprägt sind von einem Vertrauen in konkrete Personen und deren Vermögen, die Arbeitsaufgaben im Sinne des Ganzen zu gestalten. (vgl. Wimmer 1996:93)
Im Interview mit dem Alteigentümer wurde deutlich, wie eng die Bindung an seine Belegschaft ist. Er sprach immer wieder voller Stolz von „seinen Leuten“. Diese Tatsache ist einerseits dem Zusammenhalt förderlich und stärkt die Einheit der Belegschaft in Krisenzeiten. Stellt für die Nachfolgeregelung jedoch eine besondere Problematik dar. An dieser Stelle muss ausgeführt werden, dass der Altmeister seinen ältesten Sohn, aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen seitens des Jungen, selbst ausgebildet hat. Dieser Sohn arbeitet demzufolge seit dem ersten Lehrtag in der Firma des Vaters. Inzwischen ist er ebenfalls Tischlermeister mit der Zusatzqualifikation eines ausgebildeten Restaurators. Der jüngere Sohn wurde fremdausgebildet, wechselte jedoch danach direkt in das väterliche Unternehmen. So dass die ältere Belegschaft mit dem Wechsel von Kindern zu Meistern und somit Weisungsbefugten konfrontiert wurde.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Aktualität der Unternehmensnachfolge bei KMU dar und definiert die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Annäherungen an das Thema Mediation: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen zu Konflikten, deren Typologie und Lösungsstrategien sowie eine detaillierte Erläuterung der Mediationsprinzipien.
3 Einzelfallstudie: Hier wird der Untersuchungsgegenstand – ein brandenburgischer Handwerksbetrieb – anhand von Profil, Struktur und Familienbeziehungen analysiert, um das Konfliktpotenzial bei der Nachfolge aufzuzeigen.
4 Mediation als Lösungsangebot und Beratungsmöglichkeit: Dieses Kapitel überträgt die theoretischen Mediationsprinzipien direkt auf die in der Einzelfallstudie identifizierten Probleme und bewertet deren Eignung.
5 Schlussbetrachtungen: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der These und unterstreicht die Bedeutung von Mediation als Beratungsinstrument.
Mediation, Unternehmensnachfolge, KMU, Familienunternehmen, Konfliktmanagement, Betriebsübergabe, Nachfolgeregelung, Konfliktlösung, Wirtschaftsmediation, Interdisziplinarität, Handwerksbetrieb, Nachfolgemodell, Generationswechsel, Konfliktpotenzial.
Die Diplomarbeit untersucht, inwiefern Mediation als Methode zur Konfliktlösung bei der Unternehmensnachfolge in kleinen und mittelständischen Familienunternehmen eingesetzt werden kann.
Die Arbeit behandelt die Dynamiken in Familienunternehmen, Grundlagen der Konflikttheorie, die Prinzipien der Wirtschaftsmediation und die Herausforderungen einer betrieblichen Nachfolge.
Ziel der Arbeit ist es, die Komplexität der Nachfolgesituation aufzuzeigen und zu belegen, dass Mediation ein wirksames Mittel der externen Beratung sein kann, um einen tragfähigen Konsens zwischen den Beteiligten zu erreichen.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturrecherche sowie einer qualitativ orientierten Einzelfallstudie eines brandenburgischen Familienunternehmens.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Themas Mediation und eine praktische Anwendung in Form einer Fallstudie, inklusive der Analyse von Familienstrukturen und Konfliktpotenzialen.
Zentrale Begriffe sind Mediation, Unternehmensnachfolge, KMU, Familienunternehmen, Konfliktmanagement und Betriebsübergabe.
Im untersuchten Handwerksbetrieb sind Familie und Unternehmen räumlich und emotional eng miteinander verschmolzen, was den Generationswechsel verkompliziert und spezifische, unausgesprochene Erwartungshaltungen erzeugt.
Die Einbindung externer Partner – in diesem Fall der Frau des älteren Sohnes – wird vom Alteigentümer aufgrund kultureller Differenzen als irritierend empfunden, was das Konfliktpotenzial innerhalb der Familienstruktur zusätzlich erhöht.
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