Diplomarbeit, 2004
75 Seiten, Note: 1,3
Geowissenschaften / Geographie - Geologie, Mineralogie, Bodenkunde
1 Einleitung
2 Allgemeine geographische Verhältnisse
2.1 Kartengrundlage
2.2 Geographische Lage
2.3 Anthropogeographie
2.4 Klimatische Bedingungen
2.5 Physiogeographie, Hydrologie und Aufschlussverhältnisse
3 Geologischer Rahmen
3.1 Die Stellung des Odenwaldes innerhalb der mitteleuropäischen Varisziden
3.2 Plattentektonisches Konzept
3.3 Der Odenwald
4 Stratigraphie und Lithologie
4.1 Gesteine des kristallinen Grundgebirges
4.1.1 Metamorphe Gesteine
4.1.2 Plutonische Gesteine
4.2 Gesteine des Deckgebirges
4.2.1 Permische Vulkanite und Rhyolith- bzw. Quarzporphyr-Tuffe (Vulkaniklastite)
4.2.2 Buntsandstein (Mesozoikum)
4.2.3 Quartäre Ablagerungen
5 Tektonik
6 Metamorphose
7 Aufschlussverzeichnis
7.1 Aufschlüsse im Grundgebirge
7.1.1 Metamorphe Gesteine
7.1.2 Plutonische Gesteine
7.2 Aufschlüsse im Deckgebirge
Die vorliegende Diplomkartierung hat das Ziel, das geologische Gebiet um Weinheim im südlichen Bergsträsser Odenwald im Maßstab 1:10.000 neu zu erfassen. Dabei liegt der Fokus auf der lithologischen Aufnahme der variszischen Grundgebirgsgesteine sowie der sedimentären und vulkanischen Deckgebirgsschichten, um die komplexe geologische Entwicklungsgeschichte des Raumes zu dokumentieren.
a2) Gneise
Die im Kartiergebiet beobachteten Gneise weisen in der Regel eine hellgraue bis bräunliche Verwitterungsfarbe auf, während sie im frischen Anschlag hauptsächlich grünlich graue bis rötliche Farben erkennen lassen (siehe Abb. 7).
Diese Gesteine lassen sich im Gegensatz zu den weiter oben beschriebenen Metamorphiten schon im Gelände aufgrund ihrer gut bis sehr gut ausgeprägten Gneistextur als solche identifizieren. Einige Vorkommen zeigen sogar mylonitische Texturen mit Schersinnindikatoren in Form von Feldspat-Sigmaklasten (siehe auch Kapitel 5).
Die dieses Gestein aufbauenden Minerale umfassen hauptsächlich Feldspäte (Plagioklase und Kalifeldspäte) und Quarz, die mittelkörnige, hypidiomorphe, ineinander verzahnte Aggregate aufbauen, welche in der typischen Gneistextur angeordnet sind. Weitere Hauptgemengteile werden durch Biotit und Muskovit repräsentiert. Als Nebengemengteile kommen Granat und Sillimanit vor. Auch in diesen Gesteinen werden die roten Granatmineralkörner von Plagioklasen umsäumt und zudem von letzteren reliktisch nachgezeichnet. Der beobachtete Sillimanit erscheint im untersuchten Handstück mit seinen typischen farblosen bis schwach gelblichen Stengeln und Nadeln, die zum Teil größere (im mm-Bereich) Aggregate bilden können.
1 Einleitung: Vorstellung des Kartiergebietes um Weinheim und Einbettung in den geologischen Kontext der Mitteldeutschen Kristallinschwelle.
2 Allgemeine geographische Verhältnisse: Beschreibung der Kartengrundlagen, der Lage sowie der anthropogeographischen und klimatischen Faktoren des Untersuchungsgebiets.
3 Geologischer Rahmen: Detaillierte Darstellung der variszischen Entwicklungsgeschichte und plattentektonischen Modelle unter besonderer Berücksichtigung des Odenwaldes.
4 Stratigraphie und Lithologie: Systematische Aufzählung und Beschreibung der kartierten Gesteine des Grundgebirges und Deckgebirges.
5 Tektonik: Erläuterung der vorherrschenden Störungszonen sowie der Deformationsphasen im kristallinen Untergrund und im Deckgebirge.
6 Metamorphose: Analyse der metamorphen Mineralparagenesen und thermodynamischen Bedingungen, die zur Gesteinsbildung führten.
7 Aufschlussverzeichnis: Detaillierte Auflistung und Charakterisierung der ausgewählten Aufschlusspunkte für die geologische Kartierung.
Geologische Kartierung, Weinheim, Bergsträsser Odenwald, Mitteldeutsche Kristallinschwelle, Variszische Orogenese, Gneise, Rhyolithe, Ignimbrite, Metamorphose, Tektonik, Störungszonen, Plutonismus, Lithologie, Aufschlussverzeichnis, Geologie
Diese Diplomkartierung dokumentiert die geologische Neuaufnahme eines ca. 15 km² großen Gebiets bei Weinheim im Bergsträsser Odenwald unter Verwendung von lithologischen und tektonischen Aufnahmemethoden.
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig den stratigraphischen Aufbau, die lithologische Vielfalt der variszischen Gesteine, vulkanische Prozesse im Permokarbon sowie die tektonische Strukturierung des Odenwaldes.
Das Ziel ist die Erstellung einer detaillierten geologischen Karte im Maßstab 1:10.000 sowie die geochemische und gefügekundliche Charakterisierung der vorkommenden Metamorphite und Plutonite.
Die Autor wendet eine klassische geologische Kartierung an, ergänzt durch die makroskopische Bestimmung von Gesteinsproben mittels Binokular und die Analyse tektonischer Gefügedaten im Schmidt-Netz.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Beschreibung der Gesteinseinheiten, ihrer Entstehungsgeschichte, ihrer Mineralparagenesen und ihrer tektonischen Einordnung in das überregionale variszische Modell.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Geologische Kartierung, Bergsträsser Odenwald, Variszische Orogenese, Lithologie und Metamorphose zusammenfassen.
Sie dienen als Beleg für die teilweise Aufschmelzung unter hochmetamorphen Bedingungen bei Temperaturen von über 655 °C und Drücken von mindestens 3,5 kbar.
Die vulkanische Aktivität an der Grenze Karbon/Perm manifestierte sich durch die Förderung von Ignimbriten und Rhyolithen, deren Überreste heute primär im Bereich des Wachenbergs bei Weinheim zu finden sind.
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