Doktorarbeit / Dissertation, 2001
181 Seiten, Note: 108/110 (ca. 1,2)
Inhalt
Abkürzungen und Symbole
Einleitung
Kapitel 1 - Ein Grundriss der Rektions-Bindungs-Theorie
1.0 Einleitung
1.1 Die Generative Grammatik
1.1.1 Die Universalgrammatik
1.1.2 Der pro-drop-Parameter
1.1.3 Phrasenstrukturregeln
1.1.4 Die X-bar-Syntax
1.2 Die Theta-Theorie
1.3 Die Kasustheorie
1.3.1 Wortstellungstypologien
1.4 Transformationen
1.4.1 Die erweiterte Standard-Theorie
1.4.2 Bewegungsregeln
1.4.2.1 NP-Bewegung
1.4.2.2 wh-Bewegung
1.4.2.3 Kopf-zu-Kopf-Bewegung
1.4.3 Das Verb-zweit-Phänomen
1.5 Module der generativen Grammatik
1.5.1 Rektionstheorie
1.5.2 Bindungstheorie
1.5.3 Kontrolltheorie
1.6 Schlusswort
Kapitel 2 – Die infinitivische Form des Verbs und zu
2.0 Einleitung
2.1 Etwas aus der Geschichte von zu
2.2. Wie erkennt man die infinitivische Form des Verbs?
2.2.1 Bechs Status und Stufen des infiniten Verbs
2.2.2 Felder-Theorie/Die rechte Satzklammer
2.3 zu: Eigenständiges Wort oder Affix/Infix
2.3.1 Über die kategoriale Zugehörigkeit der Infinitiv-Morpheme zu, to, di, a
2.4 Schlusswort
Kapitel 3 - Die strukturelle Position des Infinitivmorphems zu
3.0 Einleitung
3.1 Über die Struktur des deutschen Satzes: Eine S’-Analyse
3.1.1 S-Analyse der deutschen Infinitivsätze: Tappes Theorie
3.2 Exceptional Case Marking (ECM)
3.3 zu als Konjunktion: Wilders Theorie
3.4 Über die Unmöglichkeit von wh-Infinitiven mit zu
3.5 zu als Kopf von IP: Giustis INFL-Hypothese
3.5.1 Evidenz aus dem Dänischen und Norwegischen
3.6 Die Position des Infinitivmorphems im Deutschen und Englischen im Verhältnis zu dem Satzadverbial nicht/not
3.7 Beukemas und den Dikkens AGR-Hypothese
3.8 Schlusswort
Kapitel 4 - Das Matrixverb und zu
4.0 Einleitung
4.1 Autonomiethese der Syntax und die Rolle der Semantik
4.2 Subklassifizierung der Verben durch den zu-Infinitiv
4.2.1 Kontrollverben
4.2.2 raising-Verben
4.3 Vorläufige Bilanz der Erkenntnisse
4.4 Subklassifizierung der Verben durch den Infinitiv ohne zu
4.4.1 Modalverben
4.4.2 Bewegungsverben
4.4.3 Wahrnehmungsverben
4.4.4 Kausative/permissive Verben
4.5 Zusammenfassung
4.5.1 Bedingte Eigenständigkeit/Keine Kategorie
4.5.2 AGR° - Die strukturelle Position von zu
4.5.3 zu: Ein Chamäleon
Schlusswort
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die linguistische Untersuchung und Analyse der Syntax und Semantik des deutschen Infinitivmorphems "zu". Die Forschungsfrage befasst sich insbesondere mit der kategorialen Zugehörigkeit des Elements, wobei untersucht wird, ob "zu" als Präposition, Konjunktion oder als eigenständiges, wenn auch nur bedingt eigenständiges Morphem innerhalb der generativen Grammatiktheorie einzuordnen ist.
2.1 Etwas aus der Geschichte von zu
Etymologisches (aus Der Große DUDEN, Etymologie, Mannheim 1963): Hier steht folgendes: „Zu: Das westgerm. Wort (Adv., Präp.) mhd. zuo, ze, ahd. zuo, za, zi, niederl. toe, te, engl. too, to ist wahrscheinlich verwandt mit gr. –de „zu“ (z.B. in gr. oikón-de „nach Hause“), lat. dē „von, über, betreffs“ (s. de....), russ.do „bis“. Als Adverb steht ‚zu’ vor allem in unfest zusammengesetzten Verben, die eine Richtung, ein Schließen oder Hinzufügen bezeichnen, ferner in Zusammensetzungen wie nahezu, dazu. Als Präposition bezeichnet ‚zu’ die absichtliche, zweckhafte Bewegung auf ein Ziel hin, früher auch die Ruhelage (beachte noch ‚zu Hause’, ‚zu Ostern’). Auch als Infinitivkonjunktion ist ‚zu’ urspr. Präposition gewesen, ebenso als Bezeichnung des zu hohen Grades bei Adjektiven und Adverbien.“
Was die Geschichte des Infinitivmorphems zu angeht, müssen wir noch mehr als anderswo die Unvollständigkeit der Darstellungen unterstreichen. Wir sind jedoch der Ansicht, dass diese diachronische Rückblende Aufschlüsse über unser heutiges zu als Infinitivmorphem geben kann. Durch die Klärung des Zeitpunkts, wann zu (als Infinitivmorphem) in die Satzstruktur eingefügt wurde und durch das Studium der daraus resultierenden Auswirkungen, denn diese gibt es zweifellos bei Einfügen eines Elements, sollte es möglich sein mehr über die Gründe seiner Existenz in Erfahrung zu bringen. Es wäre ein hochinteressanter Anlass für weitere Arbeiten.
Kapitel 1 - Ein Grundriss der Rektions-Bindungs-Theorie: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen der generativen Transformationsgrammatik dar, die als Basis für die Analyse des Infinitivmorphems dient.
Kapitel 2 – Die infinitivische Form des Verbs und zu: Hier wird die historische Entwicklung von "zu" betrachtet und eine Einordnung des infinitivischen Verbs mithilfe der Felder-Theorie vorgenommen.
Kapitel 3 - Die strukturelle Position des Infinitivmorphems zu: Das Kapitel untersucht verschiedene Hypothesen zur syntaktischen Position von "zu" innerhalb der Satzstruktur, wobei insbesondere die INFL-Hypothese diskutiert wird.
Kapitel 4 - Das Matrixverb und zu: Dieser Teil befasst sich mit der Selektion von Infinitivkomplementen durch verschiedene Klassen von Matrixverben, insbesondere Kontroll- und Raising-Verben.
Generative Grammatik, Infinitivmorphem, zu, Syntax, Semantik, Rektions-Bindungs-Theorie, Kontrollverben, Raising-Verben, Universalgrammatik, Infinitivkonstruktion, Kohärenz, Modul, Sprachwissenschaft, Strukturtheorie, Sprachvergleich
Die Arbeit widmet sich der linguistischen Erforschung des deutschen Infinitivmorphems "zu" innerhalb des theoretischen Rahmens der generativen Grammatik.
Zentrale Themen sind die kategoriale Einordnung von "zu", seine syntaktische Position im Satzbaum sowie seine Selektionsbeziehung zu verschiedenen Matrixverben.
Das Hauptziel ist die Bestimmung der strukturellen Position von "zu" und die Frage, warum bestimmte Verben einen Infinitiv mit "zu" selegieren, während andere dies nicht tun.
Es wird die Methode der generativen Transformationsgrammatik angewendet, ergänzt durch historische etymologische Untersuchungen und kontrastive Analysen mit anderen germanischen Sprachen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in die Rektions-Bindungs-Theorie, die Analyse der geschichtlichen Entwicklung, die Bestimmung der strukturellen Position von "zu" sowie die Unterklassifizierung von Verben anhand ihrer Selektionseigenschaften.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Generative Grammatik, Infinitivmorphem, Rektions-Bindungs-Theorie, Kontrollverben, Raising-Verben und die strukturelle Position von Infinitiven.
Kontrollverben verfügen über ein äußeres Argument und eine Theta-Rolle, während Raising-Verben dies nicht tun; beide selegieren jedoch Infinitivkomplemente mit "zu", was auf unterschiedliche selektive Anforderungen hindeutet.
Die Analyse zeigt, dass Modalverben als eine Klasse von Verben fungieren, die in der Regel reine Infinitive ohne "zu" selegieren, was die Einzigartigkeit und funktionale Rolle von "zu" bei anderen Verbklassen unterstreicht.
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