Magisterarbeit, 2003
196 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung und Problemstellung
2 Zum Gegenstandsbereich parasozialer Beziehungen
2.1 Grundlagen
2.1.1 Das Konzept von Horton und Wohl
2.1.2 Darstellung parasozialer Beziehungen
2.1.2.1 Vergleiche zu orthosozialen Beziehungen
2.1.2.2 Parasoziale Beziehungen aus Rezipienten- und Produzentensicht
2.1.2.3 Motive für die Herausbildung parasozialer Beziehungen
2.1.3 Parasoziale Beziehungen und Daily Soaps
2.2 Die Erforschung parasozialer Beziehungen
2.2.1 Die Messung parasozialer Beziehungen
2.2.2 Ausgewählte Studien
2.3 Negative parasoziale Beziehungen
2.3.1 Darstellung negativer parasozialer Beziehungen
2.3.1.1 Vergleiche zu negativen orthosozialen Beziehungen
2.3.1.2 Negative parasoziale Beziehungen aus Rezipienten- und Produzentensicht
2.3.1.3 Motive für die Herausbildung negativer parasozialer Beziehungen
2.3.2 Negative parasoziale Beziehungen und Daily Soaps
3 Die jugendlichen Rezipienten
3.1 Definitionen von Jugend
3.2 Besonderheiten der Jugendphase
3.3 Die Rolle der Medien
3.3.1 Orientierungsfunktion der Medien
3.3.2 Mediennutzung
4 Zur Relevanz von Serienformaten
4.1 Das Genre der Serie und der Soap Opera
4.2 Die Geschichte der Soap Opera
4.3 Soap Operas im deutschen Fernsehen
4.4 Begründung für Soap Operas als Forschungsobjekt
4.5 Serienrezeption
4.5.1 Identifikation, Projektion und Übertragungserleben
4.5.2 Eskapismus und Alltagsflucht
5 Grundlagen für die empirische Analyse
5.1 Theoretische Anbindung
5.2 Fragestellung
6 Methodisches Vorgehen
6.1 Die Methode
6.1.1 Die Wahl der Methode
6.1.2 Die Grounded Theory
6.2 Die Befragung
6.2.1 Die Interviewpartner
6.2.2 Die Leitfäden
6.2.3 Durchführung und Transkription
7 Die Auswertung
7.1 Die Kategorien
7.2 Die Ergebnisse
7.2.1 Generelle Beurteilung der Soap Operas
7.2.2 Gründe für die Serienrezeption
7.2.3 Die negativen parasozialen Beziehungspartner
7.2.3.1 Die Typen und ihre Eigenschaften
7.2.3.2 Die Reaktionen auf die Bildschirmpräsenz
7.2.3.3 Die Notwendigkeit der negativen parasozialen Beziehungspartner
7.2.4 Parallelen zum eigenen Umfeld
7.2.5 Parallelen zur eigenen Person
7.2.6 Thema im Freundeskreis
7.2.7 Vergleichende Analsye
7.3 Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse
7.3.1 Zentrale Aspekte
7.3.2 Theoretischer Bezug
8 Schlussbemerkung und Ausblick
9 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht die Bedeutung negativer parasozialer Beziehungen für Jugendliche am Beispiel von Daily Soaps. Das primäre Ziel ist es, Motive, Muster und Erklärungen dafür zu finden, warum junge Rezipienten gezielt Auseinandersetzungen mit ihnen unsympathischen Mediencharakteren suchen und welchen Mehrwert sie aus diesen, teils ambivalenten, Bindungen für ihre eigene Identitätsbildung und Alltagsbewältigung gewinnen.
2.3 Negative parasoziale Beziehungen
Wir setzen uns in Beziehung zu den „Akteuren der Medien, die wir lieben oder hassen, beneiden oder bewundern, über die wir uns ärgern oder mit denen wir uns freuen. [...] Aber wir erleben auch unabhängig von dieser scheinbar sozialen Situation der Rezeption etwas, das für uns unmittelbar relevant erscheint, und wir [...] leisten uns dabei keinen Verzicht auf das möglicherweise Negative, Beunruhigende, Belastende. Wir muten uns dabei auch etwas zu mit der Medienrezeption.“ (Vorderer 1999: 44)
Bisher scheint die Betrachtung negativer parasozialer Beziehungen also als wenig lohnenswert angesehen zu werden. Man geht allgemein davon aus, dass Bindungen zu Fernsehfiguren im Großen und Ganzen positiven Charakters sind. Zuschauer betrachten dieser Auffassung nach die Persona als Freund oder zumindest als guten Bekannten, bewundern sie, bringen ihr vielleicht sogar leidenschaftliche Gefühle entgegen und werden deshalb dazu verleitet, die Sendung, die Serie oder die Show, in der sie die Person regelmäßig antreffen, immer wieder anzusehen. Es gibt jedoch auch Menschen, die sich nicht nur aus diesen Gründen für die Rezeption einer Sendung entscheiden, sondern durchaus auch Beziehungen zu Personae aufbauen, die sie nicht mögen, vielleicht sogar verabscheuen, sich aber zumindest deutlich von ihnen distanzieren.
1 Einleitung und Problemstellung: Hinführung zur Fragestellung der Bedeutung negativer parasozialer Beziehungen für Jugendliche im Kontext von Daily Soaps.
2 Zum Gegenstandsbereich parasozialer Beziehungen: Theoretische Herleitung und Definition von Interaktions- und Beziehungsformen mit medialen Figuren.
3 Die jugendlichen Rezipienten: Erläuterung der Entwicklungsaufgaben im Jugendalter und der Rolle von Medien als Stabilitätshilfe und Identitätsraum.
4 Zur Relevanz von Serienformaten: Überblick über Genremerkmale, Geschichte und Marktbedeutung der Daily Soaps im deutschen Fernsehen.
5 Grundlagen für die empirische Analyse: Verknüpfung der theoretischen Vorüberlegungen mit der forschungsleitenden Fragestellung zur negativen Bindung.
6 Methodisches Vorgehen: Darstellung der qualitativen Forschungsmethodik unter Anwendung der Grounded Theory und Beschreibung des Stichproben-Samplings.
7 Die Auswertung: Empirische Aufarbeitung der Interviews, Kategorisierung der Ergebnisse und Diskussion der Erkenntnisse zu negativen Beziehungspartnern.
8 Schlussbemerkung und Ausblick: Zusammenfassende Einordnung der Ergebnisse in den Forschungskontext und Aufzeigen von Ansätzen für weiterführende Studien.
9 Literaturverzeichnis: Auflistung der im Rahmen der Arbeit verwendeten Quellen und Publikationen.
Parasoziale Beziehungen, Daily Soaps, Jugendliche, negative Identifikation, Mediennutzung, Identitätsbildung, Grounded Theory, Rezeptionsforschung, soziale Kompetenz, Fernsehgeneration, Serienrezeption, Involvement, Alltagsflucht, Zuschauerbindung, Personae.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, warum Rezipienten – speziell Jugendliche – parasoziale Beziehungen zu Fernsehfiguren aufbauen, die sie eigentlich ablehnen oder als unsympathisch empfinden, und welche Funktion dies für ihren Alltag hat.
Zentrale Themen sind die parasoziale Interaktion, die Rezeption von Daily Soaps, die psychologischen Besonderheiten der Jugendphase hinsichtlich Identitätssuche sowie die Rolle von Medien als Orientierungshilfe.
Die Forschungsfrage ist, warum Jugendliche negative parasoziale Bindungen zu Soap-Opera-Figuren aufbauen und ob diese Interaktionen einen Nutzen für die Zuschauer (z.B. durch Aggressionsabfuhr oder soziale Abgrenzung) darstellen.
Es handelt sich um eine explorative qualitative Untersuchung, die sich an der Methode der "Grounded Theory" orientiert, um induktiv Erklärungsmodelle aus den Interviewdaten zu entwickeln.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der das Konzept der parasozialen Beziehungen und Jugendsoziologie abhandelt, und einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse aus Leitfadengesprächen ausgewertet und kategorisiert werden.
Wichtige Begriffe sind parasoziale Beziehungen, Daily Soaps, negative Identifikation, Jugendliche, Mediennutzung und Identitätskonstruktion.
Die Arbeit zeigt, dass negative Bindungen oft "lustvoll" rezipiert werden, da sie eine ungefährliche Projektionsfläche für Ärger und Aggressionen bieten und den Jugendlichen bei der eigenen Wertebildung durch Abgrenzung helfen.
Die Studie ergab, dass der Freundeskreis kaum direkten Einfluss auf die individuelle Haltung zu bestimmten Serienfiguren hat, die Rezeption und das Lästern über Charaktere jedoch als Gesprächsstoff unter Freunden dienen können.
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