Examensarbeit, 2003
108 Seiten, Note: 1
Einleitung
A: Luther
1. Zur Person
1.1 Kindheit, Jugend und Studium
1.2 Luther im Kloster
1.2.1 Der Eintritt ins Kloster
1.2.2 Klosterzeit
1.3 Luther als Familienmensch
1.4 Luther über sich selbst
2. Die historischen Ereignisse zwischen 1517-1521
2.1 Das Turmerlebnis - Durchbruch zur reformatorischen Erkenntnis
2.2 Der Thesenanschlag 1517
2.3 Die Leipziger Disputation mit Eck 1519
2.4 Luther auf dem Reichstag zu Worms 1521
3. Grundzüge der Theologie Luthers
3.1 Sola scriptura - die Schrift allein
3.2 Solus Christus - Christus allein
3.3 Sola fide - der Glaube allein
4. Anthropologie bei Luther
4.1 Das Wesen des Menschen
4.2 Der Mensch in seiner Gesamtheit
4.3 Vom freien und unfreien Willen des Menschen
4.3.1 Erasmus und der freie Wille des Menschen
4.3.2 Luther und der geknechtete Wille des Menschen
4.3.3 Erasmus und Luther heute
5. Die Lehre von den zwei Reichen
5.1 Politischer Hintergrund
5.2 Die Teilung der Welt in zwei Reiche
5.3 Der Grundfehler - die Vermengung der beiden Reiche
5.4 Das Gemeinsame der beiden Reiche
5.4.1 Zwei-Reiche-Lehre und die islamische Umma
5.5 Verhalten des Christen gegenüber dem Staat
5.5.1 Anerkennung der staatlichen Autorität
5.5.2 Verweigerung gegenüber der Obrigkeit
5.6 Der christliche Fürst
6. Politisches Handeln im Dualismus von Gehorsam und Ungehorsam
6.1 Politisches Handeln als Gewissensprozess
6.2 Die Autorität staatlicher Gewalt
6.2.1 Die Bauernaufstände
6.2.2 Die Türkenfrage
6.3 Die Begrenzung der staatlichen Autorität
6.3.1 Widerstand gegenüber den evangelischen Fürsten
6.3.2 Widerstand gegenüber dem Kaiser
7. Zusammenfassung Luther
B: Bonhoeffer
Einleitung
1. Dietrich Bonhoeffer - ein Lebenslauf
1.1 Herkunft, Jugend, Studium
1.2 Im Widerstand
1.2.1 Die Machtergreifung Hitlers
1.2.2 Der „Arierparagraph” - Dem Rad in die Speichen fallen
1.2.3 Die versuchte Gleichschaltung der Evangelischen Kirche
1.2.4 Die Denkschrift an Hitler
1.3 Vom Widerstand in die Verschwörung
1.4 Gefangenschaft und Tod
2. Die Christologie Bonhoeffers
2.1 Die Überwindung von Transzendenz und Ontologie
2.2 Das Weltverständnis Bonhoeffers
3.0 Grundzüge der Ethik Bonhoeffers
3.1 Kritik aller Ethik
3.2 Das konkrete Gebot
3.3 Das konkrete Gebot und die ultima ratio
4. Das Verhältnis von Kirche und Staat
4.1 Die vier Mandate
4.2 Staat und Kirche im Verständnis Bonhoeffers
4.2.1 Wesen und Aufgabe des Staates
4.2.2 Aufgabe der Kirche im Staat
4.2.3 Zusammenfassung
5. Bonhoeffer und Luthers Zwei-Reiche-Lehre
5.1 Kritische Bejahung
5.2 Der Gewissensbegriff bei Bonhoeffer
6. Zusammenfassung Bonhoeffer
Abschluss
Die Arbeit untersucht das politische Denken und Handeln zweier bedeutender protestantischer Denker, Martin Luther und Dietrich Bonhoeffer, vor dem Hintergrund der Säkularisierung und der Rolle der Theologie im akademischen sowie öffentlichen Leben. Die zentrale Forschungsfrage liegt in der Analyse, wie beide Denker das Verhältnis von christlichem Gewissen, göttlichem Wort und staatlicher Autorität bestimmen und in welche politischen Konsequenzen dieses Denken in ihren jeweiligen historischen Epochen mündete.
Die Lehre von den zwei Reichen
Die Staatstheorie Luthers ist in seiner Schrift aus dem Jahre 1523 „Von weltlicher Obrigkeit. Wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei.” zentral zusammengefasst. Im folgenden Kapitel wird zunächst die Entstehung der Schrift und deren politischer Hintergrund beleuchtet (5.1) Darauf folgend wird der Kern der Theorie, die Teilung der Welt in zwei Reiche näher differenziert, indem einerseits die Trennung (5.3) aber andererseits auch das Gemeinsame der beiden Reiche (5.4) betont werden und die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Auf Grundlage der Teilung der Welt kann dann politisches Handeln sowohl des Untertanen (5.5) als auch des Fürsten (5.6) erfolgen.
Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Marginalisierung der Theologie im säkularen akademischen Umfeld und führt in den Vergleich zwischen Luther und Bonhoeffer ein.
A: Luther: Dieser Teil beleuchtet Luthers Lebensweg, seine Theologie, Anthropologie und die daraus abgeleitete Staatstheorie in der krisenhaften Zeit der Reformation.
B: Bonhoeffer: Der zweite Teil analysiert Bonhoeffers Theologie, seine Verantwortungsethik und sein Verständnis des Widerstandes im Kontext der nationalsozialistischen Diktatur.
Abschluss: Der abschließende Teil würdigt die Bedeutung beider Denker für das politische Leben und fordert eine Rückbesinnung auf theologische Grundlagen in der Politik.
Martin Luther, Dietrich Bonhoeffer, Protestantismus, Zwei-Reiche-Lehre, Gewissen, Staatstheorie, Reformation, Widerstandsethik, Mandatenlehre, Christologie, Säkularisierung, politische Theorie, Glaube, Obrigkeit, politische Verantwortung.
Die Arbeit untersucht das politische Denken und Handeln von Martin Luther und Dietrich Bonhoeffer, um aufzuzeigen, wie christliche Theologie im säkularen Staat und in Krisenzeiten orientierungsgebend wirken kann.
Die Schwerpunkte liegen auf Luthers Zwei-Reiche-Lehre, der Rolle des Gewissens, der Anthropologie des Menschen vor Gott sowie Bonhoeffers Verantwortungsethik und seinem Widerstand gegen das NS-Regime.
Das Ziel ist es, die theologische Begründung für politisches Handeln und die Grenzen staatlicher Autorität herauszuarbeiten und zu zeigen, dass Theologie auch im säkularen Umfeld einen notwendigen Beitrag zur ethischen Urteilsbildung leistet.
Es handelt sich um eine systematische textanalytische Untersuchung, die das theologische Denken der Protagonisten auf Basis ihrer Primärquellen (Schriften, Predigten) in den historischen Kontext einordnet und kritisch bewertet.
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Teil A widmet sich intensiv Martin Luthers Leben, Theologie und Staatsauffassung, während Teil B Bonhoeffers Leben und sein ethisches Denken im Widerstand gegen den Totalitarismus analysiert.
Wesentliche Begriffe sind Widerstand, Gewissen, Mandatenlehre, Zwei-Reiche-Lehre, politische Verantwortung und die Rolle der Kirche im Staat.
Während bei Luther das Gewissen primär die Freiheit gegenüber menschlichen Institutionen und Bindungen sichert, richtet Bonhoeffer das Gewissen ontologisch auf das konkrete Sein und die Einung mit Gott in der Tat, was eine stärkere Ausrichtung auf stellvertretendes Handeln beinhaltet.
Bonhoeffer betrachtet den Tyrannenmord als "ultima ratio" – als eine außerordentliche Notwendigkeit, in der das normale Gesetz nicht mehr greift. Er legitimiert dies durch die konkrete Verantwortlichkeit des Handelnden, der im Glauben Freiheit gewinnt, um zum Schutz der Menschenleben sogar schuldig zu werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

