Diplomarbeit, 2004
78 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Illegale Märkte
2.1 Arten illegaler Märkte
2.2 Merkmale
2.2.1 Besonderheiten illegaler Märkte
2.2.2 Korruption und Gewalt
2.2.3 Illegale Unternehmung
2.2.4 Organisierte Kriminalität
2.2.5 Kosten und Gewinne
2.3 Auswirkungen
2.3.1 Negative Auswirkungen
2.3.2 Positive Auswirkungen
3. Ökonomie von Recht und Verbrechen
3.1 Normen
3.1.1 Selbstdurchsetzende Normen
3.1.2 Durchsetzungsbedürftige Normen
3.2 Verbrechen mit und ohne Opfer
3.3 Kosten des Verbrechens
3.3.1 Kosten des Opfers
3.3.2 Kosten des Verbrechers
3.3.3 Kosten der Gesellschaft
3.4 Rationalität und Verbrechen
3.4.1 Angebot an Straftaten
3.4.1.1 Theorie der differenziellen Kontakte
3.4.1.2 Labeling Approach
3.4.1.3 Subkultur
3.4.2 Nachfrage nach Straftaten
3.5 Abschreckung und Strafe
3.5.1 Abschreckungswirkung
3.5.2 Öffentliche vs. private Sicherung
4. Drogen und Drogenmarkt
4.1 Drogen
4.1.1 Definition
4.1.2 Konsumformen
4.1.3 Sucht und Abhängigkeit
4.1.4 Risikopotenzial
4.2 Marktschranken
4.2.1 Marktzutrittsschranken
4.2.2 Marktaustrittsschranken
4.3 Der Weg der Drogen
4.3.1 Modell der Sanduhr
4.3.2 Heroin
4.3.3 Kokain
4.3.4 Cannabis
4.3.5 Synthetische Drogen
4.4 Konzentration
4.4.1 Produktion
4.4.2 Internationaler Handel
4.4.3 Verkauf
4.5 Teilmärkte
4.6 Negative Effekte
4.6.1 Konsuminduzierte externe Effekte
4.6.2 Prohibitionsinduzierte Effekte
4.7 Zur Prohibitionsproblematik
5. Politikempfehlungen
5.1 Drogenpolitische Ziele
5.2 Formen der Liberalisierung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die ökonomischen Strukturen des Drogenmarktes unter den Bedingungen staatlicher Prohibition zu analysieren und die daraus resultierenden negativen Effekte sowie politische Handlungsalternativen zu beleuchten.
2.2.1 Besonderheiten illegaler Märkte
Obwohl die Theorien der Wirtschaftswissenschaften für legale und illegale Märkte gleichermaßen gelten, gibt es doch einige besondere Merkmale illegaler Märkte, auf die im Folgenden eingegangen werden soll. Diese Besonderheiten basieren auf zwei grundlegenden Unterschieden zwischen legaler und illegaler Ökonomie. Zum einen fehlt illegalen Unternehmern ein verlässlicher Rechtsrahmen mit der Möglichkeit, ihre Forderungen juristisch durchzusetzen, zum anderen ist das unternehmerische Handeln durch den Strafverfolgungsdruck und die notwendigerweise damit verbundene Geheimhaltung erschwert. Hieraus ergeben sich vielfältige Folgen für das Handeln auf illegalen Märkten:
Als Ersatz für die fehlende rechtliche Sicherheit bekommen Werte wie Vertrauen und Verlässlichkeit eine besondere Bedeutung. Eine dauerhafte und auf Vertrauen basierende Beziehung reduziert für den Anbieter das Risiko einer Entdeckung und für den Käufer die Gefahr opportunistischer Ausbeutung.
Das Bemühen um Geheimhaltung prägt die Beziehungen zu allen Marktteilnehmern, wobei die Mitarbeiter, aufgrund ihres Wissens, das größte Risiko darstellen. Eine Minimierung dieses Risikos bedingt eine Segmentierung der Arbeitsabläufe, um deren Einblicke möglichst gering zu halten. Da aber ein gewisses Maß an Information zwingend notwendig ist, muss sich der illegale Unternehmer der Loyalität seiner Mitarbeiter versichern. Dies kann er durch hohe Löhne oder Gewinnbeteiligungen bzw. durch Einschüchterung erreichen. Außerdem bieten ethnisch, kulturell oder religiös homogene Gruppen aufgrund ihrer informellen Bindungen gute Voraussetzungen für gegenseitiges Vertrauen, womit der erforderliche Einsatz von Gewalt gering gehalten werden kann. Dieselbe Wirkung haben familiäre Bindungen.
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Thematik ein, skizziert die Problematik illegaler Drogenmärkte und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2. Illegale Märkte: Hier werden die generellen Strukturen und Besonderheiten illegaler Märkte, wie etwa der Mangel an rechtlicher Sicherheit, thematisiert.
3. Ökonomie von Recht und Verbrechen: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen zur ökonomischen Analyse von Kriminalität, Normen und Abschreckung.
4. Drogen und Drogenmarkt: Das Kernkapitel analysiert detailliert die verschiedenen Drogen, die Handelswege und die ökonomischen Auswirkungen auf den Teilmärkten.
5. Politikempfehlungen: Abschließend werden die Erkenntnisse zusammengeführt und Formen der Liberalisierung als politische Alternative diskutiert.
Drogenmarkt, Illegale Märkte, Prohibition, Ökonomische Analyse, Beschaffungskriminalität, Sucht, Abhängigkeit, Marktschranken, Drogenpolitik, Liberalisierung, Heroin, Kokain, Cannabis, Kosten-Nutzen-Analyse, Subkultur.
Die Arbeit untersucht den illegalen Drogenmarkt unter Anwendung ökonomischer Theorien, um Strukturen, Risiken und Auswirkungen der staatlichen Prohibition zu verstehen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Organisation illegaler Märkte, den ökonomischen Kosten von Kriminalität, der Funktionsweise des internationalen Drogenhandels sowie der Effektivität drogenpolitischer Maßnahmen.
Das Ziel ist die Darstellung der Strukturen des illegalen Drogenmarktes unter Prohibitionsbedingungen sowie die Erörterung politischer Alternativen zur aktuellen abstinenzorientierten Drogenpolitik.
Es werden methodische Ansätze der Wirtschaftswissenschaften, insbesondere der Institutionenökonomik und der ökonomischen Theorie der Kriminalität, verwendet, um das Verhalten der Akteure auf illegalen Märkten zu modellieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Analyse illegaler Märkte, eine theoretische Einordnung von Recht und Verbrechen sowie eine spezifische Betrachtung verschiedener Drogen, deren Anbau, Verarbeitung und Handelsstrukturen.
Zentrale Begriffe sind Marktstruktur, Prohibition, ökonomische Rationalität, Drogenabhängigkeit, Beschaffungskriminalität und politisches Politikversagen.
Es veranschaulicht, dass viele Produzenten am Anfang und viele Konsumenten am Ende über eine relativ geschlossene, eng begrenzte Zwischenhandelsstruktur verbunden sind.
Da Dealer im Freundeskreis Anreize haben, neue Kunden zu gewinnen, finden Erstkontakte oft über den privaten Bekanntenkreis statt, was staatliche Versuche zur Verteuerung des Erstkonsums konterkariert.
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