Examensarbeit, 1999
116 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Lernbehinderte Kinder
2.1 Die Schule für Lernhilfe als Teilbereich der Sonderschule
2.2 Die Lernbehinderung
2.2.1 Der Zusammenhang von Lernbehinderungen und Verhaltensauffälligkeiten
2.2.1.1 Die Verhaltensauffälligkeit
2.2.2 Allgemeine Ursachen von Lernbehinderungen
2.2.2.1 Endogene Ursachen
2.2.2.2 Exogene Ursachen
2.2.3 Häufige Erscheinungsbilder und Ursachen von Lernbehinderungen im Einzelnen und ihre Bedeutung für den schulischen Unterricht
2.2.3.1 Das wahrnehmungsgestörte Kind
2.2.3.2 Das lese- und rechtschreibschwache Kind
2.2.3.3 Das rechenschwache Kind
2.2.3.4 Das sprach- und sprechbeeinträchtigte Kind
2.2.3.5 Das antriebsschwache Kind
2.2.3.6 Das unkonzentrierte Kind
2.2.3.7 Das insuffiziente Kind
2.2.3.8 Das ängstliche Kind
2.2.3.9 Das aggressive Kind
3. Der Begriff des Spiels und seine Bedeutung für das Lernen
3.1 Spiel im Wandel der Zeit
3.2 Wesensmerkmale der Spieltätigkeit
3.2.1 Die Freiheit von äußeren Zwecken
3.2.2 Die individuelle Wirklichkeit
3.2.3 Die zeitliche Unbegrenztheit
3.2.4 Die Spannung
3.2.5 Die inneren Grenzen
3.2.6 Die Zeitlosigkeit
3.3 Klassifikationsversuche des Spiels
3.4 Das Verhältnis von Spielen und Lernen
3.5 Spiel und kognitive Entwicklung
4. Das Lernspiel
4.1 Begriffsbestimmung des Lernspiels
4.2 Das Lernspiel - didaktisches Arbeitsmittel oder didaktisches Spielmittel?
4.2.1 Abgrenzung zum Spielzeug
4.3 Das Lernspiel und seine Berechtigung für den pädagogischen Einsatz
4.4 Anforderungen an das Lernspiel im Unterricht
4.5 Der Einsatz von Lernspielen an der Schule für Lernhilfe
4.6 Förderung lernbehinderter Kinder durch Lernspiele
4.6.1 Förderungsmöglichkeiten im Bereich der kognitiven Lernziele
4.6.1.1 Vermittlung, Übung und Festigung von grundlegenden Kenntnissen und Fähigkeiten
4.6.1.2 Erprobung von gelerntem Wissen und Ausbildung logischer Denkprozesse
4.6.1.3 Einführung neuer Lerninhalte
4.6.2 Förderungsmöglichkeiten in speziellen Defizitbereichen
4.6.2.1 Schulung der Wahrnehmungsfähigkeit
4.6.2.2 Förderung des Sozialverhaltens und der sozialen Integration
4.6.2.3 Kreativitätsaufbau
4.6.2.4 Flexibilitätsentwicklung
4.6.2.5 Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit
4.6.2.6 Motivationssteigerung und positive Einstellung zum Unterricht
4.6.2.7 Konzentrations- und Aufmerksamkeitstraining
4.6.2.8 Selbstbestimmungsförderung
4.6.2.9 Abbau von Ängsten und Minderwertigkeitsgefühlen
4.6.2.10 Aggressionsabbau
4.7 Möglichkeiten der Differenzierung durch Lernspiele
5. Geeignete Lernspielformen für den Unterricht mit lernbehinderten Kindern
5.1 Regelspiele
5.2 Rollenspiele
5.3 Simulationsspiele
5.4 Bewegungsspiele
5.5 Sprachspiele
6. Anforderungen an den Spielleiter
6.1 Organisatorische und spielbegleitende Anforderungen
6.2 Die Festsetzung eines geregelten Spielrahmens
6.3 Die Wahl des Spielortes
6.4 Die Auswahl des Spielmaterials
6.5 Das Festlegen der Spielzeit
7. Vorstellung eines selbstentwickelten Lernspiels unter Berücksichtigung der erarbeiteten Kriterien
7.1 Die Bezugsgruppe
7.2 Die Stellung des Lernspiels innerhalb der Unterrichtseinheit
7.3 Der Spielaufbau
7.3.1 Das Spielbrett
7.3.2 Die Spielfiguren
7.3.3 Die Aufgabenkärtchen
7.3.4 Die Spielzugergebnistafel
7.3.5 Die Spielregeln
7.4 Überlegungen zur Spielplanung
7.5 Die Durchführung
7.5.1 Beobachtungen am ersten Spieltag
7.5.2 Beobachtungen am zweiten Spieltag
7.6 Beobachtungsauswertung
8. Abschließende Betrachtung
Das Hauptziel dieser wissenschaftlichen Hausarbeit ist es, den pädagogischen Nutzen von Lernspielen für Schüler an einer Schule für Lernhilfe zu untersuchen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie durch gezielt konzipierte Spielformen Lernprozesse unterstützt und Verhaltensdefizite bei lernbehinderten Kindern abgebaut werden können, um so eine positivere Einstellung zum schulischen Lernen zu fördern.
7. 5. 1 Beobachtungen am ersten Spieltag
Der erste Spieldurchgang fand mit der Vierergruppe statt, die sich aus drei Mädchen und einem Jungen zusammensetzte. Das Spielbrett, die Aufgabenkärtchen und die Spielzugergebnistafel lagen bereits aufgebaut im Spielzimmer. Erst nachdem jeder Schüler seine Spielfigur ausgesucht hatte, waren die Kinder bereit, sich die Spielregeln erklären zu lassen. Dieser Vorgang konnte ihnen nicht schnell genug gehen. Immer wieder wurde ich durch die Frage, wie „Können wir jetzt anfangen?“ unterbrochen. Angesichts ihres Eifers beschloss ich, sie einfach beginnen zu lassen und, falls es nötig werden sollte, im Spielverlauf zusätzliche Informationen zu geben. Um die Schüler nicht zu stark durch meine Anwesenheit zu beeinflussen, setzte ich mich ein wenig abseits des Spielgeschehens auf einen einzelnen Stuhl und machte den Schülern klar, dass ich nur zuschauen möchte aber da bin, falls sie Fragen haben. Entgegen meinen Erwartungen gingen die Kinder von Anfang an relativ selbständig mit den Aufgabenkärtchen und vor allem mit der Spielzugergebnistafel um. Das Vorlesen der Aufgaben verfolgten sie aufmerksam. Oft fielen nach Beendigung Kommentare der übrigen Mitspieler, wie: „Das weiß´ich!“ oder „Ah ja, das kann ich sagen“. Einmal passierte es einer involvierten Mitspielerin sogar, dass sie spontan die Antwort gab, obwohl sie gar nicht an der Reihe war, was einige Unmutsäußerungen der Mitspieler zur Folge hatte. Die Schüler zeigten reges Interesse daran, die Spielzugergebnisse der anderen Mitspieler mit herauszufinden. Es war zu Beginn von meiner Seite aus nur einmal nötig einer Schülerin zu zeigen, wie sie die Anzahl der vorzurückenden Felder ermitteln muss. In einem zweiten Fall übernahm eine aufgeweckte Mitspielerin diese Aufgabe.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Integration des Spiels in den Unterricht an der Schule für Lernhilfe und begründet die Wahl eines spezifischen Lernspiels zur Untersuchung der individuellen Förderpotenziale.
2. Lernbehinderte Kinder: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Lernbehinderung und analysiert verschiedene Verhaltensauffälligkeiten sowie Ursachen, die für die Gestaltung sonderpädagogischer Lernumgebungen relevant sind.
3. Der Begriff des Spiels und seine Bedeutung für das Lernen: Hier wird der theoretische Rahmen des Spielbegriffs erläutert, wobei insbesondere die Wesensmerkmale des Spiels und dessen wechselseitige Beziehung zum kognitiven Lernprozess hervorgehoben werden.
4. Das Lernspiel: Dieser Abschnitt konkretisiert das Lernspiel als didaktisches Mittel, stellt Anforderungen an dessen Gestaltung im Unterricht und diskutiert die speziellen Förderungsmöglichkeiten bei lernbehinderten Schülern.
5. Geeignete Lernspielformen für den Unterricht mit lernbehinderten Kindern: Das Kapitel stellt verschiedene Spieltypen wie Regel-, Rollen- und Simulationsspiele vor und erläutert, wie diese gezielt auf die Defizitbereiche der Kinder eingehen.
6. Anforderungen an den Spielleiter: Hier werden die organisatorischen und pädagogischen Aufgaben des Lehrers beleuchtet, die für eine erfolgreiche Durchführung und Begleitung des Spiels essenziell sind.
7. Vorstellung eines selbstentwickelten Lernspiels unter Berücksichtigung der erarbeiteten Kriterien: Dieses Kapitel dokumentiert die praktische Konzeption, Planung und Durchführung eines selbst entwickelten Brettspiels im Unterricht und wertet die Beobachtungen aus.
8. Abschließende Betrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die spielerische Auseinandersetzung eine sinnvolle Methode darstellt, um Motivation und soziale Kompetenz bei lernbehinderten Schülern zu steigern.
Lernspiel, Sonderschule, Lernbehinderung, Verhaltensauffälligkeit, Spielpädagogik, Didaktik, Förderung, Kognitive Entwicklung, Regelspiel, Rollenspiel, Sozialverhalten, Motivation, Konzentrationstraining, Unterrichtsgestaltung, Praxisevaluation
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Lernspielen an der Schule für Lernhilfe und erforscht, inwieweit spielerische Methoden dazu beitragen können, Lerninhalte zu vermitteln und Verhaltensdefizite bei den Schülern zu kompensieren.
Im Zentrum stehen die Lernbehinderung und deren Erscheinungsformen, die Theorie des Spiels im pädagogischen Kontext, die Anforderungen an Lernspiele sowie deren praktische Anwendung im Unterricht.
Das primäre Ziel ist es, den Lehrern aufzuzeigen, wie Lernspiele gezielt eingesetzt werden können, um auf die individuellen Bedürfnisse lernbehinderter Kinder einzugehen und deren Lernfreude sowie soziale Kompetenz nachhaltig zu stärken.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur mit einer praxisorientierten Fallstudie, bei der ein selbst entwickeltes Lernspiel in einer Sonderschulklasse erprobt und mittels Beobachtungen ausgewertet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Analyse der Zielgruppe und des Spielbegriffs sowie eine ausführliche Darstellung geeigneter Spielformen und Anforderungen an den Spielleiter, gefolgt von einer konkreten Projektbeschreibung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Lernspiel, Sonderschule, Spielpädagogik, Förderung der sozialen Kompetenz und Handlungsorientierung geprägt.
Die Schüler zeigten zunächst eine hohe Neugier und Engagement. Während anfänglich noch Unsicherheiten bestanden, entwickelte sich im Verlauf des Spiels eine große Selbständigkeit und Freude, wobei insbesondere die Rollenspielelemente das Interesse am Thema festigten.
Die Differenzierung ist entscheidend, um Über- oder Unterforderungen zu vermeiden. Durch unterschiedliche Aufgabenkärtchen und soziale Spielanreize wird sichergestellt, dass sowohl leistungsstärkere als auch schwächere Schüler Erfolgserlebnisse erzielen können.
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