Forschungsarbeit, 2003
43 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. E-LEARNING
2.1 ZUR GESELLSCHAFTLICHEN BEDEUTUNG VON E-LEARNING
2.2 E-LEARNING?
2.3. NETZSTRUKTUREN
2.4 COMPUTERVERMITTELTE KOMMUNIKATION
2.5 LEHR-LERNPLATTFORMEN
2.6 ANFORDERUNGEN AN EIN DIDAKTISCHES „E-DESIGN“
3. DAS RADIKAL-KONSTRUKTIVISTISCHE PROGRAMM
3.1 ERKENNTNISTHEORETISCHE GRUNDLAGEN
3.1.1 Das Realismusproblem
3.1.2 Wahrheit und Anti-Ikonik
3.2 KONSTRUKTIVISMUS UND „WIRKLICHKEIT“
3.2.1 Das kybernetische Lernmodell
3.2.2 Genetische Epistemologie
3.2.3 Kognitionsbiologie
3.2.4 Neurophysiologie
4. EXKURS: LEHR-LERN-VARIATIONEN
4.1 UM-LERNEN
4.2 BELEHREN VERLERNEN
5. DIE UMGEBUNGEN DES LERNENS
5.1 AUTHENTISCHE SIMULATIONEN
5.2 LERNWEGE
5.3 HYPERTEXT UND DIE SEMANTIK DES GEHIRNS
5.4 KOOPERATIVES LERNEN
6. KRITISCHE EINWÄNDE
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen konstruktivistisch geprägten Lehr-Lern-Konzeptionen und den Anforderungen moderner Softwarearchitekturen im Bereich des E-Learning. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwieweit das konstruktivistische Paradigma zur Neubelebung der Allgemeinen Didaktik beitragen kann und ob die behauptete Radikalität dieser Theorie bei der Gestaltung digitaler Lernumgebungen tatsächlich trägt oder lediglich ein althergebrachtes Konzept in neuem Gewand darstellt.
2.4 Computervermittelte Kommunikation
In intersubjektivitätstheoretischer Perspektive stellt sich im Rahmen elektronischer Umgebungen die Frage nach Geltung und Struktur von Kommunikation in neuer Weise. Von Kopräsenz (face-to-face) oder einem sich konstituierenden, vieldeutigen zwischenleiblichen Feld (Merleau-Ponty) kann nicht oder nur noch sehr eingeschränkt gesprochen werden. Mit Metaphern wie „Telepräsenz“ (Döring, 1999: 347), die der Charakterisierung gemeinsam nutzbarer virtueller Kommunikationsumgebungen (Cyberspace) dienen, ist man bemüht, reale Distanzen imaginär schrumpfen zu lassen.
Die Aufhebung gewohnter Kommunikationsmerkmale leiblicher Dialogik durch die Zwischenschaltung digitaler Apparaturen bzw. Speichermedien bringt Flexibilitätsspielräume mit sich, weil Lehr-Lernprozesse (weitgehend) Orts- bzw. Zeitindependent ablaufen können und dies im Hinblick auf individuelles Zeitmanagement als Vorteil interpretierbar ist. Synchrone (zeitgleich; Chat, Videokonferenz) bzw. asynchrone (zeitversetzt; Email, Mailingliste) Teilnahmemöglichkeiten an Veranstaltungen bringen als zumeist auf Schriftlichkeit beruhende, „gesichtslose“ (vgl. Bloh/ Lehmann, 2002: 76) Interaktionsmodi spezifische Eigenheiten bezogen auf den Ablauf kooperativer Lernformen mit sich.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Krise der allgemeinen Didaktik und Einführung in das Ziel, das konstruktivistische Paradigma kritisch auf seine Anwendbarkeit im E-Learning zu prüfen.
2. E-LEARNING: Analyse der gesellschaftlichen Bedeutung elektronischer Lernformen sowie technischer Voraussetzungen wie Netzstrukturen und Plattformen.
3. DAS RADIKAL-KONSTRUKTIVISTISCHE PROGRAMM: Wissenschaftstheoretische Exkursionen in Kybernetik, Kognitionsbiologie und Neurophysiologie zur Erläuterung der subjektiven Konstruktion von Wirklichkeit.
4. EXKURS: LEHR-LERN-VARIATIONEN: Diskussion der transformierten Rolle des Lehrenden und der Abkehr von klassischen Instruktionsmodellen zugunsten selbstgesteuerter Lernprozesse.
5. DIE UMGEBUNGEN DES LERNENS: Untersuchung konkreter Lernumgebungen wie authentische Simulationen und Hypertext-Strukturen auf ihre konstruktivistische Validität.
6. KRITISCHE EINWÄNDE: Reflexion über die Grenzen konstruktivistischer Ansätze und deren Tendenz, die Legitimität erzieherischen Handelns durch eine radikale Autonomie-Forderung zu untergraben.
Radikaler Konstruktivismus, E-Learning, Allgemeine Didaktik, Medientheorie, Konstruktivistische Lerntheorien, Hypertext, Selbstgesteuertes Lernen, Autopoiese, Kognitionsbiologie, Computervermittelte Kommunikation, Didaktisches Design, Instruktionsdesign, Online-Lernen, Lernplattformen, Intersubjektivität.
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen des Radikalen Konstruktivismus und deren Anwendung bzw. Übertragbarkeit auf E-Learning-Szenarien und moderne didaktische Konzepte.
Die Arbeit behandelt die Schnittstelle zwischen konstruktivistischen Lerntheorien, Medientheorie (E-Learning) und der kritischen Hinterfragung didaktischer Reformansätze.
Das Ziel ist die kritische Bestimmung der Relevanz des konstruktivistischen Paradigmas für eine Erneuerung der Allgemeinen Didaktik und die kritische Würdigung der Wirksamkeit konstruktivistischer Ansätze in digitalen Lernumgebungen.
Der Autor nutzt eine interdisziplinäre Literaturanalyse, die philosophische, erziehungswissenschaftliche, kognitionspsychologische und neurobiologische Diskurse einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der konstruktivistischen Kerntheorien (Kybernetik, Genetische Epistemologie, Kognitionsbiologie) und deren Anwendung auf konkrete E-Learning-Formate wie Hypertexte, Simulationen und kooperative Lernplattformen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Radikaler Konstruktivismus, E-Learning, Didaktik, Autopoiese und Medientheorie maßgeblich geprägt.
Der Autor hinterfragt die Stilisierung des Lehrers zum bloßen "Reisebegleiter" und warnt vor einer "Animationsdidaktik", die die Verantwortung für den Lernerfolg zu einseitig auf den Lernenden verlagert.
Nein, der Autor warnt vor einer "Plausibilitätsfalle" und weist darauf hin, dass die vermeintliche Analogie zwischen den vernetzten Strukturen eines Hypertexts und der Semantik des menschlichen Gehirns wissenschaftlich infrage zu stellen ist.
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