Diplomarbeit, 2003
110 Seiten, Note: 2,3
I. Einleitung und Fragestellung
II. Die zugrunde liegenden Theorien: Pluralismus und Korporatismus
1. Die Pluralismustheorie
2. Kritik an der Pluralismustheorie
2.1. Machtverteilung im Pluralismus
2.2. Mancur Olsons „Logik des kollektiven Handelns“
3. Die Korporatismustheorie
4. Zusammenfassung: Das Verhältnis zwischen Pluralismus und Korporatismus
III. Das Verbandswesen in Deutschland und den USA
1. Das Verbandswesen in Deutschland
1.1. Gesamtzahl der Verbände
1.2. Verbände im Wirtschaftsbereich
1.3. Exklusivität des BDI
2. Das Verbandswesen in den USA
2.1. Gesamtzahl der Verbände
2.2. Verbände im Wirtschaftsbereich
2.3. Exklusivität der NAM
3. Vergleich
IV. Historische Entwicklung von BDI und NAM
1. Historische Entwicklung des BDI
2. Historische Entwicklung der NAM
3. Vergleich
V. Organisatorische Struktur von BDI und NAM
1. Organisatorische Struktur des BDI
1.1. Struktureller Aufbau
1.2. Niederlassungen und Personal
1.3. Organe
1.3.1. Mitgliederversammlung
1.3.2. Präsidium
1.3.3. Vorstand
1.3.4. „Vizepräsidium“
1.3.5. Präsident
1.3.6. Geschäftsführung
1.3.7. Ausschüsse und Arbeitskreise
1.4. Mittelständische Unternehmen im BDI
1.5. Dienstleistungen für Mitglieder
1.6. Verdeckte Einzelmitgliedschaften im BDI
2. Organisatorische Struktur der NAM
2.1. Struktureller Aufbau
2.2. Niederlassungen und Personal
2.3. Mitgliedsverbände in der NAM
2.4. Organe
2.4.1. General Membership Meeting
2.4.2. Board of Directors
2.4.3. Executive Committee
2.4.4. Finance Committe
2.4.5. President and CEO
2.4.6. Policy Committees
2.5. Mittelständische Unternehmen in der NAM
2.6. Dienstleistungen für Mitglieder
3. Zusammenfassung
VI. Methoden der politischen Einbringung
1. BDI: Privilegierte Einbringung in Gremien
1.1. Die Konzertierte Aktion
1.2. Das Bündnis für Arbeit
1.3. Gründe für das Scheitern korporatistischer Institutionen in Deutschland
2. NAM: Direktes Lobbying
2.1. Trade Promotion Authority
2.2. Die NAM und BIPAC
3. Zusammenfassung
VII. Fazit
Die Arbeit untersucht die Unterschiede in der Interessenvermittlung zwischen Deutschland und den USA, indem sie die theoretischen Konzepte von Pluralismus und Korporatismus anhand der industriellen Spitzenverbände BDI und NAM vergleicht. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, inwieweit diese Verbände in ihrer organisatorischen Struktur und ihren Lobbying-Methoden den erarbeiteten Kriterien für pluralistische oder korporatistische Systeme entsprechen.
2.2. Mancur Olsons „Logik des kollektiven Handelns“
Die von empirisch feststellbarer sozio-ökonomischer Ungleichheit ausgehende Kritik wurde im Rahmen der Rational-Choice-Theorie von dem amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Mancur Olson auch auf logische Weise unterstützt. Dieser Ansatz, der auch als Neue Politische Ökonomie bezeichnet wird, stellt eine „ganz extreme Form der vergleichenden und abstrahierenden … Erforschung der Interessenverbände“ dar. In Olsons 1965 veröffentlichtem Werk „The Logic of Collective Action“ geht er vom Menschenbild des rational man aus, also von der Annahme, dass jedes Individuum in jeder Situation bestrebt ist, seinen eigenen Nutzen nach Gesichtspunkten der subjektiven Vernunft zu maximieren. Dieser Verhaltensgrundsatz wirft allerdings das Problem des Trittbrettfahrers (free rider) auf: Für einen rein rational handelnden Menschen gibt es scheinbar keinen Grund, zum Beispiel einer Gewerkschaft, die für höhere Löhne kämpft, beizutreten, da Lohnerhöhungen immer ein kollektives und damit unteilbares Gut sind. Das heißt, auch Nichtmitglieder profitieren von den Aktivitäten einer Gewerkschaft, allerdings, ohne einen Beitrag zu zahlen, was für den Einzelnen vernünftiger ist. Damit weist Olson nach, dass die Organisierbarkeit mit zunehmender Gruppengröße und Allgemeinheit des Interesses abnimmt.
I. Einleitung und Fragestellung: Diese Einführung erläutert das Ziel der Arbeit, die Unterschiede der Interessenvermittlung zwischen Deutschland und den USA anhand der Verbände BDI und NAM zu untersuchen.
II. Die zugrunde liegenden Theorien: Pluralismus und Korporatismus: Dieses Kapitel liefert einen theoriegeschichtlichen Überblick sowie einen Vergleich der beiden zentralen Konzepte der Interessenforschung.
III. Das Verbandswesen in Deutschland und den USA: Hier erfolgt ein Überblick über die Verbandslandschaften beider Länder, wobei die hierarchische Struktur in Deutschland der fragmentierten Struktur in den USA gegenübergestellt wird.
IV. Historische Entwicklung von BDI und NAM: Die historischen Wurzeln beider Verbände werden analysiert, um das heutige Selbstverständnis der Organisationen zu ergründen.
V. Organisatorische Struktur von BDI und NAM: Dieses Kapitel untersucht die interne Organisation, Willensbildung und die Rolle der Mittelstandsförderung bei BDI und NAM.
VI. Methoden der politischen Einbringung: Die praktische Lobbying-Arbeit, insbesondere korporatistische Gremien beim BDI und direktes Lobbying bei der NAM, wird anhand konkreter Beispiele analysiert.
VII. Fazit: Das Fazit bestätigt, dass Korporatismus eher als eine Variante des Pluralismus anzusehen ist und fasst die wesentlichen Erkenntnisse des Struktur- und Methodenvergleichs zusammen.
Pluralismus, Korporatismus, BDI, NAM, Interessenverbände, Lobbying, Verbändedemokratie, Interessenvermittlung, Konzertierte Aktion, Rational-Choice-Theorie, Trittbrettfahrerproblem, Wirtschaftsverbände, politische Einflussnahme
Die Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen den Formen der Interessenvermittlung in Deutschland und den USA durch einen Vergleich der Industrieverbände BDI und NAM.
Die Themen umfassen die theoretischen Konzepte des Pluralismus und Korporatismus, die historische Entwicklung der Verbände sowie deren organisatorische Struktur und politische Arbeitsweisen.
Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob BDI und NAM den theoretischen Definitionsmerkmalen von pluralistischen oder korporatistischen Verbänden in der Praxis entsprechen.
Es wird eine vergleichende Analyse durchgeführt, die theoriegeleitete Ansätze (u.a. Rational-Choice) mit Fallstudien zur Organisationsstruktur und zum politischen Lobbying verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Verbandswesens, die historische Genese, den Vergleich der internen Willensbildung sowie die Analyse politischer Einbringungsmethoden.
Wichtige Begriffe sind Korporatismus, Pluralismus, BDI, NAM, Verbandssysteme, Lobbying und Interessenvermittlung.
Es erklärt, warum Industrieverbände gezwungen sind, neben ihrem kollektiven Nutzen auch exklusive Dienstleistungen für ihre Mitglieder anzubieten, um die Organisation am Leben zu erhalten.
Der BDI besitzt als singulärer Spitzenverband ein Repräsentationsmonopol für die deutsche Industrie und agiert innerhalb einer stark hierarchischen Struktur, was als klassisch korporatistisch gewertet wird.
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