Magisterarbeit, 2003
114 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Fragestellung und methodische Gliederung
1.2 Positionen bisheriger Interpretationen
2. Der Kulturbegriff
2.1 Begriffsdefinition Kultur
2.2 Der theoretische Ansatz von Klaus Peter Hansen
2.3 Die Geschichte des Kulturbegriffs
2.4 Die Natur-Kultur-Antithese
2.5 Die Kultur-Zivilisation-Antithese
2.6 Aspekte des Kulturbegriffs Thomas Manns
3. Analyse der Entwürfe jüdischer und ägyptischer Kulturen
3.1 Der Stamm Israel – Ein Konzept jüdischer Kultur
3.1.1 Der Aspekt der Religion
a) Religion als Lebensform
b) Das Gottesbild
c) Die Theologie des Romans im Sinne einer Anthropologie
3.1.2 Der Aspekt der Geschichte
a) Das kulturelle Gedächtnis
b) Zitathaftes Leben – Das Konzept des „In-Spuren-gehen“
c) Das Verhältnis von Mythos und Geschichte
3.1.3 Der Aspekt der Kunst
a) Das Verhältnis von Kunst und Kultur
b) Materielle Kultur im Leben der Sippe
c) Die Funktion des Geschichtenerzählens
3.1.4 Der Aspekt der Politik und Wirtschaft
a) Politische Grundlagen des Stammeslebens
b) Wirtschaftliche Grundlagen des Stammeslebens
3.1.5 Resümee
3.2 „Vom äffischen Ägypterland“ – Ein Konzept ägyptischer Kultur
3.2.1 Der Aspekt der Religion
a) Das religiöse Leben Ägyptens
b) Amun-Re und Atum-Re
c) Pharaos revolutionäre Sonnentheologie
3.2.2 Der Aspekt der Geschichte
3.2.3 Der Aspekt der Kunst
a) Die materielle Kultur
b) Die Literatur Ägyptens
3.2.4 Der Aspekt der Politik und Wirtschaft
a) Die soziale Struktur und Organisation Ägyptens
b) Die Wirtschaftsmacht Ägyptens
c) Josephs Wirtschaftspolitik
3.2.5 Resümee
4. Vergleich der kulturellen Entwürfe
4.1 Die Kulturen im Vergleich
4.1.1 Die Glaubensunterschiede
4.1.2 Die unterschiedlichen Bezüge zur Vergangenheit
4.1.3 Zum Verhältnis von Form und Inhalt
4.1.4 Die differenzierte Gesellschaft am Beispiel der kritischen Theorie
4.2 Die kulturellen Entwürfe im Spiegel der Kultur-Zivilisation-Antithese
4.3 Joseph als Vermittler zwischen den Kulturen
4.3.1 Der doppelte Segen
4.3.2 Die Geburt des Ich aus dem mythologischen Kollektiv
4.3.3 Resümee
4.4 Menschheitssymbol und Universalkultur
5. Schlusswort
Die Arbeit untersucht die in Thomas Manns Roman „Joseph und seine Brüder“ dargestellten jüdischen und ägyptischen Kulturen, um deren kollektive Identität zu charakterisieren und deren Bedeutung für den Gesamtzusammenhang des Romans zu bestimmen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die verschiedenen kulturellen Konzepte sowie die Rolle von Joseph als Mittlerfigur zur Entwicklung einer universellen Humanität beitragen.
Die Theologie des Romans im Sinne einer Anthropologie
An Hand verschiedener essayistischer Arbeiten Thomas Manns wird häufig ein immer wiederkehrendes Grundverständnis von Religion sichtbar, das sich auch im Josephsroman wiederspiegelt und diesen durchzieht. Für Mann liegt das Religiöse im Menschen und seiner „Zweiheit aus Natur und Geist“73 beschlossen. Seine Betrachtungsweise ist eindeutig auf den Menschen, sein Wesen und Geheimnis fixiert und lässt damit Religion in einem anthropologischen Licht erscheinen:
„Die Stellung des Menschen im Kosmos, sein Anfang, seine Herkunft, sein Ziel, das ist das große Geheimnis, und das religiöse Problem ist das humane Problem, die Frage des Menschen nach sich selbst.“74
Der Aspekt der Entdeckung Gottes durch Abraham bringt Manns Verständnis von Religion zum Ausdruck, indem die Sichtweise auf den Menschen als aktives, denkendes Wesen geleitet wird. Dadurch dass Abraham eine aktive Rolle übernimmt und Gott denkend erschafft, wird Religion zu einer Angelegenheit des Menschen und nicht zu einer Theologie - als der Wissenschaft von Gott. Kurzum wird die Theologie des Romans zu einer Anthropologie und das Gottesbild zu einem psychologischen. 75 Mit einem psychologischen Gottesbild ist gemeint, dass es vom menschlichen Geist abhängt, in welcher Form sich das Gottesbild manifestiert. Es ist also in seiner Entwicklung verbunden mit der Entwicklung des Menschen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die methodische Gliederung und gibt einen Überblick über bisherige Forschungsansätze zu Thomas Manns Joseph-Roman.
2. Der Kulturbegriff: Das Kapitel definiert den Begriff „Kultur“ wissenschaftstheoretisch, betrachtet dessen historische Entwicklung und erläutert die theoretischen Ansätze von Klaus Peter Hansen.
3. Analyse der Entwürfe jüdischer und ägyptischer Kulturen: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Elemente Religion, Geschichte, Kunst, Politik und Wirtschaft in der jüdischen Stammeskultur sowie in der ägyptischen Kultur.
4. Vergleich der kulturellen Entwürfe: Dieses Kapitel stellt die beiden Kulturkonzepte gegenüber, untersucht die Mittlerrolle Josephs und beleuchtet das Werk im Kontext der Kultur-Zivilisation-Antithese und der kritischen Theorie.
5. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Erkenntnisse über die kulturelle Komplexität des Romans zusammen und reflektiert über Josephs Weg zur individuellen Identität und Humanität.
Thomas Mann, Joseph und seine Brüder, Kulturbegriff, jüdische Kultur, ägyptische Kultur, Religionsgeschichte, Mythos, Geschichte, Anthropologie, Humanität, Identitätsfindung, Kultur-Zivilisation-Antithese, Erinnerungskultur, Universalkultur.
Die Hausarbeit untersucht die Konstruktion und Bedeutung der beiden unterschiedlichen kulturellen Welten – der jüdischen und der ägyptischen – in Thomas Manns Roman-Tetralogie „Joseph und seine Brüder“.
Die Analyse konzentriert sich auf die Elemente Religion, Geschichte, Kunst, Politik und Wirtschaft sowie deren Bedeutung für die kollektive Identität der beteiligten Kulturen.
Das Hauptziel ist es, die Charakteristik dieser kulturellen Entwürfe herauszuarbeiten und zu prüfen, welche Rolle sie für den Gesamtzusammenhang des Romans und das Menschenbild des Autors spielen.
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die durch kulturtheoretische Ansätze (z.B. Klaus Peter Hansen, Jan Assmann) und geistesgeschichtliche Konzepte fundiert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der jüdischen Stammeskultur und der ägyptischen Kultur, gefolgt von einem direkten Vergleich, der die Unterschiede in den Weltbildern und gesellschaftlichen Organisationsformen hervorhebt.
Die zentralen Schlagworte sind Thomas Mann, Mythos, Kulturbegriff, Humanität, Erinnerungskultur, jüdische sowie ägyptische Kultur und die Rolle Josephs als kultureller Mittler.
Während das jüdische Gottesbild durch Geistigkeit, Innerlichkeit und einen monotheistischen Bund geprägt ist, erscheint das ägyptische Gottesbild stärker an materielle Macht, sozialen Status und den polytheistischen Totenkult gebunden.
Joseph dient als symbolische Mittlerfigur, die durch ihre Entwicklung vom mythologischen Kollektiv zur individuellen Identität und ihre soziale Funktion als Ernährer die Gegensätze der Kulturen in einer neuen, universalen Humanität zu vereinen versucht.
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