Diplomarbeit, 2002
93 Seiten, Note: 1,3
1 „...dass der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei...“
2 Konkretisierung des Themas
3 Politische Rahmenbedingungen
3.1 „Illegalität“ in Deutschland
3.1.1 Dauermigration und Pendelmigration
3.1.2 Andere Formen der Papierlosigkeit
3.1.3 Art der Einreise
3.1.4 Quantifizierung
3.2 Asylrechtsbeschneidung und Abschreckung im Inneren
3.2.1 Einschränkungen des Rechts auf Asyl
3.2.2 Leistungskürzungen
3.2.3 Weitere gesetzliche Regelungen
3.3 Abschottung nach außen und „Grenzsicherung“
3.3.1 Maßnahmen der BRD
3.3.2 Europäische Maßnahmen
3.4 „Menschenhändler“ und Fluchthelfer
3.5 Frauen auf der Flucht
4 Zur Situation von Papierlosen in Deutschland
4.1 Rechtliche Ansprüche und faktische Rechtlosigkeit
4.1.1 Arbeit und Ausbeutung
4.1.2 Unterkunft
4.1.3 Gesundheitsfürsorge
4.1.4 Bildung
4.1.5 Soziale Beziehungen und Netzwerke
4.2 Illegalisierte Frauen
4.3 Kinder von Papierlosen und papierlose Kinder
4.4 Zusammenfassung
5 Politische und rechtliche Ebene der Verbesserung der Situation Papierloser
5.1 Maßnahmen zur Verhinderung von Illegalität
5.2 Legalisierungsvorschläge nach dem Vorbild anderer europäischer Staaten
5.3 Konkrete Vorschläge zur Verbesserung der rechtlichen Stellung Papierloser
6 Sozialpädagogische Ebene der Hilfe
6.1 Anspruch und Wirklichkeit
6.2 Hindernisse bei der Hilfe für Papierlose
6.3 Kirchliche Positionen
6.4 Praxis in den Beratungsstellen
6.5 Projekte und (Selbst-)Organisationen
6.5.1 Projekt :ZAPO:
6.5.2 Medizinische Projekte
6.5.3 Kirchenasyl
6.5.4 Die Kampagne „kein mensch ist illegal“
7 Zusammenfassung: Chancen und Grenzen professioneller Hilfsangebote
Die Arbeit untersucht die Lebenssituation von in Deutschland lebenden Papierlosen und analysiert die Möglichkeiten sozialpädagogischer Intervention. Das Hauptziel besteht darin, die Notwendigkeit einer menschenwürdigen Hilfe aufzuzeigen, Forderungen zur Verbesserung ihrer rechtlichen Lage zu formulieren und praktische Ansätze der Unterstützung und Selbsthilfe zu erörtern.
3.1.2 Andere Formen der Papierlosigkeit
Auch die „Entscheidung“ für ein Leben in der Heimlichkeit ist im Einzelfall von höchst unterschiedlichen Faktoren bestimmt.
Eine Gruppe innerhalb der Papierlosen ist die der Asylbewerber/innen, die sich ihrer drohenden Abschiebung bereits während oder nach Abschluss ihres Verfahrens entziehen oder solche, die erst gar keinen Asylantrag stellen, weil sie sich keine Chancen ausrechnen. Der Gefahr ihrer Abschiebung oder der Inhaftierung in einer Abschiebehaftanstalt entziehen sich diese Flüchtlinge, indem sie in die Illegalität „untertauchen“.
Andere entziehen sich dem bundesweiten Verteilungsverfahren nach dem Asylverfahrensgesetz, auch „EASY-Verfahren“ (Erst-Aufnahme-System) genannt. Es sieht die zentrale Verteilung der Asylantragssteller/innen auf die Bundesländer durch die Außenstellen des Bundesamtes für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge vor. Maßgebliche Kriterien bei der Verteilung sind die gesetzlich festgelegten Aufnahmequoten der Länder und freie Kapazitäten der Einrichtungen, nicht jedoch die Wünsche der Antragssteller/innen. Flüchtlinge, die bereits Familienangehörige in Deutschland haben, aber nicht in deren Nähe verlegt werden, verweigern sich dem Transport, der zudem oftmals noch am selben Tag der Einreise stattfindet oder Flüchtlingsgruppen auseinanderreißt und somit eine Härte für die Flüchtlinge bedeutet.
1 „...dass der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei...“: Das Kapitel führt in die Thematik ein und betont die Notwendigkeit, Papierlose als Subjekte mit Würde anzuerkennen, statt sie nur als Randerscheinung zu betrachten.
2 Konkretisierung des Themas: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Wandel der Migrationspolitik und die zunehmende staatliche Einschränkung von Fluchtmöglichkeiten.
3 Politische Rahmenbedingungen: Hier werden die restriktiven gesetzlichen Bestimmungen, die Verschärfung des Asylrechts und die Abschottung nach außen als Ursachen für die Entstehung von Illegalität analysiert.
4 Zur Situation von Papierlosen in Deutschland: Das Kapitel dokumentiert die faktische Rechtlosigkeit und die prekären Lebensumstände in Bereichen wie Arbeit, Wohnen, Gesundheit und Bildung.
5 Politische und rechtliche Ebene der Verbesserung der Situation Papierloser: Es werden Strategien wie Legalisierung und die Schaffung menschenwürdiger Mindeststandards diskutiert, um die Lebenslage zu verbessern.
6 Sozialpädagogische Ebene der Hilfe: Das Kapitel befasst sich mit den praktischen Herausforderungen für Berater und Hilfsorganisationen, die zwischen rechtlichen Grenzen und emanzipatorischem Anspruch vermitteln.
7 Zusammenfassung: Chancen und Grenzen professioneller Hilfsangebote: Das Fazit fasst die Ambivalenz sozialpädagogischer Arbeit zusammen und fordert ein grundsätzliches Umdenken hin zu einer Politik der offenen Grenzen.
Papierlose, Migration, Asylrecht, Illegalität, Flüchtlinge, Sozialpädagogik, Menschenwürde, Abschiebung, Lebensbedingungen, Migrationspolitik, Netzwerke, Hilfe, Rechtlosigkeit, Fremdenfeindlichkeit, soziale Ausgrenzung
Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von Menschen in Deutschland, die keinen geregelten Aufenthaltsstatus besitzen, und erörtert, wie Sozialpädagogik auf ihre Bedürfnisse reagieren kann.
Zentrale Themen sind die politischen Rahmenbedingungen, die rechtliche Situation der Betroffenen, die sozialen Folgen der Illegalisierung sowie Interventionsmöglichkeiten in der Migrationssozialarbeit.
Das Ziel ist es, die Notwendigkeit einer menschenwürdigen Unterstützung für Papierlose zu verdeutlichen und politische sowie rechtliche Forderungen zur Verbesserung ihrer Lebenssituation aufzustellen.
Es handelt sich um eine systematische Analyse der rechtlichen und politischen Bedingungen sowie der sozialen Lebensrealität von Papierlosen auf Basis von Fachliteratur und Berichten von Hilfseinrichtungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der politischen Restriktionen, der prekären Lebensverhältnisse der Papierlosen (Arbeit, Wohnen, Gesundheit) und eine Untersuchung der sozialpädagogischen Praxis und Netzwerkarbeit.
Zu den prägenden Begriffen gehören "Papierlosigkeit", "Rechtlosigkeit", "Migrationssozialarbeit", "Asylrecht" und "gesellschaftliche Partizipation".
Frauen sind laut der Untersuchung auf der Flucht und im Aufnahmeland häufiger mit geschlechtsspezifischer Gewalt, sexueller Ausbeutung und ökonomischer Abhängigkeit konfrontiert.
Weil Hilfskräfte und Institutionen sich durch ihre Unterstützung oft in eine rechtliche Grauzone begeben und Gefahr laufen, aufgrund von Gesetzen zur Beihilfe zur illegalen Einreise oder zum Aufenthalt kriminalisiert zu werden.
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