Diplomarbeit, 2002
88 Seiten, Note: sehr gut
1. Einführung
2. Einordnung der Untersuchung
2.1 Das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz
2.2 Darstellung der Untersuchungsgegenstände
2.2.1 Gesamtstichprobe
2.2.2 Angebotsart
2.2.3 Investor
2.2.4 Going Private
2.3 Zusammenfassung der Hypothesen
3. Untersuchungsdesign
3.1 Zur Ermittlung abnormaler Renditen
3.1.1 Darstellung des Marktmodells
3.1.2 Schätzung des Marktmodells mittels der Zeitreihenregression
3.1.3 Alternatives Modell zur Ermittlung von abnormalen Renditen
3.1.4 Signifikanztest zur Überprüfung der Ergebnisse
3.2. Spezifikation des Modells zur Ermittlung abnormaler Renditen
3.2.1 Datenmaterial
3.2.2 Datenquelle und Berechnung der täglichen Aktienkursrendite
3.2.3 Zeitliche Eingrenzung der Regressionsschätzung
3.2.3.1 Festlegung der Schätzperiode
3.2.3.2 Festlegung der Ereignisperiode
3.2.4 Bestimmung des Marktfaktors
3.3 Überprüfungsmethoden zur Validität des Marktmodells
3.3.1 Empirische Relevanz der Modellannahmen
3.3.1.1 Normalverteilung der Residuen
3.3.1.2 Autokorrelation der Residuen
3.3.1.3 Heteroskedastizität der Residuen und Stationarität der Modellparameter
3.3.1.4 Korrelation zwischen Residuen verschiedener Gesellschaften
3.3.2 Illiquider Handel
3.3.3 Güte der linearen Regression zur Schätzung der Modellparameter
4. Validität, Bestimmung und Signifikanztest der Überrenditen
4.1 Überprüfung der Validität des Marktmodells
4.1.1 Überprüfung der Güte der linearen Regression
4.1.2 Überprüfung auf Autokorrelation
4.1.3 Überprüfung der Stationarität der Beta-Faktoren
4.1.4 Zusammenfassung der Ergebnisse bezüglich der Validität des Marktmodells
4.2 Ermittlung abnormaler Renditen im Ereigniszeitraum
4.2.1 Gesamtstichprobe
4.2.2 Angebotsart
4.2.2.1 Erwerbsangebote
4.2.2.2 Pflichtangebote
4.2.2.3 Freiwillige Angebote
4.2.3 Investor
4.2.4 Going Private
4.3 Aussagefähigkeit der Ergebnisse in Bezug auf die Untersuchungsgegenstände
5. Überprüfung der Untersuchungsgegenstände
5.1 Angebotsart
5.2 Investor
5.3 Going Private
6. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht empirisch die Aktienkursreaktionen von börsennotierten deutschen Unternehmen, die nach dem Inkrafttreten des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) am 1. Januar 2002 Ziel einer Unternehmensübernahme wurden. Das primäre Ziel ist es, den Informationsgehalt dieser Ereignisse zu bewerten und zu prüfen, inwieweit unterschiedliche Angebotsarten, Investorentypen und die Absicht eines "Going Private" die beobachtbaren Überrenditen beeinflussen.
2.2.1 Gesamtstichprobe
Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung soll die Aktienkursreaktion einer Zielgesellschaft im Zeitraum um die Ankündigung der Übernahmeabsicht untersucht und dabei der Frage nachgegangen werden, wie sich verschiedene Einflussfaktoren und Komponenten auf die Entwicklung des Aktienkurses der Zielgesellschaft innerhalb dieses Zeitraums auswirken. Voraussetzung für die Überprüfung der Untersuchungsgegenstände ist eine möglichst schnelle Verarbeitung neuer bewertungsrelevanter Informationen, d.h. ein hoher Grad an Informationseffizienz.
In einem Übersichtsartikel zur Untersuchung der Informationseffizienz von Aktienmärkten auf Basis täglicher Aktienkurse kommt Fama (1991) zu dem Ergebnis, dass Aktienkurse in der Regel innerhalb eines Tages auf die Ankündigung eines firmenspezifischen Ereignisses reagieren, und dass bei schneller Anpassung des Aktienkurses auf ein unternehmensspezifisches Ereignis auf Informationseffizienz geschlossen werden kann. Informationseffizienz liegt vor, wenn zu jedem Zeitpunkt jede verfügbare Information, die für die Bestimmung des Aktienkurses relevant ist, im Aktienkurs inkorporiert ist. Dabei wird Informationseffizienz in drei verschiedene Formen unterteilt.
Da in der vorliegenden Untersuchung die Aktienkursreaktion im Zeitraum des firmenspezifischen Ereignisses „Ankündigung der Übernahmeabsicht“ untersucht wird, stellt dieses gleichzeitig einen Test auf Informationseffizienz dar. Ist eine hohe Aktienkursreaktion im Zeitraum weniger Tage um die Übernahmeankündigung zu beobachten, liegt Informationseffizienz vor. Die erste Hypothese geht von einer informationseffizienten Reaktion der Stichprobenwerte aus, da sonst eine Überprüfung der weiteren Untersuchungsgegenstände gar nicht möglich wäre.
1. Einführung: Darstellung der rechtlichen Neuerung durch das WpÜG und Erläuterung der Zielsetzung sowie des methodischen Aufbaus der empirischen Studie.
2. Einordnung der Untersuchung: Systematische Einordnung der Übernahmeverfahren und theoretische Begründung der gewählten Untersuchungsgegenstände, wie Angebotsarten und Investorentypen.
3. Untersuchungsdesign: Erläuterung der Event-Study-Methodik, des Marktmodells zur Renditeprognose und der Spezifikation des Untersuchungszeitraums sowie der Datengrundlage.
4. Validität, Bestimmung und Signifikanztest der Überrenditen: Empirische Berechnung der Modellparameter und statistische Überprüfung der Validität des Marktmodells sowie Ermittlung der tatsächlichen Überrenditen im Ereigniszeitraum.
5. Überprüfung der Untersuchungsgegenstände: Detaillierte Analyse der Ergebnisse unter Berücksichtigung der in Kapitel 2 aufgestellten Hypothesen zu Angebotsarten, Investoren und Going Private.
6. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Schlussfolgerungen zur Informationseffizienz und den Auswirkungen von Übernahmen auf den Unternehmenswert.
Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz, WpÜG, Überrenditen, Abnormale Renditen, Event-Study-Methodik, Marktmodell, Informationseffizienz, Angebotsarten, Pflichtangebot, Freiwilliges Übernahmeangebot, Strategische Investoren, Finanzinvestoren, Going Private, Aktienkursreaktion, Kapitalmarkt.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des 2002 eingeführten WpÜG auf die Aktienkurse deutscher Zielgesellschaften bei Übernahmeangeboten.
Im Fokus stehen die Messung abnormaler Renditen, die Effizienz des Aktienmarktes bei der Verarbeitung von Übernahmeinformationen sowie der Vergleich verschiedener Übernahmemotive.
Das Ziel ist die empirische Überprüfung, ob und wie verschiedene Merkmale von Übernahmeangeboten – wie etwa die Angebotsart oder die Absicht eines Börsenrückzugs – signifikante Kursreaktionen bei Zielunternehmen auslösen.
Die Studie nutzt die klassische Event-Study-Methodik, um den Einfluss von Übernahmeankündigungen anhand des Marktmodells (unter Verwendung des CDAX) zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Spezifikation des Modells, die statistische Überprüfung der Modellgüte und die detaillierte empirische Auswertung der Überrenditen für diverse Teilstichproben.
WpÜG, Event-Study, Überrenditen, Informationseffizienz, Going Private und Marktmodell.
Die Unterscheidung dient dazu zu testen, ob renditeorientierte Finanzinvestoren tatsächlich geringere Überrenditen erzielen als strategische Investoren, deren Zahlungsbereitschaft oft durch Synergieerwartungen oder Principal-Agent-Konflikte geprägt ist.
In der Studie bezeichnet "Going Private" Transaktionen, bei denen der Bieter durch eine hohe Konzentration von Anteilen den vollständigen Rückzug der Zielgesellschaft vom Eigenkapitalmarkt und ein mögliches Delisting anstrebt.
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