Diplomarbeit, 2003
71 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Analyse des gegenwärtigen Controllingverständnisses
2.1 Zielsetzungen wissenschaftlichen Arbeitens
2.2 Systematisierung der Controllingkonzepte
2.2.1 Die koordinationsorientierten Ansätze
2.2.2 Der rationalitätssicherungsorientierte Ansatz
2.2.3 Zusammenfassung
2.3 Kritische Betrachtung der Controllingkonzepte
2.3.1 Begründung des Controllings
2.3.2 Controlling im klassischen Managementkonzept
2.3.3 Kritische Betrachtung des klassischen Managementkonzeptes
2.3.4 Koordination als Aufgabe des Controllings ?
2.4 Anforderungen an ein konsistentes Controllingkonzept
3 Die Theorie der Strukturierung als organisationstheoretische Basis
3.1 Das Konzept des Handelnden und des Handelns
3.2 Das Konzept der Dualität von Struktur
3.3 Die Modalitäten im Konzept der Dualität von Struktur
4 Controlling als reflexive Steuerung
4.1 Organisationen und Unternehmen als besondere soziale Systeme
4.2 Der Controllingbegriff aus strukturationstheoretischer Perspektive
4.3 Das Controllingkonzept von Becker im Modell der Dualität von Struktur
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein neues, konsistentes Controllingkonzept zu entwickeln, das nicht länger auf normativen Idealtypen basiert, sondern die beobachtbare Controllingpraxis durch einen strukturationstheoretischen Perspektivenwechsel erklärt. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie Controlling als Teil organisationaler Praxis verstanden werden kann, wenn die traditionelle, auf dem klassischen Managementmodell basierende Koordinationsfunktion als theoretisch unzureichend zurückgewiesen wird.
Die Dualität von Struktur
Mit Hilfe des ausdifferenzierten Strukturbegriffs wird nun näher auf die rekursive Einbindung dieser virtuellen Ordnung in die Reproduktion sozialer Systeme eingegangen. Giddens erklärt diesen Sachverhalt anhand des zentralen Begriffs der Dualität von Struktur. Die Struktur ist demnach zum einen als das Medium und zum anderen auch immer als das Ergebnis des Handelns zu verstehen.
Als Medium bietet die Struktur ein Set von Regeln und Ressourcen. Auf Grund dieser im sozialen System vorhandenen Struktur ist es den Akteuren erst möglich soziale Praktiken, in ihrem Handeln anzuwenden. So wie die Struktur das Handeln erst ermöglicht, schränkt sie die Handlungsmöglichkeiten auch immer ein. Ein einfaches Beispiel hierfür ist die Sprache. Um in einer (fremden) Sprache verstanden zu werden, muss ich mein Sprechen an den grammatikalischen Regeln dieser Sprache ausrichten. Andererseits kann ich davon ausgehen, dass ich verstanden werde, wenn ich dies tue. Damit wendet sich Giddens von den objektivistischen Ansätzen ab, die sich ausschließlich mit den Zwang ausübenden Aspekten von Struktur befassen.
Durch die Anwendung sozialer Praktiken wird das Handeln der Akteure anschlussfähig, da sich Wissen und Erwartungen über eigenes und fremdes Handeln herausbilden. Mit dem erweiterten Verständnis um den Strukturbegriff, kann die Anwendung sozialer Praktiken im Handeln jetzt als der gemeinsame Bezug der Akteure auf „mehr oder weniger gemeinsame Sets von Regeln und Ressourcen“ verstanden werden, durch welchen den sozialen Systemen Stabilität verliehen wird. Die Stabilität beruht wiederum auf der Struktur. Diese wird in der Ausführung sozialer Praktiken, also regelgebundenen Handelns, (re)produziert und ist damit auch Ergebnis des Handelns.
Am Beispiel der Sprache bedeutet dies, dass durch die Anwendung der grammatikalischen Regeln im Sprechen, die Regeln auch immer wieder reproduziert und stabilisiert werden. Reproduktion schließt Veränderung aber nicht aus. Im Handeln kommt es immer zu Abweichungen von der regelkonformen Ausführung der sozialen Praktiken.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Etablierung des Controllings ein und identifiziert den Mangel an einem einheitlichen, theoretisch fundierten Konzept als Ausgangspunkt für den geforderten Perspektivenwechsel.
2 Analyse des gegenwärtigen Controllingverständnisses: In diesem Kapitel werden die dominierenden traditionellen Ansätze systematisiert und kritisch hinterfragt, wobei insbesondere die Schwächen des klassischen Managementmodells als theoretische Basis aufgezeigt werden.
3 Die Theorie der Strukturierung als organisationstheoretische Basis: Es werden die Grundlagen der Strukturationstheorie von Anthony Giddens dargestellt, insbesondere das rekursive Verhältnis von Handeln und Struktur, um sie als Basis für eine neue Controllingkonzeption nutzbar zu machen.
4 Controlling als reflexive Steuerung: Dieser Abschnitt überträgt die strukturationstheoretischen Erkenntnisse auf das Controlling und definiert es als Set organisationaler Praktiken zur reflexiven und ökonomischen Steuerung von Systemreproduktionen.
5 Fazit: Das Fazit bestätigt die Eignung des neuen Ansatzes, die Controllingpraxis ohne die normativen Mängel bisheriger Ansätze zu erklären, und deutet auf zukünftigen Forschungsbedarf hin.
Controlling, Strukturationstheorie, Organisation, Dualität von Struktur, reflexive Steuerung, soziale Praktiken, Giddens, Controllingpraxis, Koordination, Managementkonzept, Systemreflexivität, Diskursivität, Legitimation, Rationalisierung.
Die Arbeit untersucht das Controlling aus einer strukturationstheoretischen Perspektive und schlägt einen radikalen Perspektivenwechsel vor, um die bisherige Controllingforschung auf eine neue, realitätsnahe Basis zu stellen.
Die zentralen Felder umfassen die Systematisierung existierender Controllingkonzepte, die Kritik am klassischen Managementverständnis sowie die Anwendung der Sozialtheorie von Anthony Giddens auf betriebswirtschaftliche Fragestellungen.
Das Ziel ist die Entwicklung eines konsistenten Controllingverständnisses, das die beobachtbare Controllingpraxis erklärt, anstatt lediglich normativ zu definieren, was Controlling sein sollte.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herleitung sowie eine theoretische Analyse auf Basis der Strukturationstheorie, um durch eine Abduktion die notwendigen Anfangsbedingungen für das beobachtbare Phänomen Controlling zu identifizieren.
Der Hauptteil analysiert zunächst die Mängel der traditionellen Controllingforschung, führt anschließend die Grundbegriffe der Theorie der Strukturierung ein und integriert diese schließlich in ein Modell der reflexiven Steuerung von Organisationen.
Die wesentlichen Begriffe sind Strukturationstheorie, Controllingpraxis, Dualität von Struktur, Systemreflexivität und reflexive Steuerung.
Der Autor argumentiert, dass das klassische Managementmodell mit seinem Primat der Planung eine zusätzliche Koordinationsinstanz wie das Controlling theoretisch gar nicht benötigt, was zu einem ungelösten Widerspruch in der Controllingwissenschaft führt.
Die Modalitäten (Interpretationsschemata, Normen, Machtmittel) dienen als Bindeglied zwischen der abstrakten organisationalen Struktur und dem konkreten Handeln der Akteure und ermöglichen so erst die diskursive und ökonomische Steuerung im Unternehmen.
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