Diplomarbeit, 2004
136 Seiten, Note: 1
A) Standortbestimmung dieser Arbeit
a. Thematik
b. Ziel dieser Arbeit
B) Einführung
1. Basel II in Grundzügen
1.1. Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht
1.2. Von Basel I nach Basel II
1.2.1. Der Basler Akkord von 1988
1.2.2. Revisionsbeginn des Akkordes von 1988
1.3. Zeitrahmen der Umsetzung
1.4. Ziele von Basel II
2. Struktur von Basel II
2.1. Das Drei-Säulen-Modell
2.2. Die erste Säule „Mindestkapitalerfordernis“
2.2.1. Das Kreditrisiko
2.2.1.1. Risikobegrifflichkeiten im Kreditgeschäft
2.2.1.2. Der Standardansatz
2.2.1.2.1. Forderungen an Staaten und sonstige öffentliche Stellen
2.2.1.2.2. Forderungen an Banken, Wertpapierhäuser und multilaterale Entwicklungsbanken
2.2.1.2.3. Forderungen an Unternehmen
2.2.1.2.4. Weitere wichtige Bestimmungen
2.2.1.3. Der IRB-Basisansatz
2.2.1.3.1. Mindestanforderungen des IRB-Ansatzes
2.2.1.3.2. Berechnungsformeln des IRB-Ansatzes
2.2.1.4. Der fortgeschrittene IRB-Ansatz
2.2.2. Das Marktrisiko
2.2.3. Das Operationelle Risiko
2.2.3.1. Der Basisindikatorenansatz
2.2.3.2. Der Standardansatz
2.2.3.3. Ambitionierte Messansätze (AMA)
2.3. Die zweite Säule „Aufsichtliches Überprüfungsverfahren“
2.4. Die dritte Säule „Marktdisziplin“
3. Kreditwürdigkeitsprüfung - Rating
3.1. Teilgebiete des Ratings
3.2. Aktueller Anspruch
3.3. Externe Ratings nach Basel II
3.3.1. Relevante Regelungen
3.3.2. Ratingagenturen
3.3.2.1. Ratingmarkt externer Agenturen
3.3.2.2. Vergleichbarkeit externer Agenturen
3.4. Interne Ratings nach Basel II
3.4.1. Relevante Regelungen
3.5. Kriterien und Methodik
3.5.1. Traditionelle Unternehmensanalyse
3.5.1.1. Quantitative Faktoren (hard facts)
3.5.1.1.1. Quantitative Kritikpunkte
3.5.1.1.2. Kritische Würdigung (quantitativ)
3.5.1.2. Qualitative Faktoren (soft facts)
3.5.1.2.1. Kritische Würdigung (qualitativ)
3.5.2. Traditionelle Privatpersonenanalyse
3.5.3. Weiterführende Methoden
3.5.3.1. Diskriminanzanalyse
3.5.3.2. Expertensysteme
3.5.3.3. Neuronale Netze
3.5.3.4. Kreditratingsysteme (Scoring)
3.6. Sicherheitenanerkennung
3.6.1. Der Einfache Ansatz
3.6.2. Der Umfassende Ansatz
3.6.3. Weitere Absicherungsmöglichkeiten
4. Auswirkungen auf Kreditinstitute
4.1. Rückblick: Auswirkungen von Basel 1
4.2. Rechtlicher Rahmen
4.3. Quantitative Impact Studies (QIS)
4.3.1. Zielsetzung und Auswertung der QIS
4.3.2. Die QIS-Studien 2 und 2.5
4.3.3. Schlussfolgerungen der QIS 3 Studie (weltweit)
4.3.4. Spezialbetrachtung QIS 3 Österreich
4.4. Weitere ausgewählte Implikationen
4.4.1. Auswirkung auf die österreichische Makroökonomie
4.4.2. Auswirkung auf die Finanzierungskonditionen
4.4.3. Kritik an den Bonitätsgewichten des Standardansatzes
4.4.4. Kritik an der IRB-Berechnungsformel
4.4.5. Wirkt Basel II prozyklisch?
4.4.5.1. Prozyklizität und „Credit Crunch“
4.4.5.2. Rating Through The Cycle
4.4.5.3. Diskussion weiterer Einflussfaktoren zur Prozyklizität
4.5. Spezialfall der Verbriefungen
4.5.1. Steigende Bedeutung im Finanzmarkt
4.5.2. Aufbau einer Verbriefung
4.5.3. Wirkung und Neuregelung von Verbriefungen
4.6. Besondere Herausforderungen
4.6.1. Die Wahl der externen Agentur im Standardansatz
4.6.2. Ausbau des internen Ratingsystems
4.6.3. Messung des operationellen Risikos
5. Ausblick und Schlusswort
Die Diplomarbeit analysiert die Auswirkungen der neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) auf Bankenebene, wobei ein besonderer Fokus auf den Auswirkungen für Kreditinstitute in Österreich und Deutschland liegt. Das zentrale Ziel ist es zu untersuchen, ob die regulatorischen Anforderungen eine Benachteiligung kleinerer Banken gegenüber internationalen Großbanken bewirken und wie diese mit den neuen Risikomessungs- und Eigenkapitalallokationsregeln umgehen können.
2.2.1. Das Kreditrisiko
Das Kreditgeschäft stellt nach wie vor die größte Sparte eines Kreditinstitutes dar, auch wenn in den vergangenen Jahren Investmentgeschäfte und Anlageberatung überdurchschnittlich zunahmen.
Die Definition eines Kreditgeschäftes ist in der bankbetriebswirtschaftlichen Literatur von verschiedenen Ansätzen geprägt. Renk verallgemeinert das Kreditgeschäft, indem er es als „eine typische Teilmenge verschiedenartiger Geschäfte eines Kreditinstituts“, das die „Summe aller Gläubiger-Schuldner-Beziehungen, die durch Vereinbarungen über bankbetriebliche Kreditleistungen entstehen“, bezeichnet. Dabei werden Kreditleistungen als Leistungen eines Kreditinstituts gesehen, die eine „in der Regel zeitlich befristete Überlassung von Geld und Kapitalnutzungen an seine Kreditkunden gegen Entgelt zum Gegenstand haben“.
Andere Autoren differenzieren weiterführend nach originären (Kreditgewährung des Kreditinstituts) und derivativen (Kreditvermittlung des Kreditinstituts) Kreditleistungen. Renk zitiert Eilenberger inhaltlich mit der Kreditleistung als „Handel mit Geld“, dessen Charakteristikum die Transformation von angebotenen Leistungen in die nachgefragten Leistungen darstellt. Wörtlich:
„Kreditinstitute können funktionell als Institutionen zur Transformation des hinsichtlich Losgröße, Fristigkeit, Regionalität und Risiko in einer bestimmten Weise strukturierten Angebots an monetären Leistungen in die hinsichtlich dieser Determinanten anders strukturierte Nachfrage an monetären Leistungen bestimmt werden“.
1. Basel II in Grundzügen: Dieses Kapitel erläutert den institutionellen Rahmen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht und die historischen Hintergründe der Entwicklung von Basel I hin zu Basel II.
2. Struktur von Basel II: Hier wird das Drei-Säulen-Modell detailliert beschrieben, wobei der Schwerpunkt auf den Mindestkapitalerfordernissen für Kredit-, Markt- und operationelle Risiken liegt.
3. Kreditwürdigkeitsprüfung - Rating: Das Kapitel analysiert die zunehmende Bedeutung von Ratingverfahren, sowohl extern als auch intern, sowie deren methodische Grundlagen für eine risikogerechte Bonitätsbeurteilung.
4. Auswirkungen auf Kreditinstitute: Dieser Teil diskutiert die empirischen Folgen der neuen Regulierungen, inklusive der Ergebnisse von QIS-Studien, Auswirkungen auf Finanzierungskonditionen und die Diskussion um Prozyklizität.
5. Ausblick und Schlusswort: Das Kapitel resümiert die Kernaussagen und schätzt die zukünftige Entwicklung und die Herausforderungen für Kreditinstitute, insbesondere in Österreich, ein.
Basel II, Eigenkapitalvereinbarung, Kreditrisiko, Bankenaufsicht, Rating, Bonitätsprüfung, Drei-Säulen-Modell, Kapitalallokation, operationelles Risiko, Marktdisziplin, Prozyklizität, Verbriefung, Risikomanagement, Finanzmarktstabilität.
Die Arbeit befasst sich mit der neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) und deren Auswirkungen auf die Kapitalallokation und Risikosteuerung innerhalb von Banken.
Zentrale Themen sind die Struktur des Drei-Säulen-Modells, die verschiedenen Ansätze zur Messung von Kredit-, Markt- und operationellen Risiken sowie die Auswirkungen dieser Regelungen auf das Kreditverhalten von Banken.
Das Ziel ist es, die Auswirkungen der Basel II-Regelungen auf Bankenebene zu analysieren, wobei untersucht wird, ob diese Regelungen besonders kleinere Banken, wie sie in Österreich und Deutschland stark vertreten sind, benachteiligen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit den Basler Konsultationspapieren sowie eine Analyse bestehender empirischer Studien und Auswirkungsstudien (QIS), um Schlussfolgerungen über die Auswirkungen auf Banken zu ziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Struktur von Basel II, die methodischen Grundlagen der Bonitätsprüfung durch Ratings sowie eine tiefgehende Analyse der Auswirkungen auf Banken, inklusive prozyklischer Effekte und der Bedeutung von Verbriefungen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Basel II, Eigenkapitalunterlegung, Risikomanagement, Kreditwürdigkeitsprüfung, prozyklische Wirkungen und Bankenaufsicht charakterisiert.
Die neuen Gewichte ermöglichen eine risikogerechtere Allokation, führen aber auch zu einer höheren Komplexität und erfordern eine differenziertere Bonitätsbeurteilung der Kreditnehmer.
Verbriefungen dienen als Instrument zum Risikotransfer und zur Bilanzbereinigung; Basel II führt hierfür neue Regelungen ein, um Kapitalarbitrage einzudämmen und die Transparenz zu erhöhen.
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