Bachelorarbeit, 2011
34 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Entlohnung von Profisportlern
1.1 Neoklassische Lohntheorie
1.1.1 Grenzproduktivitätstheorie
1.1.2 Differenzierung des Wertgrenzprodukts
1.1.3 Diskriminierung
1.2 Superstartheorie
1.2.1 Winner-Take-All Märkte
1.2.2 Terminus Superstar
2 Besonderheiten der Entlohnung in der MLB
2.1 Ligastruktur der MLB
2.2 Schiedsgericht
2.3 Free Agents vs. Reserve Clause
2.4 Draft-System
2.5 Luxury Tax
3 Empirische Anlage
3.1 Hypothesenbildung
3.2 Daten und Methodik
3.3 Ergebnisse
Schlussbemerkungen
Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Einkommensdisparitäten im professionellen Mannschaftssport, insbesondere in der Major League Baseball (MLB), um zu klären, warum signifikante Gehaltsunterschiede zwischen Spielern existieren und ob die 2003 eingeführte Luxussteuer zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Gehälter beigetragen hat.
1.2.1 Winner-Take-All Märkte
Sherwin Rosen entwickelte 1981 die Theorie der Superstars und erklärte das Auftauchen von nur wenigen Akteuren, im Folgenden als Stars bezeichnet, welche die größten Anteile des Gewinns erhalten. Seiner Argumentation zu Folge sind dafür primär marginale Talentunterschiede zwischen den Top- und den restlichen Sportlern verantwortlich. Unter der Ausnutzung der technologischen Möglichkeiten gelingt es den Stars, durch die Medien die Aufmerksamkeit und Nachfrage nach ihren Leistungen kostengünstiger anzubieten (Skaleneffekte). Der gleichzeitige und gemeinsame Konsum bringt Skalenerträge. Dies bedeutet, dass die Konsumenten dabei ein größeres Talent einem geringeren vorziehen. Frank und Cook (1996) sprechen dabei treffend von Winner-Take-All Märkten, auf denen nur eine kleine Gruppe von Anbietern den Großteil des Gesamteinkommens bezieht, welche dementsprechend den höchsten respektive gewinnbringendsten Beitrag zur Produktion leistet. Diese auch als Superstars bezeichneten Top-Verdiener dominieren zunehmend ihre Märkte.
Durch diese Erkenntnis wird schnell klar, dass dadurch eine wachsende Disparität zwischen den Gehältern entsteht. In dieser Arbeit soll weiterhin der Sportmarkt fokussiert werden. Er ist geradezu prädestiniert dafür, ein Paradigma eines Winner-Take-All Markts zu sein. Im professionellem Sport wird der produktivste Spieler auch gleichzeitig der wertvollste Spieler für den Verein werden. Denn wie bereits im Kapitel 1.1 dargestellt wurde, trägt ein hohes Wertgrenzprodukt zum Erfolg des Vereins bei und lässt seine Einnahmen steigen. Besonders hervorzuheben sind hier die TV-Einnahmen, die neben den Ticket-Erlösen dem Klub die meisten Gelder einbringen. Aufschlussreich scheinen hier vor allem die oben erwähnten technologischen Möglichkeiten zu sein, denn erst durch die Medien können die Superstars für alle zugänglich gemacht werden (siehe Gliederungspunkt 1.2.2). „With the growing role of television, the relative earnings of top-ranked players have risen sharply“. Dem Grunde nach sind, wie bereits festgestellt, Spitzensportler ein Produkt geringer Substituierbarkeit, welches sich durch eine inelastische Angebotsfunktion widerspiegelt.
1 Entlohnung von Profisportlern: Theoretische Herleitung der Gehaltsstrukturen durch neoklassische Modelle sowie die Erklärung von Spitzeneinkommen durch die Superstartheorie.
2 Besonderheiten der Entlohnung in der MLB: Darstellung der spezifischen Rahmenbedingungen der Major League Baseball wie die Ligastruktur, das Draft-System und Mechanismen wie die Luxussteuer.
3 Empirische Anlage: Quantitative Analyse der Gehaltsdaten der MLB im Zeitraum 2000 bis 2008 zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen hinsichtlich Einkommensdisparität und Steuerwirkung.
Major League Baseball, MLB, Einkommensverteilung, Lohntheorie, Grenzproduktivität, Superstartheorie, Winner-Take-All Märkte, Gini-Koeffizient, Lorenzkurve, Luxussteuer, Salary Cap, Spielergehälter, Gehaltsdisparität, Arbeitsmarkt im Sport, Humankapital.
Die Arbeit analysiert die Ursachen für die stark ungleiche Einkommensverteilung innerhalb von professionellen Baseball-Mannschaften der Major League Baseball zwischen 2000 und 2008.
Die Schwerpunkte liegen auf ökonomischen Theorien zur Lohnbildung im Sport sowie der Wirksamkeit von Ligaregulierungen wie der Luxussteuer auf die Gehaltsstruktur.
Es soll empirisch belegt werden, ob eine signifikante Einkommensdisparität in der MLB existiert und ob die 2003 eingeführte Luxussteuer geeignet ist, diese Disparität zu reduzieren.
Der Autor nutzt eine quantitative Analyse basierend auf Datensätzen von 7226 Spielergehältern, wobei zur Messung der Ungleichverteilung die Lorenz-Kurve und der Gini-Koeffizient angewendet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Lohntheorien und dem Star-Phänomen sowie eine detaillierte Untersuchung der spezifischen MLB-Regularien.
Wichtige Begriffe sind MLB, Grenzproduktivität, Superstartheorie, Gini-Koeffizient, Luxussteuer und Gehaltsdisparität.
Nein, die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Luxussteuer keine erkennbaren Auswirkungen auf die Reduzierung der Gehaltsdisparität hatte und die Lohnentwicklung unbeeinflusst blieb.
Die hohen Gehälter erklären sich durch ihr hohes Wertgrenzprodukt, ihre Rolle als "Superstars" in einem Winner-Take-All Markt sowie durch ihre Verhandlungsmacht aufgrund ihrer geringen Substituierbarkeit.
Sie hat maßgeblichen Einfluss genommen, indem sie die Einführung einer rigorosen Gehaltsobergrenze (Hard Cap) verhinderte und durch Tarifverträge den Free Agent Status für Spieler durchsetzte, was die Gehälter insgesamt steigen ließ.
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