Diplomarbeit, 2013
121 Seiten, Note: 1,0
Einleitung und Problemstellung
1. Mehrsprachigkeit in früher Kindheit
1.1 Was heißt Mehrsprachigkeit?
1.2 Zur Diskussion um das „Für und Wider“ der kindlichen Mehrsprachigkeit und den optimalen Zeitpunkt für das parallele Erlernen mehrerer Sprachen
1.3 Typen und Formen der Mehrsprachigkeit
1.4 Der Erwerb der Mehrsprachigkeit
2. Besonderheiten des Sprachenlernens in der frühen Kindheit - Kindliche Sprachentwicklung
2.1 Kognitive Faktoren
2.2 Emotionale Faktoren
2.3 Das Spiel als dominante Lernform des Kindes
2.4 Didaktische Prinzipien
3. Institutionelle Möglichkeiten und deren Modelle am Beispiel Hamburgs
3.1 Die heutige Situation in Hamburg
3.2 Wie die kindliche Mehrsprachigkeit gefördert wird
3.2.1 Einbeziehung der Eltern, Medien, Materialien und Umfeld des Kindes
3.2.2. Submersionsmodell
3.2.3. Immersionsmodell
3.2.4 Bilinguale, bilingual-bikulturelle und multikulturelle Modelle
4 Empfehlungen und Hinweise für Eltern mehrsprachig aufwachsender Kinder
4.1 linguistische Empfehlungen
4.2 medizinische Empfehlungen
4.3 pädagogische Empfehlungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Voraussetzungen einer mehrsprachigen Erziehung im frühen Kindesalter, wobei insbesondere die institutionelle Förderung im Kontext der Stadt Hamburg im Fokus steht. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Mehrsprachigkeit optimal gefördert werden kann, ob eine frühe Konfrontation mit mehreren Sprachen sinnvoll ist und welche pädagogischen Regeln für einen effektiven Spracherwerb maßgeblich sind.
1.1 Was heißt Mehrsprachigkeit?
„Jakob, der Neffe meines Ehemannes, stammt aus einer Familie jüdischer Herkunft und wuchs zunächst in Israel auf. Seine Eltern sprachen mit ihm zunächst nur hebräisch. Sein erstes Wort war „Ima“ – das hebräisch Wort für „Mama“. Mit einem Jahr zogen seine Eltern nach Deutschland. Jakob kam in eine Kindergruppe, in welcher seine Spielkameraden und die Betreuerin, zu neuen – deutschsprechenden - Bezugspersonen wurden. Sein Alltagshorizont weitete sich aus, auf dem Spielplatz und im Umgang mit den Freunden seiner Eltern, war Jakob immer häufiger mit der deutschen Sprache seiner weiteren Umgebung konfrontiert. Zu seinem deutschen Lieblingswort wurde das Wort „dahin“ und er verstand, dass deutsche Kinder zu ihrer „Ima“ “Mama“ sagen. Schließlich kam Jakob in den Kindergarten und verwendet heute die deutsche Sprache immer leichter und selbstverständlicher. In dem Kindergarten kommt nun noch eine weitere Sprache hinzu, zweimal in der Woche darf er „Engländer spielen“. Er trägt dann einen englischen Namen und lernt Wörter wie: car, cat und dog. Für ihn ist es ganz deutlich, dass es irgendwo auf der Welt kleine Jungs und Madchen gibt, die nicht „Ima“ und nicht „Mama“, sondern „mum“ zu ihrer Mutter sagen.“
Die erste Sprache, die der kleine Junge lernte, war Hebräisch. Das ist die Sprache, in der er seine ersten Worte sagen konnte und es ist wahrscheinlich auch die Sprache, die ihn ein Leben lang an seine Kindheit und an seine Mutter erinnern wird. Hebräisch ist deshalb für Jakob seine Erstsprache. Darunter wird im Allgemeinen die Sprache verstanden, die der Mensch zuerst erworben hat. Oft wird Erstsprache neben der Abkürzung „L1“ (für first language) auch synonym mit Muttersprache verwendet. „Das ist die Sprache eines Individuums, die es mit den Mitgliedern einer homogenen Kulturgemeinschaft gemeinsam hat. Darüber hinaus verspürt das Individuum eine affektive Bindung zur Gruppe auf Grundlage der Muttersprache.“
Einleitung und Problemstellung: Diese Einleitung führt in die Debatte um die frühe Mehrsprachigkeit ein, beleuchtet aktuelle forschungsbasierte Ansätze und steckt den Rahmen der Arbeit für Eltern, Studenten und Pädagogen ab.
1. Mehrsprachigkeit in früher Kindheit: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen geklärt und wissenschaftliche Argumente für sowie wider eine frühe Mehrsprachigkeit dargelegt.
2. Besonderheiten des Sprachenlernens in der frühen Kindheit - Kindliche Sprachentwicklung: Das Kapitel analysiert die kognitiven und emotionalen Faktoren sowie die Bedeutung des Spiels als dominante Lernform für die Sprachentwicklung in jungen Jahren.
3. Institutionelle Möglichkeiten und deren Modelle am Beispiel Hamburgs: Hier werden spezifische Konzepte wie das Immersions- und Submersionsmodell vorgestellt und auf ihre institutionelle Anwendung in Hamburg hin untersucht.
4 Empfehlungen und Hinweise für Eltern mehrsprachig aufwachsender Kinder: Dieses Kapitel liefert praktische linguistische, medizinische und pädagogische Empfehlungen für die Begleitung und Förderung mehrsprachig aufwachsender Kinder.
Mehrsprachigkeit, Frühe Kindheit, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Sprachförderung, Bilingualismus, Immersion, Submersion, Sprachentwicklung, Kindergarten, Hamburg, Pädagogik, Sprachvorbild, Elternarbeit, Spracherwerbsforschung
Die Arbeit beleuchtet die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen für die Förderung von Mehrsprachigkeit bei Kindern im Vorschulalter, wobei theoretische Grundlagen mit praktischen institutionellen Beispielen aus Hamburg verknüpft werden.
Zentral sind die Phasen der kindlichen Sprachentwicklung, die verschiedenen Modelle zur Sprachvermittlung in Kitas, sowie der Einfluss von Elternhaus und institutioneller Umgebung auf den Erfolg einer mehrsprachigen Erziehung.
Ziel ist es, Eltern und pädagogischen Fachkräften eine umfassende Übersicht zu bieten, wie Kinder parallel mit mehreren Sprachen in Kontakt kommen können, ohne überfordert zu werden, und wie dies spielerisch und effektiv gestaltet werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf Erkenntnisse der Spracherwerbsforschung, Neuropsychologie und Kindergarten-Didaktik, um verschiedene Sprachfördermodelle wissenschaftlich fundiert einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Sprachentwicklung, die Untersuchung institutioneller Modelle wie Immersions- und Submersionsmodelle und die Ableitung konkreter pädagogischer und linguistischer Empfehlungen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Mehrsprachigkeit, Erst- und Zweitspracherwerb, Sprachförderung, kognitive Entwicklung sowie Konzepte wie Immersion und Bilinguismus.
Die Autorin argumentiert, dass das Gehirn in den ersten Lebensjahren eine hohe neuronale Plastizität aufweist, was den parallelen Erwerb von Sprachen erleichtert und somit auf lange Sicht effizienter gestaltet als ein späteres, analytisches Erlernen.
Die Muttersprache ist nicht nur das erste Ausdrucksmittel, sondern fungiert als essenzielle Verstehens- und Denkgrundlage. Ihre Pflege ist daher laut Arbeit eine Voraussetzung für eine gelungene Identitätsbildung und den erfolgreichen Erwerb weiterer Sprachen.
Das Submersionsmodell führt oft dazu, dass Kinder ihre Erstsprache verlieren, ohne die Zielsprache vollumfänglich zu beherrschen, was bei Kindern das Gefühl des Scheiterns hervorrufen kann, statt sie in ihrer sprachlichen Vielfalt zu unterstützen.
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