Examensarbeit, 2003
79 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Entstehung des Themas
1.2 Problemstellung und Zielsetzungen
1.3 Vorgehensweise zur Untersuchung von “Tanz als Protestform
1.4 Definition von Tanz
1.5 Definition von Protest
1.6 Historischer exemplarischer Abriss von “Tanz als Protestform
2 Tanz als Protestform an einzelnen Beispielen
2.1 Physischer Protest am Beispiel des Kampftanzes Capoeira
2.2 Moderner Tanz als Protest gegen den standardisierten traditionellen Tanz
2.2.1 Cakewalk
2.2.2 Marie Louise Fuller
2.2.3 Ruth Saint Denis
2.2.4 Isadora Duncan
2.3 Tanz als ästhetischer gesellschaftlicher Protest
2.3.1 Swing
2.3.2 Rock 'n' Roll
2.3.3 Punk
2.3.4 Hip Hop
2.4 Tanz als Teil eines faschistoiden Protestes in Teilen der Dark-Wave und Gothic Szene
2.5 Individueller Protest aus persönlicher Perspektive
3 Zusammenfassung und Ergebnis
Die Arbeit untersucht, auf welche Weise sich Protest in verschiedenen Tanzformen ausdrückt und wie diese Protestformen gesellschaftlich eingeordnet werden können. Dabei wird Tanz als individueller Ausdruck der Gefühlswelt definiert, der als Medium für gesellschaftspolitische oder kulturelle Auseinandersetzungen dient.
2.1 Physischer Protest am Beispiel des Kampftanzes Capoeira
„Junge, wer tat Dir dies, wer gab Dir so viel Schutz, wer zeigte Dir die Schönheit zu tanzen mitten im Kampf. Junge, wer tat Dir dies, wer „besprach“ Deinen Kopf, wer klopfte Dir die Beine, wer heilte Dich vom Leiden.“ … Capoeira
„Das Rad“, Einzugslied für die Capoeira – Angola, von Ronaldo Santos 23
In diesem Lied wird Capoeira als eine Art universelles Lebenselixier beschrieben. Ähnlich antwortete ein Mestre (portugiesisch für Meister) auf die Frage, was unter dem Begriff Capoeira zu verstehen sei: „Capoeira e´ Tudo“ („Capoeira ist alles“). Diese beiden Beispiele zeigen, welche Bedeutung Capoeira in der farbigen Bevölkerung Brasiliens hat. Capoeira wird nicht nur als Sport und Tanz begriffen, sondern vielmehr als lebendige Lebensphilosophie, die sich in Rhythmus, Bewegung, Musik und Liedern manifestiert. Da Capoeira so vielschichtig ist, hat auch jeder eine andere Definition dafür.
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Beweggründe des Autors, Tanz als Ausdrucksform für individuelle Gefühle und gesellschaftlichen Protest zu erforschen und definiert die hier verwendeten Begriffe Tanz und Protest.
2 Tanz als Protestform an einzelnen Beispielen: Das Kapitel analysiert verschiedene tänzerische Ausdrucksformen, von Capoeira über Modern Dance bis hin zu zeitgenössischen Jugendkulturen, auf ihren immanenten Protestgehalt hin.
3 Zusammenfassung und Ergebnis: Hier werden die Ergebnisse der Analyse zusammengeführt und reflektiert, wobei das Fazit gezogen wird, dass Tanz immer dann als Protest fungiert, wenn er als ungebrochener Ausdruck des inneren Wesens gegen Normen und Standardisierungen auftritt.
Tanz, Protest, Capoeira, Modern Dance, Gesellschaft, Jugendkultur, Swing, Rock 'n' Roll, Punk, Hip Hop, Dark Wave, Gothic, Industrial, Körperausdruck, Individualität
Die Arbeit untersucht das Phänomen „Tanz als Protestform“ und analysiert, wie Menschen ihre innere Gefühlswelt und ihren Widerstand gegen gesellschaftliche Normen durch tänzerische Bewegungen artikulieren.
Zu den Themenfeldern gehören die physische Selbstverteidigung (Capoeira), die Befreiung vom traditionellen Tanz (Modern Dance), der Protest von Jugendkulturen sowie die problematische ideologische Unterwanderung einzelner Szenen.
Ziel ist es aufzuzeigen, welche Protestformen sich im Tanz ausdrücken lassen und wie diese im gesellschaftlichen Kontext zu erklären sind, ohne den Tanz auf rein rhythmische Bewegungen zu reduzieren.
Der Autor wählt einen kulturwissenschaftlichen und gesellschaftstheoretischen Ansatz, der historische Entwicklungen an exemplarischen Beispielen analysiert und zudem durch eine persönliche Perspektive ergänzt wird.
Der Hauptteil analysiert chronologisch und inhaltlich verschiedene Tanzkulturen wie Swing, Rock 'n' Roll, Punk und Hip Hop sowie die Bedeutung des Modern Dance für die individuelle künstlerische Freiheit.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tanz, Protest, Individualität, Jugendkultur und Widerstand charakterisiert.
Capoeira diente Sklaven in Brasilien nicht nur als tänzerischer Ausdruck, sondern war immanent als Methode der physischen Selbstverteidigung gegen Unterdrückung und Diskriminierung durch Plantagenbesitzer konzipiert.
Der Punk manifestiert seinen Protest laut und provokativ im öffentlichen Raum durch den Pogo, während sich die Dark-Wave- und Gothic-Szene eher in den Rückzug ins Private und in mystische, teilweise problematische archaische Verklärungen begibt.
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