Bachelorarbeit, 2013
54 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Definition: Was ist ökonomisch sinnvoll?
3. Die wirtschaftliche Entwicklung Griechenlands
3.1. Der Eintritt in die Währungsunion 2001
3.2 Die Wirtschaftskrise in Griechenland ab 2008
3.3. Lösungsversuche: Der Weg aus der Krise?
4. Folgen einer Abwertung in der Theorie der Außenwirtschaft
4.1. Was bedeutet eine Abwertung:
4.1.1. Wirkung einer Wechselkursänderung auf Exporte
4.1.2. Wirkung einer Wechselkursänderung auf Importe
4.1.3. Summe der Elastizitäten
4.2. Terms of Trade
5. Der Fall Argentinien
5.1. Argentiniens Entwicklung bis 2001
5.2. Argentinien: Austritt aus der Währungsunion und die externe Abwertung des Pesos
5.3. Vergleich von Argentinien und Griechenland
6. Griechenland: Austritt aus der EWU und eine externe Abwertung
6.1. Der Abwertungsbedarf der griechischen Wirtschaft
6.2. Auswirkungen einer Abwertung auf der Grundlage von Wirtschaftsindikatoren
6.2.1. Negative Auswirkungen
6.2.2. Positive Auswirkungen
6.3. Abschließende Beurteilung der Auswirkungen
7. Fazit
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen eines möglichen Austritts Griechenlands aus der Europäischen Währungsunion (Grexit) und bewertet, inwiefern eine externe Währungsabwertung eine ökonomisch sinnvolle Alternative zu den bisherigen Sparprogrammen darstellt.
3.1. Der Eintritt in die Währungsunion 2001
Bevor Griechenland Mitglied der Eurozone wurde, galt das Land als ein unsicherer Faktor auf dem internationalen Finanzmarkt und war als „chronische[s]“ Risikoland bekannt (Hoffmann und Richter, 2012, S.2). Die Risikoaufschläge in Form von Zinsen für internationale Kapitalanleihen waren im Vergleich zu anderen EU-Staaten besonders hoch. Dies änderte sich mit der Einführung des Euro, da dieser als „starke Währung“ angesehen und von Kreditgebern als sicher und stabil bewertet wurde (Büchner, 2002). Durch das Ziel der Zinskonvergenz zwischen den Mitgliedstaaten der EWU näherten sich die vormals hohen Zinsen, die Griechenland für ausländische Kredite zu zahlen hatte, den niedrigeren von Ländern wie Deutschland an. Diese waren mit einer deutlich höheren Bonität von internationalen Rating Agenturen wie Standard and Poor´s (2012) bewertet worden. Griechenland konnte sich dadurch günstiger am internationalen Kapitalmarkt refinanzieren, woraufhin die Kapitalimporte anstiegen.
Dies löste einen Bau- und Investitionsboom aus, sodass zwischen 2001 und 2007 die gesamtwirtschaftliche Produktion um 4,6% stieg (Born et al, 2012, S.14). Das daraus resultierende Wirtschaftswachstum basierte allerdings auf einem jahrelangen Prozess steigender öffentlicher und privater Ausgaben, d.h. auf Konsum, während die Sparquote der Haushalte negativ war (OECD Factbook, 2011, o.S.). Bis in die 1980er Jahre lagen die Ausgaben der griechischen Regierung unter dem Durchschnitt der anderen zwölf Länder, die später zur Europäischen Währungsunion werden sollten. Zehn Jahre später jedoch überstiegen die Ausgaben Griechenlands die aller anderen Länder deutlich (EEAG Report, 2011). Zwischen 2001 und 2008 konsumierte Griechenland durchschnittlich im Jahr mehr als 100% des Nettoinlandsproduktes (Gerken et al, 2011).
1. Einleitung: Hinführung zur Thematik und Formulierung der Forschungsfrage zur ökonomischen Sinnhaftigkeit eines Grexit.
2. Definition: Was ist ökonomisch sinnvoll?: Klärung des Begriffs durch das Konzept der Wettbewerbsfähigkeit und komparativer Vorteile.
3. Die wirtschaftliche Entwicklung Griechenlands: Analyse der Ursachen für die griechische Finanzkrise, insbesondere nach dem Euro-Eintritt.
4. Folgen einer Abwertung in der Theorie der Außenwirtschaft: Darstellung der theoretischen Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf Exporte, Importe und Leistungsbilanz.
5. Der Fall Argentinien: Betrachtung der argentinischen Wirtschaftskrise 2001 als Vergleichsfall für den Austritt aus einem Währungsverbund.
6. Griechenland: Austritt aus der EWU und eine externe Abwertung: Konkrete Anwendung der Theorie auf das Szenario Griechenland unter Berücksichtigung von Chancen und Risiken.
7. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf notwendige interdisziplinäre Forschung.
Grexit, Europäische Währungsunion, Leistungsbilanz, Abwertung, Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftskrise, Argentinien, Euro, Lohnstückkosten, Außenwirtschaftstheorie, Staatsverschuldung, Geldpolitik, Strukturreformen, Kapitalflucht, Zahlungsbilanz.
Die Arbeit untersucht, ob ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone (Grexit) und eine damit verbundene externe Abwertung einer neuen Währung eine ökonomisch sinnvolle Lösung zur Überwindung der griechischen Wirtschaftskrise darstellt.
Zentrale Schwerpunkte sind die Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands, die Theorie der Außenwirtschaft im Kontext von Währungsabwertungen, historische Vergleichsdaten aus Argentinien sowie die Auswirkungen auf Wirtschaftsindikatoren wie Leistungsbilanz und Staatsverschuldung.
Das Ziel ist es, eine Alternative zu den bisherigen Sparprogrammen der Troika zu diskutieren und zu bewerten, ob eine eigenständige Währung Griechenland helfen kann, einen wettbewerblichen Vorteil gegenüber Handelspartnern zu erzielen.
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Datenanalyse, kombiniert mit theoretischen Modellen der Außenwirtschaft (z.B. J-Kurven-Effekt, Elastizitäten) und einem komparativen Fallbeispiel (Argentinien).
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Abwertung erläutert, danach das Krisenbeispiel Argentinien analysiert und schließlich die Übertragbarkeit dieser Erkenntnisse auf die aktuelle Situation Griechenlands geprüft.
Neben Grexit, Euro, Leistungsbilanz und Wettbewerbsfähigkeit sind vor allem die Begriffe Abwertung, Lohnstückkosten und Elastizitäten für die ökonomische Argumentation entscheidend.
Argentinien wird verwendet, weil es Anfang des 21. Jahrhunderts in einer ähnlichen Situation eines festen Wechselkurssystems (Currency Board) steckte und nach dem Austritt und der Abwertung des Pesos ökonomisch wieder wachsen konnte.
Zu den genannten Risiken zählen negative Bilanzeffekte durch hohe in Euro denominierte Auslandsschulden, eine mögliche Kapitalflucht sowie die Gefahr eines Kollapses des griechischen Bankensystems.
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