Examensarbeit, 2013
130 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. UN-BEHINDERTENRECHTSKONVENTION
2.1. ENTSTEHUNGSGESCHICHTE
2.2. AUFBAU
2.3. ZIELE
3. BEGRIFFSERKLÄRUNG UND ABGRENZUNG
3.1. INKLUSION
3.1.1. ENGER INKLUSIONSBEGRIFF
3.1.2. WEITER INKLUSIONSBEGRIFF
3.2. EXKLUSION
3.3. INTEGRATION
3.3.1. INTEGRATION VON EINWANDERERN ALS SPEZIALFALL
3.4. MIGRANTEN UND MIGRATION
3.4.1. PUSH-FAKTOREN
3.4.2. PULL-FAKTOREN
4. SITUATION VON MENSCHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND IN DEUTSCHLAND
4.1. MENSCHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND
4.2. GESCHICHTE DER MIGRATION
4.3. HEUTIGE SITUATION
4.3.1. RECHTSSTATUS
4.3.2. ARBEITSMARKT UND EINKOMMEN
4.3.3. GESELLSCHAFTLICHE INTEGRATION UND BETEILIGUNG
5. SITUATION VON JUGENDLICHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND IN DEUTSCHLAND
5.1. MIGRANTEN ALS BILDUNGSVERLIERER!?
5.2. DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE
5.2.1. SPRACHENTWICKLUNG
5.2.2. MANGEL AN KONTAKT MIT DER MEHRHEITSSPRACHE
5.3. ELTERNHAUS
5.4. INSTITUTION SCHULE
5.5. GENDER-SPEZIFITÄT
6. INKLUSIVE BILDUNG AN SCHULEN
6.1. VORAUSSETZUNGEN
6.1.1. INSTITUTIONELL
6.1.2. PERSONELL
7. INDEX FÜR INKLUSION
7.1. ENTSTEHUNGSGESCHICHTE
7.2. AUFBAU
7.3. ZIELE
7.4. AUSARBEITUNG AUSGEWÄHLTER INHALTE ANHAND VON JUGENDLICHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND
7.4.1. DER INDEX-PROZESS
8. INKLUSIVER UNTERRICHT
8.1. GRUNDLAGEN
8.2. MULTIKULTURELLE PERSPEKTIVEN AUF UNTERRICHTSINHALTE- „WIE IST DAS DENN BEI EUCH TÜRKEN?“
8.3. INNERE DIFFERENZIERUNG- „DAS HABEN WIR SCHON MAL DURCHGENOMMEN!“
8.3.1. DIDAKTISCHE MATERIALIEN UND METHODEN
8.3.2. OFFENE UNTERRICHTSFORMEN
8.4. SPRACHUNTERRICHT- DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE
8.4.1. DIE WICHTIGKEIT DER MUTTERSPRACHE BEIM SPRACHERWERB
8.4.2. SCHULISCHE BEDINGUNGEN DER SPRACHBILDUNGSARBEIT
8.5. RESPEKTVOLLE BEZIEHUNGEN
8.5.1. LEHRER-SCHÜLER BEZIEHUNG
8.5.2. TEAMTEACHING UND MULTIPROFESSIONELLE TEAMS
9. EMPIRISCHER TEIL: INTERVIEW MIT REKTORIN CHRISTINE SENGER
9.1. DIE KERSCHENSTEINER-WERKREALSCHULE
9.2. INTERVIEW
9.3. KOMMENTAR
10. INTEGRATION VS. INKLUSION
11. SCHLUSSWORT
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bildungschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem unter dem Aspekt der Inklusion. Dabei wird analysiert, inwieweit inklusive Konzepte – ausgehend von der UN-Behindertenrechtskonvention – auf Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund anwendbar sind, welche Chancen und Grenzen hierbei bestehen und wie eine inklusive Unterrichtspraxis zur Überwindung bildungsbezogener Benachteiligungen beitragen kann.
8.5.1. Lehrer-Schüler Beziehung
„Zahlreiche Forschungsrichtungen belegen immer wieder aus Neue, dass sich die Qualität pädagogischer Beziehungen auf die leibliche, psychische, soziale und kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auswirkt.“234 Vor allem in einer heterogenen Klasse brauchen Schüler eine feste Bezugsperson und eine Halt gebende Beziehung zu den Lehrpersonen. Diese Beziehung kommt dann zustande, wenn die personellen Voraussetzungen 235 erfolgt sind. Beispiele sind Ritualisierungen, wie jedes Kind persönlich begrüßen und verabschieden, oder wöchentliche Stuhlkreise in denen jeder Schüler seine Probleme vortragen kann. Wenn der Lehrer die Schüler wert schätzt, bildet dies den Rahmen der Inklusion.
Auch die Vorbildfunktion ist hierbei wichtig. So bedingt dies, dass sich Schüler untereinander schätzen und respektvoll miteinander umgehen. Gerade wenn unterschiedliche Kulturen, oder behinderte und nicht behinderte Menschen aufeinander treffen ist der Umgang untereinander besonders wichtig. „Die inklusive Schule verspricht ein bereicherndes Zusammensein der Kinder und Jugendliche untereinander, das allerdings nicht von selbst zustande kommt.“236
1. EINLEITUNG: Die Arbeit thematisiert die Diskrepanz in den Bildungschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und untersucht, ob das inklusive Konzept der UN-Behindertenrechtskonvention hierfür Lösungswege bieten kann.
2. UN-BEHINDERTENRECHTSKONVENTION: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte, den Aufbau und die zentralen Ziele der Konvention, insbesondere mit Fokus auf das Recht auf inklusive Bildung.
3. BEGRIFFSERKLÄRUNG UND ABGRENZUNG: Hier werden zentrale Fachbegriffe wie Inklusion, Exklusion und Integration definiert, um ein theoretisches Fundament für die weitere Analyse zu schaffen.
4. SITUATION VON MENSCHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND IN DEUTSCHLAND: Der Abschnitt beleuchtet den geschichtlichen Hintergrund sowie die heutige soziale und rechtliche Lage von Migranten in Deutschland.
5. SITUATION VON JUGENDLICHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND IN DEUTSCHLAND: Es werden spezifische Probleme wie Sprachdefizite, der Einfluss des Elternhauses und institutionelle Diskriminierung an Schulen analysiert.
6. INKLUSIVE BILDUNG AN SCHULEN: Dieses Kapitel diskutiert die institutionellen und personellen Voraussetzungen, die für eine erfolgreiche Umsetzung inklusiver Bildung notwendig sind.
7. INDEX FÜR INKLUSION: Es wird ein Instrument zur Schulentwicklung vorgestellt, das Schulen bei der Umsetzung inklusiver Prozesse unterstützen soll.
8. INKLUSIVER UNTERRICHT: Hier werden methodische Ansätze und die Gestaltung von Unterricht behandelt, um der Heterogenität in Klassen gerecht zu werden.
9. EMPIRISCHER TEIL: INTERVIEW MIT REKTORIN CHRISTINE SENGER: Das Kapitel bietet Einblicke in die Schulpraxis einer Werkrealschule und reflektiert die Umsetzung von Inklusionsgedanken im Schulalltag.
10. INTEGRATION VS. INKLUSION: Eine zusammenfassende Abgrenzung beider Konzepte verdeutlicht die theoretischen Unterschiede in der Bildungsansatzorientierung.
11. SCHLUSSWORT: Die Arbeit fasst zusammen, dass Inklusion eine Chance für bildungsbenachteiligte Jugendliche darstellt, sofern die Rahmenbedingungen und die Haltung der Beteiligten entsprechend angepasst werden.
Inklusion, Integration, Migration, Bildungsverlierer, Schule für Alle, Sprachdefizite, UN-Behindertenrechtskonvention, Pädagogik der Vielfalt, Schulentwicklung, Interkulturelle Bildung, Heterogenität, Bildungschancen, Institutionelle Diskriminierung, Teamteaching, Schulpraxis
Die Hausarbeit untersucht die Bildungschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem und analysiert, ob inklusive pädagogische Ansätze dazu beitragen können, Bildungsbenachteiligungen abzubauen.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung von Inklusion und Integration, die Analyse bildungspolitischer Rahmenbedingungen, sprachliche Herausforderungen und die Rolle von Institutionen wie dem Elternhaus und der Schule.
Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit das inklusive Konzept der UN-Behindertenrechtskonvention auf Schüler mit Migrationshintergrund anwendbar ist und welche Chancen sowie Grenzen dabei in der Schulpraxis auftreten.
Neben der theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse wird ein empirischer Teil in Form eines Experteninterviews mit einer Schulleiterin genutzt, um die praktische Umsetzung von Inklusionskonzepten zu veranschaulichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Begriffsklärung, die Darstellung der aktuellen Situation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie eine ausführliche Diskussion der notwendigen Voraussetzungen (institutionell und personell) für gelingende inklusive Bildung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Inklusion, Migration, Bildungsbenachteiligung, Schulentwicklung und Heterogenität beschreiben.
Der enge Begriff konzentriert sich primär auf die Eingliederung von Menschen mit Behinderung gemäß der UN-Konvention, während der weite Begriff auch strukturell diskriminierte Gruppen wie Kinder aus bildungsfernen Familien oder mit Migrationshintergrund in den Inklusionsgedanken einbezieht.
Die befragte Schulleiterin assoziiert mit dem Begriff „Inklusion“ eine abstrakte, wissenschaftliche Ebene, während „Schule für Alle“ ihre tägliche Praxis beschreibt, in der jedes Kind willkommen ist und individuell gefördert werden soll.
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