Magisterarbeit, 1995
99 Seiten, Note: 2,0
Einführung
1. Die Romantik als eine Kunstepoche in der Geschichte der deutschen Literatur
1.1. Die Bedeutung der Französischen Revolution für die deutsche Literatur. Wie wurde diese Revolution in Deutschland wahrgenommen?
1.2. Was versteht man unter dem Begriff Romantik?
1.3. Die späte Romantik
1.4. Eichendorff und die romantische Schule
2. "Aus dem Leben eines Taugenichts"
2.1.. Die Entstehungsgeschichte und die Wahl des Titels
2.2. Zu welcher Gattung gehört das Werk "Aus dem Leben eines Taugenichts"?
2.3. Kritische Notizen über die Novelle
2.3.1. Die Gestalt des Taugenichts
2.3.3. Die Gestalten von Vertretern verschiedener sozialen Gruppen
2.3.4. Die märchenhaften Elemente in der Novelle
2.3.5. Die Rolle der Gedichte in der Novelle
3. "Das Schloß Dürande"
3.1. Eichendorffs Begegnung mit der Französischen Revolution
3.2. Die Entstehungsgeschichte der Novelle "Das Schloß Dürande"
3.3. Eichendorffs Rezeption der Revolution
3.4. Analyse des Textes
3.4.1. Renald und die Revolution
3.4.2. Die Grafen Dürande. Der Adel im Vorabend der Revolution
3.4.3. Die Rolle des Klosters in der Novelle
3.4.4. Gabriele
3.4.5. Die märchenhaften Elemente in der Novelle "Das Schloß Dürande"
4. Zusammenfassung
These 4.1. Eichendorff und seine Novellen "Aus dem Leben eines Taugenichts" und "Das Schloß Dürande"
These 4.2. Die Darstellung der Revolution
These 4.3. Relation zwischen den beiden Werken
Die Arbeit untersucht Joseph von Eichendorffs Novellen "Aus dem Leben eines Taugenichts" und "Das Schloß Dürande" hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen und politischen Einbettung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse der Eichendorffschen Kritik am Philistertum sowie seiner differenzierten Auseinandersetzung mit der Französischen Revolution, wobei beide Werke unter dem Aspekt märchenhafter Elemente als romantische Gattungsmerkmale betrachtet werden.
2.3.1. Die Gestalt des Taugenichts
Als der Taugenichts aus seinem Haus in die weite Welt geschickt wird, ist es uns klar, daß er auch selber an eine Abreise gedacht hat. Der Taugenichts ist aber nicht ein undankbarer Mensch, sondern ein empfindsamer Mensch, und wie alle anderen Menschen empfindet er Heimweh. Er denkt an seinen Vater, an die Mühle und sogar an das ganze Dorf. Das ist das Heimatthema, das eine große Bedeutung für Eichendorff hat. Eichendorff erinnerte sich sein ganzes Leben an die Schönheit des Lebens im Elternhaus und das phantasievolle Festefeiern in seinem Schloß und auch an den Verlust dieses Schlosses, was für ihn einen Verlust der Heimat bedeutete.
Als der Taugenichts eine Stelle als Gartenbursche im Schloß neben Wien bekommt, können wir seine Beziehung zu Geld erfahren. Das Geld interessiert ihn nicht sehr. Das Geld verbindet man mit dem Alltäglichen, mit dem Handel und mit dem Bürgertum. Hinter dem Geld steht die verallgemeinerte Gestalt des Philistertums. Der Taugenichts versucht die ganze Zeit sich vom Philistertum und von seinen Vorstellungen vom Leben zu entfernen. Deswegen beschreibt Eichendorff den Taugenichts als einen Menschen, der über dem Geld und über der Bedeutung des Geldes steht.
1. Die Romantik als eine Kunstepoche in der Geschichte der deutschen Literatur: Analyse der Epoche zwischen 1789 und 1830, ihrer literarischen Strömungen und der Wirkung der Französischen Revolution auf das deutsche Bewusstsein.
2. "Aus dem Leben eines Taugenichts": Untersuchung der Novelle unter Fokus auf Eichendorffs Kritik des Philistertums und die Charakterisierung des Protagonisten.
3. "Das Schloß Dürande": Analyse der politisch orientierten Novelle und Eichendorffs Auseinandersetzung mit den radikalen gesellschaftlichen Veränderungen durch die Revolution.
4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse über Eichendorffs Rolle in der Spätromantik und seine spezifische Behandlung politischer Themen.
Joseph von Eichendorff, Spätromantik, Novelle, Philistertum, Französische Revolution, Märchen, Adel, Bürgertum, Natur, Taugenichts, Das Schloß Dürande, literarische Epoche, Romantik, Gesellschaftskritik, Wandermotiv
Die Arbeit beschäftigt sich mit den beiden Novellen von Joseph von Eichendorff, "Aus dem Leben eines Taugenichts" und "Das Schloß Dürande", und deren Stellung innerhalb der deutschen Spätromantik.
Die zentralen Themen sind die Kritik am Philistertum, die politische Rezeption der Französischen Revolution sowie die Bedeutung märchenhafter Elemente in Eichendorffs Werken.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Eichendorff durch seine Novellen einerseits eine unpolitische Kritik am Bürgertum übt und andererseits in seinem späteren Werk eine konservativ-aristokratische Haltung zur Revolution einnimmt.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den historischen Kontext (Restaurationszeit) einbezieht und durch Textstellen aus den Novellen sowie theoretische Literatur zur Romantik belegt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Epochenbetrachtung der Romantik, gefolgt von detaillierten Analysen der beiden genannten Novellen, wobei Motive wie das Wandern, das Schloss als Symbol und die gesellschaftliche Ordnung im Fokus stehen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Philistertum, Spätromantik, revolutionäre Gewalt, Aristokratie und märchenhafte Stilisierung geprägt.
Das Philistertum dient als das negative Gegenbild zum Taugenichts, der durch sein Leben im "Sonntagsgefühl" und in der Natur das bürgerliche Leistungs- und Zweckstreben der Aufklärung ablehnt.
Im Gegensatz zur eher unpolitischen ersten Novelle wird hier die Revolution als bedrohliches, blindes Naturereignis und als Zerstörung einer als ideal angesehenen patriarchalischen Ordnung dargestellt.
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