Bachelorarbeit, 2012
44 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Der aktuelle Modernisierungsdiskurs
2.1 Die Vielfalt der Modernen - Multiple Modernities
2.2 Einheit statt Vielfalt – reflexive Modernisierung und zweite Moderne
2.3 Die Symbiose – geteilte Geschichte und verwobene Moderne
3 Christopher A. Bayly - Uniformität der Moderne
3.1 Basisprozesse der Modernisierung
3.2 Moderne Tendenzen als Nebenprozesse der Modernisierung
3.3 Moderne- und Modernisierungsbild
4 Jürgen Osterhammel – Sonderwege in die Modernen
4.1 Basisprozesse der Modernisierung
4.2 Moderne Tendenzen als Nebenprozesse der Modernisierung
4.3 Moderne- und Modernisierungsbild
5 Vergleich
6 Schlussbemerkungen - Globalgeschichtsschreibung und Modernisierungstheorie
Die Arbeit untersucht, wie sich der Wandel im soziologischen Modernisierungsdiskurs auf die moderne Globalgeschichtsschreibung ausgewirkt hat. Dabei wird analysiert, inwieweit aktuelle Theorien die Darstellungen der Historiker Jürgen Osterhammel und Christopher A. Bayly beeinflusst haben und ob die Soziologie und Geschichtsschreibung sich gegenseitig prägen.
Die Vielfalt der Modernen - Multiple Modernities
Der im September 2010 verstorbene Soziologe Shmuel Noah Eisenstadt gehörte zweifellos zu den wichtigsten Soziologen des 20. Jahrhunderts, wobei vor allem die maßgeblich von ihm geprägte Theorie der multiple modernities weltweit Anerkennung fand. Seit die Zeitschrift Daedalus eine Ausgabe mit diesem Thema veröffentlichte, hat sich dieser Begriff rapide in den Sozialwissenschaften ausgebreitet. Große Forschungsprojekte wurden initiiert, Konferenzen und Seminare veranstaltet und immer mehr Bücher nutzen diese Bezeichnung, die sich mittlerweile als Teil der sozialwissenschaftlichen lingua franca etabliert hat.
Der theoretische Kern des Konzeptes liegt in der Beachtung der Besonderheiten von Zivilisationen, dem Konfliktpotenzial ihrer sozialen Dynamik, ihren Interaktionen mit der europäischen Moderne sowie ihren individuellen Mustern der Modernisierung und Formen der Moderne. Die Theorie hat sich schnell zu einem der wichtigsten Zivilisationsdiskurse innerhalb der Globalgeschichtsschreibung entwickelt. Das Konzept der multiple modernities richtet sich dabei mit seinem Fokus auf Zivilisationsvergleiche nicht nur gegen den „Clash of Civilizations“ von Samuel P. Huntington und dem „Ende der Geschichte“ von Francis Fukuyama, sondern auch gegen das lange Zeit gültige Axiom der teleologischen Konvergenz der Moderne, die von der „klassischen“ Modernisierungstheorie der 1950er und 1960er Jahre postuliert wurde.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Komplexität des Begriffs der „Moderne“ ein und legt das Ziel fest, den Einfluss soziologischer Modernisierungstheorien auf die Werke von Osterhammel und Bayly zu untersuchen.
2 Der aktuelle Modernisierungsdiskurs: Dieses Kapitel stellt drei zentrale Trends in der Modernisierungsforschung vor: multiple Modernen, reflexive Modernisierung sowie verwobene Moderne.
3 Christopher A. Bayly - Uniformität der Moderne: Hier werden Baylys Basisprozesse und Nebenfolgen der Modernisierung analysiert, wobei sein Fokus auf der Entstehung einer globalen Moderne hervorgehoben wird.
4 Jürgen Osterhammel – Sonderwege in die Modernen: Dieses Kapitel untersucht Osterhammels Modell, das trotz Einflüssen aus der Modernisierungstheorie stärker die Ausdifferenzierung und lokale Besonderheiten betont.
5 Vergleich: Der Vergleich stellt die unterschiedlichen Interpretationen beider Historiker gegenüber und zeigt, wie sie soziologische Konzepte für ihre historischen Darstellungen adaptieren.
6 Schlussbemerkungen - Globalgeschichtsschreibung und Modernisierungstheorie: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse über die wechselseitige Beeinflussung von Soziologie und Globalgeschichte zusammen und gibt Ausblicke auf zukünftige Forschungsfragen.
Globalgeschichte, Modernisierungstheorie, Multiple Modernities, Reflexive Modernisierung, Verwobene Moderne, Christopher A. Bayly, Jürgen Osterhammel, Sozialwissenschaften, Zivilisation, Transformation, Beschleunigung, Globalisierung, Gesellschaftswandel, Eurozentrismus, Historische Soziologie
Die Arbeit untersucht, wie soziologische Modernisierungstheorien die aktuelle Globalgeschichtsschreibung geprägt haben und wie zwei bedeutende Historiker diese Theorien in ihren Werken verarbeiten.
Zentral sind die soziologischen Konzepte der multiplen Modernen, der reflexiven Modernisierung und der verwobenen Moderne sowie deren Anwendung in der Geschichtswissenschaft.
Ziel ist es zu ergründen, wie der aktuelle Modernisierungsdiskurs die Historie beeinflusst und ob sich Historiker wie Bayly und Osterhammel von diesen soziologischen Modellen leiten lassen.
Es handelt sich um eine systematische Analyse und einen vergleichenden Diskursabgleich der Theorien und deren Anwendung in den geschichtswissenschaftlichen Werken von Osterhammel und Bayly.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Modernisierungsbegriffe von Bayly und Osterhammel sowie einem direkten Vergleich ihrer Interpretationen globaler Prozesse.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Globalgeschichte, Modernisierungstheorie, multiple Modernen und das Zusammenspiel von lokalen und globalen Entwicklungsprozessen charakterisiert.
Während Bayly die globale Uniformierung betont, legt Osterhammel den Fokus stärker auf die Ausdifferenzierung der Welt und die Bedeutung lokaler Besonderheiten.
Beide Autoren setzen sich mit der Rolle des Westens auseinander; Bayly sieht Europa als Ausgangspunkt für globale Prozesse, während Osterhammel die lokale Anpassung westlicher Einflüsse betont.
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