Bachelorarbeit, 2013
59 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Determinanten der Krankenhausprivatisierung in Deutschland
2.1 Wendepunkte der deutschen Krankenhauspolitik nach 1945
2.2 Krankenhäuser zwischen Plan und Wettbewerb
2.3 Krankenhausmarkt im Wandel
3 Ursachen varianter Privatisierungspolitik
4 Krankenhausprivatisierung im kommunalen Vergleich
4.1 Hamburg
4.1.1 Bestandsaufnahme
4.1.2 Der Weg in die Privatisierung
4.1.3 Ursachenforschung
4.2 Bremen
4.2.1 Bestandsaufnahme
4.2.2 Auf halben Weg in die Privatisierung?
4.2.3 Ursachenforschung
5 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht politikwissenschaftlich, welche sozioökonomischen, strukturellen und politisch-institutionellen Faktoren die unterschiedliche Intensität der Krankenhausprivatisierung in deutschen Bundesländern beeinflussen. Hierbei wird der Frage nachgegangen, weshalb sich trotz eines bundesweiten Privatisierungstrends regionale Unterschiede in der Privatisierungspraxis zeigen, wofür ein strukturierter Vergleich der Stadtstaaten Hamburg und Bremen als Fallbeispiele dient.
Die Privatisierung in Deutschland hat mittlerweile ein gewisses Ausmaß erreicht
Der Anteil privater Krankenhausbetten ist hierzulande inzwischen höher als in den USA, die gemeinhin als Privatisierungsvorreiter gelten (Braun 2009, S. 124). Auch aus europäischer Perspektive ist der Umfang der Krankenhausprivatisierung einzigartig - kein anderes europäisches Land hat in den letzten Jahren so viele Krankenhäuser privatisiert wie Deutschland (Böhlke/Gerlinger/Mosebach/ Schmucker/Schulten 2009, S. 8). Zu den vorläufigen Höhepunkten der Privatisierungswelle zählen die Übernahme des „Landesbetrieb Krankenhäuser“ (LBK) durch die „Asklepios Kliniken GmbH“ in Hamburg, sowie der Verkauf des „Universitätsklinikums Gießen und Marburg“ an die „Rhön-Klinikum AG“.
In beiden Fällen ist die Größenordnung, in letzterem Fall die deutschlandweit erstmalige Privatisierung eines Universitätsklinikums, ausschlaggebend (vgl. Ries Heidtke/Böhlke 2009; Hanschur/Böhlke 2009).
1 Einleitung: Einführung in das kontroverse Thema der Krankenhausprivatisierung und Darlegung der zentralen Forschungsfrage sowie der Relevanz der Arbeit.
2 Determinanten der Krankenhausprivatisierung in Deutschland: Aufarbeitung der historischen Entwicklung der Krankenhauspolitik, des dualen Finanzierungssystems und der strukturellen Faktoren, die den Wandel im Krankenhausmarkt beeinflussen.
3 Ursachen varianter Privatisierungspolitik: Vorstellung theoretischer Erklärungsansätze der Staatstätigkeitsforschung wie der Problemdruck-, Parteidifferenz- und Machtressourcentheorie zur Analyse regionaler Unterschiede.
4 Krankenhausprivatisierung im kommunalen Vergleich: Empirische Untersuchung und gegenüberstellende Analyse der Privatisierungsprozesse und deren Ursachen in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen.
5 Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Einflussfaktoren auf die Krankenhausprivatisierung und Einordnung der Erkenntnisse im Kontext der politischen Steuerung.
Krankenhausprivatisierung, Krankenhauspolitik, Krankenhausfinanzierung, Kommunaler Vergleich, Hamburg, Bremen, Problemdruckvariable, Parteidifferenztheorie, Machtressourcentheorie, DRG-System, Gesundheitswesen, Privatisierungsneigung, Staatstätigkeitsforschung, Klinikverbund, Daseinsvorsorge.
Die Arbeit analysiert die regional unterschiedliche Privatisierungsintensität von Krankenhäusern in Deutschland und sucht nach den Ursachen für diese Differenzen.
Die zentralen Themen sind Krankenhauspolitik, Finanzierungsstrukturen (dual vs. monistisch), Privatisierungsformen sowie der Einfluss politischer und ökonomischer Rahmenbedingungen.
Das primäre Ziel ist es, mittels politikwissenschaftlicher Theorien zu erklären, welchen Einfluss sozioökonomische, strukturelle und politisch-institutionelle Variablen auf die Privatisierung von Krankenhäusern ausüben.
Es wird die Methode des strukturierten und fokussierten Vergleichs in Form eines qualitativen Fallstudiendesigns (Most Similar Systems Design) angewendet.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Privatisierungsforschung erläutert und anschließend anhand der Fallbeispiele Hamburg und Bremen empirisch überprüft.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Krankenhausprivatisierung, Kommunaler Vergleich, Problemdruckvariable und Parteidifferenztheorie charakterisieren.
Die Wahl fiel auf diese Stadtstaaten, da sie bei ähnlichen Rahmenbedingungen (als Stadtstaaten) eine deutliche Varianz auf der abhängigen Variable "Privatisierungsintensität" aufweisen, was sie ideal für einen Vergleich macht.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Gewerkschaften in den untersuchten Fällen nur eine untergeordnete Rolle spielen und ihr Einfluss nur dann wirksam wird, wenn gleichzeitig linke Parteien an der Regierung beteiligt sind.
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