Masterarbeit, 2013
134 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Gliederung und Vorbemerkung
1.3 Forschungsinteresse
1.4 Der Debatten-Grass - ein Forschungsüberblick
2. Kontextuelle Einführung
2.1 Publizistische Debatten in Deutschland
2.2 Die Person Günter Grass
2.2.1 Sein Leben: Der Aktivist und Nobelpreisträger Grass
2.2.2 Sein Schaffen: Von der Danziger Trilogie bis „Eintagsfliegen“
2.3 Der Debattenanstoß: „Was gesagt werden muss“
2.4 Exkurs: Die Geschichte Israels
2.4.1 Der Weg zur Staatsgründung
2.4.2 Israel und die Konfliktregion Naher Osten
2.4.3 Benjamin Netanjahus Israel
3. Methodik der Untersuchung
3.1 Der Diskurs
3.1.1 Diskursbegriff, Diskurstheorien
3.1.2 Macht und Herrschaft im Diskurs
3.1.3 Die Diskursanalyse
3.2 Auswahl der Medien
3.2.1 Die Tageszeitung (als meinungsbildenes Medium)
3.2.2 Die Profile der untersuchten Tageszeitungen
3.3 Korpusbildung
4. Die Debatte
4.1 Artikelübersicht und diskursive Ereignisse
4.1.1 Grass' Stellungnahme
4.1.2 Israels Einreiseverbot: Grass als Persona non grata
4.1.3 Grass' Stellungnahme zum Einreiseverbot
4.2 Themen im Diskurs
4.2.1 Die Person Günter Grass
4.2.2 Grass und seine SS-Vergangenheit
4.2.3 Israel
4.2.4 Israelkritik und Antisemitismus-Vorwurf
4.2.5 Die Debatte bzw. Debattenkultur in Deutschland
4.2.6 Die literarische Qualität des Gedichts
4.3 Akteure
4.3.1 Redakteure
4.3.2 Personen der Zeitungs- und Literaturbranche
4.3.3 Angehörige des Judentums
4.3.4 Wissenschaftler
4.3.5 Die Leser(briefe)
5. Interpretation
5.1 Die Positionen der Zeitungen
5.1.1 Die Süddeutsche Zeitung
5.1.2 Die Frankfurter Allgemeine Zeitung
5.1.3 Die Welt
5.1.4 Die Tageszeitung
5.1.5 Die Zeit
5.1.6 Der Standard und Die Presse: Die Debatte in Österreich
5.2 Die Akteure der Debatte
5.3 Erkenntnisse der Debatte: Was debattiert wird
6. Fazit und Ausblick
Diese Masterarbeit analysiert die publizistische Debatte, die durch die Veröffentlichung von Günter Grass' Gedicht „Was gesagt werden muss“ am 4. April 2012 ausgelöst wurde. Das primäre Ziel ist es, die Berichterstattung überregionaler Qualitätszeitungen in Deutschland und Österreich zu untersuchen, um die Positionen verschiedener Akteure sowie thematische Schwerpunkte und Wertungsmuster innerhalb dieser Debatte zu dekonstruieren.
2.3 Der Debattenanstoß: „Was gesagt werden muss“
Vorlage für die Diskussionen und somit Grundlage dieser Arbeit war jedoch die ursprüngliche Fassung des Gedichts „Was gesagt werden muss“. Das von Grass verfasste Poem wurde am 4. April 2012 in der SZ-Ausgabe der Seite 11 in der Rubrik „München, Deutschland, Bayern“ veröffentlicht. Es sollte ursprünglich in der Wochenzeitung Die Zeit erscheinen, die Redaktion entschied sich jedoch kurzerhand gegen eine Veröffentlichung. Chefredakteur di Lorenzo bemerkt dazu:
Wir haben dann schon das Bedürfnis, den Autor gegen mögliche Kritik ein Stück weit in Schutz nehmen zu können. Und das erschien uns (...) unmöglich. Und wir wollten es auch nicht in Kombination abdrucken, dass wir uns dann ganz furchtbar davon distanzieren, aber es trotzdem drucken.
Die SZ-Chefredaktion hingegen stimmt dem Abdruck zu. Heribert Prantl, Chef des Innenpolitik-Ressorts, begründete die Entscheidung mit dem Recht auf Presse- und Meinungsfreiheit: "(...) die Freiheit es zu drucken, ist eine wichtige Freiheit und die Freiheit über ein solches Gedicht, über eine solche Meinung zu diskutieren ist eine wertvolle Freiheit."
1. Einleitung: Begründung des Forschungsinteresses und Überblick über die Relevanz der Debatte um Günter Grass' SS-Vergangenheit und sein Gedicht.
2. Kontextuelle Einführung: Darstellung der deutschen Debattenkultur, der Person Günter Grass sowie ein historischer Abriss der Geschichte Israels.
3. Methodik der Untersuchung: Theoretische Herleitung der Diskursanalyse, Definition des Korpus und Erläuterung der Kriterien zur Artikelauswahl.
4. Die Debatte: Quantitative und qualitative Analyse der diskursiven Ereignisse, Themenfelder und der beteiligten Akteure.
5. Interpretation: Auswertung der Positionen einzelner Zeitungen und Zusammenführung der Erkenntnisse darüber, was in der Debatte tatsächlich verhandelt wurde.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse und Reflexion über die Rolle der Medien bei der Skandalisierung von Debatten.
Günter Grass, Was gesagt werden muss, Diskursanalyse, Israel, Antisemitismus, Pressefreiheit, deutsche Debattenkultur, Qualitätsjournalismus, SS-Vergangenheit, Nahostkonflikt, Mediale Skandalisierung, öffentliche Debatte, Meinungsbildung, Deutungshoheit, Medienkritik.
Die Arbeit analysiert die publizistische Auseinandersetzung in überregionalen Zeitungen nach der Veröffentlichung von Günter Grass' Gedicht „Was gesagt werden muss“ im April 2012.
Im Fokus stehen die Kritik an Israel, die Person Günter Grass und seine SS-Vergangenheit, das Thema Antisemitismus sowie die Struktur der deutschen Debattenkultur.
Ziel ist es, die Berichterstattung und die eingenommenen Positionen der Qualitätszeitungen in Deutschland und Österreich zu entschlüsseln und zu vergleichen.
Die Autorin/der Autor nutzt die kritische Diskursanalyse in Kombination mit einer qualitativen Inhaltsanalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Fundierung, die detaillierte Analyse der Artikel und Ereignisse sowie die Interpretation der Akteursgruppen und Zeitungsprofile.
Zentrale Begriffe sind Diskursanalyse, Antisemitismus-Vorwurf, Israelkritik, journalistische Debattenkultur und die mediale Inszenierung von Skandalen.
Die Debatte wird stark durch die vorbelastete Biografie von Grass und sein späteres Bekenntnis zur SS geprägt, was von vielen Kritikern als Diskreditierung seiner politischen Wortmeldungen genutzt wurde.
Die Debatte war stark von persönlichen Angriffen auf Grass und einer boulevardesken Skandalisierung geprägt, während die eigentlichen Sachthemen (Atompolitik) oft in den Hintergrund traten.
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