Diplomarbeit, 2012
70 Seiten, Note: 1,0
1. Vorwort
2. Der thematische Rahmen
2.1. Was ist Jazz? Versuch einer Paraphrasierung
2.2. Welchem Zweck kann Jazz im Musikunterricht dienen?
3. Zur Didaktik und Methodik des Jazz im Musikunterricht
3.1. Geschichte und Gegenwart der Jazzdidaktik
3.2. Pädagogische Bedingungen für den Einsatz von Jazz im Musikunterricht
3.3. Didaktisch-methodische Konzepte zur Vermittlung musikalischer Kenntnisse und Fertigkeiten anhand von Jazz
3.3.1. Handlungs- und schülerorientierter Unterricht
3.3.2. Das integrative Konzept
3.3.3. Klassenmusizieren
3.3.4. Aufbauender Musikunterricht
4. Jazzthemen im Musikunterricht
4.1. Zur Improvisation
4.1.1. Begriffsklärung und Bedeutung der Improvisation für den Musikunterricht
4.1.2. Möglichkeiten der Vermittlung
4.2. Die Einbettung von Jazz in den Musikunterricht anhand exemplarischer Beispiele (Theorie, Harmonik, Geschichte)
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogisch-didaktischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vermittlung von Jazzinhalten an allgemein bildenden Schulen. Ziel ist es, den Nutzen des Jazz für die musikalische Bildung von Schülern aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie dieses Genre trotz häufig vorhandener Vorbehalte oder mangelnder Informationen der Lehrkräfte motivierend und handlungsorientiert in den Unterricht integriert werden kann.
2.1. Was ist Jazz? Eine kurze Paraphrasierung
Bevor es darum gehen kann, seine didaktisch-pädagogische Seite zu beleuchten, sei an dieser Stelle zunächst das heterogene Phänomen "Jazz" umrissen. Es handelt sich hierbei um ein Genre, welches im Laufe seiner nunmehr deutlich über 100 Jahre währenden Geschichte eine Entwicklung im Zeitraffer durchlief. Während bspw. die europäische Musik über ungleich mehr Zeit für ihre Evolution verfügte und dabei im Wandel von Zeiten, Nationen und Formen musikalischer Praxis eine Vielzahl von Gattungen hervorbrachte, war der Jazz aufgrund der "kurzen" Kommunikations- und Reisewege des 20. Jahrhunderts verhältnismäßig raschen Wandlungen unterworfen. Die technische Revolution hatte nicht nur die Bewegungen von Menschen und Informationen beschleunigt, sondern erlaubte späteren Generationen, sich mittels zeitgenössischer Musikaufnahmen ein Bild von der Geschichte des Jazz zu machen.
Sie können und konnten unabhängig von jedweder Historiographie urteilen. So ist sein Bild nicht plastisch und abgeschlossen, sondern befindet sich in fortwährender Umgestaltung. Für seine musikalische Entwicklung spielten indes neben den technischen auch soziokulturelle Bedingungen eine herausragende Rolle: Jazz war als Tanz- und Unterhaltungsmusik entstanden und musste im Gegensatz zur so genannten "klassischen" Musik auf (fürstliches oder staatliches) Mäzenatentum verzichten. Daher war er dem hektischen Pulsschlag seiner Zeit ebenso wie die übrigen Moden unterworfen. Das war er umso mehr, da sich in den Jahren während oder kurz nach der Jahrhundertwende die Räder der Maschinen schneller zu drehen begannen, Amerika am Anfang seiner globalen Führungsrolle stand und selbst in Europa die "Ismen" einander die Klinke in die Hand drückten. Es handelte sich um nichts weniger als das Morgengrauen der Moderne und der Jazz war ihr Chronist. Das ewig Neue wurde zum Paradigma der demokratischen Masse. Das Publikum fällte die Entscheidung über Erfolg oder Misserfolg einer musikalischen Bewegung. Gerade diese Wurzeln waren entscheidend für die Fähigkeit des Jazz, sich stets neu zu erfinden - ein Baum, der heute noch frische Triebe hervorbringt.
Vorwort: Einleitung in die Problematik der bisher eher stiefmütterlichen Behandlung des Jazz im Schulunterricht und Skizzierung der zentralen Forschungsfrage.
Der thematische Rahmen: Beleuchtung des Jazz aus definitorischer und musikwissenschaftlicher Sicht sowie Erörterung seines pädagogischen Nutzens.
Zur Didaktik und Methodik des Jazz im Musikunterricht: Zusammenfassung der historischen Entwicklung der Jazzdidaktik und Vorstellung pädagogischer Konzepte sowie methodischer Ansätze.
Jazzthemen im Musikunterricht: Vertiefende Auseinandersetzung mit Improvisation als Kernelement und praktische Beispiele für die Einbettung in den Unterricht.
Zusammenfassung: Fazit über die Notwendigkeit einer offenen, schülerorientierten Unterrichtsgestaltung, um die Potentiale des Jazz für die Persönlichkeitsbildung zu entfalten.
Jazz, Musikunterricht, Jazzdidaktik, Improvisation, Klassenmusizieren, Handlungsorientierung, Schülerorientierung, Kreativität, Musikpädagogik, Schulmusik, Musikpraxis, ästhetische Bildung, Flow, interkulturelles Lernen, Popularmusik.
Die Diplomarbeit widmet sich den pädagogisch-didaktischen Bedingungen, die notwendig sind, um Jazz als Lerninhalt effektiv und motivierend an allgemein bildenden Schulen zu vermitteln.
Die zentralen Themen sind die historische Einordnung des Jazz, die Analyse didaktischer Ansätze, die Rolle der Improvisation und der Transfer dieser jazzspezifischen Elemente in die schulische Praxis.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jazz als Bindeglied zwischen verschiedenen Musiktraditionen dienen kann und welche Lehr-Lern-Methoden den Schülern einen Zugang zu diesem komplexen Genre ermöglichen.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Auswertung bestehender jazzdidaktischer Literatur, aktuelle Lehrpläne sowie die Analyse moderner handlungsorientierter Unterrichtskonzepte.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Jazzgeschichte, eine detaillierte Auseinandersetzung mit jazzdidaktischen Konzepten (wie Klassenmusizieren und das integrative Konzept) sowie eine Anleitung zur Integration der Improvisation.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Jazzdidaktik, Improvisation, Schülerorientierung, handlungsorientierter Musikunterricht und ästhetische Bildung geprägt.
Der Lehrer wird nicht als reiner Wissensvermittler, sondern als Begleiter und Moderator gesehen, der durch eine offene Atmosphäre und Toleranz gegenüber dem Musikgeschmack der Schüler die Grundlage für erfolgreiche musikalische Lernprozesse schafft.
Das Klassenmusizieren wird als Methode hervorgehoben, um Theorie und Praxis zu verbinden und den Schülern durch aktives Handeln ein tieferes Verständnis musikalischer Strukturen zu ermöglichen.
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