Bachelorarbeit, 2013
67 Seiten, Note: 1,3
1. Ausgangssituation
2. Zielsetzung und aktueller Forschungsstand
3. Aufbau der Arbeit
4. Religiöse Vielfalt im öffentlichen Raum
4.1 Entwicklung der religiösen Vielfalt
4.2 Die Religionszugehörigkeiten in Deutschland
4.3 Wahrnehmung und Akzeptanz religiöser Vielfalt
4.4 Wie Vielfalt zum interreligiösen Dialog anregt
5. Religiöse Vielfalt auf der Bildungsebene
5.1 Interreligiöses Lernen
5.1.1 Begriffserklärung – Interreligiöses Lernen
5.1.2 Evangelische Perspektiven zum interreligiösen Lernen
5.1.3 Konzepte des interreligiösen Lernens
5.1.4 Interreligiöses Lernen als Aufgabe der Pädagogik
5.2 Von der Theorie in die Praxis
5.2.1 Die Schule in der Zukunft
5.2.2 Modellversuch: Berufsschule 3 Nürnberg
6. Religiöse Vielfalt im Unternehmen
6.1 Das Diversity Management
6.1.1 Von den Wurzeln zur aktuellen Verbreitung
6.1.2 Die Dimensionen des Diversity Managements
6.2 Von der Theorie in die Praxis
6.2.1 Das Unternehmen in der Zukunft
6.2.2 Praxisbeispiel: Commerzbank
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, wie in der Berufsschule und im Unternehmen mit religiöser Vielfalt umgegangen wird, mit dem Ziel, religiöse Pluralität durch entsprechende Konzepte und Wertefundamente konstruktiv zu nutzen.
4.1 Entwicklung der religiösen Vielfalt
Das Zusammenleben von Menschen mit verschiedensten säkularen und religiösen Weltanschauungen ist in Deutschland zur Alltagsrealität geworden. (vgl. Arzt, Jakobs, Knauth und Pithan, 2009, S. 9) Dabei stellt Glaubensgemeinschaft eine Organisation bzw. die Gesamtheit der Angehörigen einer Konfession oder religiösen Gruppe dar. (vgl. Bibliographisches Institut, 2013a) Die Geschäftsführerin des Exzellenzcluster Religion und Politik Iris Fleßenkämper betonte diesbezüglich, dass „religiöse Vielfalt […] jedoch kein Signum der Moderne, sondern ein Grunddatum der Religionsgeschichte“ (vgl. Fleßenkämper, 2012) sei. Einige Forschungen hierzu zeigen, dass sich immer und immer wieder Gesellschaften und Religionen mit dieser ‚Problematik‘ auseinandersetzen mussten. (vgl. Fleßenkämper, 2012) Heutzutage spiegelt die weltweite Verflechtung seit den 1990er Jahren die religiöse Vielfalt auf kleinstem Raum wider und bringt dadurch die Herausforderung, mit dieser Problematik umgehen zu können, in die Gegenwart hinein. Dadurch entstand schon früh eine Art von „Patchwork-Religiosität oder Religiosität à la carte“, (Grom, 2010, S. 47) die eine Zunahme von religiösen Optionen mit sich brachte. Diese Ausdehnung der Pluralität und des ‚Auswählens der Religion‘ wird aller Voraussicht nach in den kommenden Jahren nicht zum Stillstand kommen. (vgl. Gabriel, 2009, S. 22) Dies bedeutet folglich, dass sich die möglichen Weltanschauungen, nach denen ein Individuum leben kann, durch die religiöse Vielfalt signifikant ausdifferenziert haben.
1. Ausgangssituation: Es wird die zunehmende religiöse Vielfalt als gesellschaftliche Herausforderung dargestellt, die sowohl in Schulen als auch in Unternehmen Flexibilität und interkulturelle Kompetenz erfordert.
2. Zielsetzung und aktueller Forschungsstand: Ziel der Arbeit ist es, den Umgang mit religiöser Vielfalt in Berufsschulen und Unternehmen unter Einbeziehung von Wertefundamenten zu beleuchten.
3. Aufbau der Arbeit: Das Kapitel strukturiert den theoretischen und praktischen Teil der Arbeit, inklusive der Fallbeispiele zur Berufsschule und dem Unternehmen.
4. Religiöse Vielfalt im öffentlichen Raum: Es wird die historische und aktuelle Entwicklung der religiösen Pluralität in Deutschland analysiert und die Akzeptanz dieser Vielfalt in der Gesellschaft diskutiert.
5. Religiöse Vielfalt auf der Bildungsebene: Dieses Kapitel behandelt das Konzept des interreligiösen Lernens und stellt anhand des Modellversuchs an der Berufsschule 3 in Nürnberg dar, wie dies praktisch umgesetzt werden kann.
6. Religiöse Vielfalt im Unternehmen: Es wird das Diversity Management als strategischer Ansatz eingeführt, seine Dimensionen analysiert und die Umsetzung in der Commerzbank als Praxisbeispiel untersucht.
7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach religiöse Vielfalt als Ressource genutzt werden sollte, wobei für die Praxis sowohl in der Bildung als auch im Unternehmen ein gemeinsames Wertefundament essenziell ist.
Religiöse Vielfalt, Interreligiöses Lernen, Diversity Management, Berufsschule, Unternehmen, Commerzbank, Wertefundament, Weltethos, Interkulturelle Kompetenz, Pluralismus, Religion, Bildung, Integration, Toleranz, Globalisierung.
Die Arbeit analysiert, wie mit religiöser Vielfalt in modernen Institutionen, konkret in der Berufsschule und im Unternehmen, umgegangen wird, um diese Vielfalt konstruktiv zu nutzen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem interreligiösen Lernen in Bildungseinrichtungen und dem Diversity Management (DiM) als strategischem Ansatz in der Wirtschaft.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie religiöse Vielfalt – oft als Herausforderung empfunden – durch Integration, Werteorientierung und gezielte Maßnahmen als Bereicherung und Erfolgsfaktor wahrgenommen und genutzt werden kann.
Neben einer theoretischen Analyse basierend auf aktueller Fachliteratur werden Praxisbeispiele untersucht (Berufsschule 3 Nürnberg, Commerzbank) sowie Experteninterviews geführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der religiösen Vielfalt, die Implementierung interreligiösen Lernens im Schulalltag sowie eine Analyse des Diversity Managements in Unternehmen.
Zentrale Begriffe sind neben der religiösen Vielfalt das Diversity Management, das interreligiöse Lernen, die interkulturelle Kompetenz sowie die Orientierung an einem tragfähigen Wertefundament wie dem Weltethos.
Während die Berufsschule den Fokus auf die Bildung interkultureller Kompetenz und Werteerziehung durch das Projekt "Weltethos" legt, betrachtet das Unternehmen Vielfalt vermehrt als strategischen Wettbewerbsvorteil, der in eine Organisationsstruktur (DiM) eingebettet werden muss.
Sie dient als Best-Practice-Beispiel, da sie religiöse und kulturelle Vielfalt fest in ihrem Leitbild verankert hat und durch konkrete Ansätze wie Workshops und ein gelebtes "Schulethos" in den normalen Unterricht integriert.
Obwohl die Bank als Vorreiter im Diversity Management gilt, zeigt die Untersuchung, dass die Dimension "Religion" innerhalb der betrieblichen Praxis im Vergleich zu anderen Faktoren wie Gender oder Kultur noch Nachholbedarf hat und stärker in konkrete Konzepte einfließen muss.
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