Bachelorarbeit, 2012
49 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Währungsräume
2.1.1 Vorteile einer Währungsunion
2.1.2 Nachteile einer Währungsunion
2.2 Theorie optimaler Währungsräume
2.2.1 Robert A. Mundell: Arbeitsmobilität
2.2.2 Ronald McKinnon: Offenheit
2.2.3 Peter Kenen: Diversifikation von Handel und Produktion
2.2.4 Neuere Kriterien
2.2.5 Zusammenfassung
3 Ist die Eurozone ein optimaler Währungsraum?
3.1 Asymmetrische Schocks und Inflation
3.2 Faktormobilität
3.3 Offenheit
3.4 Diversifikation von Handel und Produktion
3.5 Fiskaltransfers
3.6 Ergebnis
4 Kritische Würdigung
5 Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob die ersten zwölf Mitgliedsländer der Eurozone (EUR-12) aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht einen optimalen Währungsraum bilden. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die Eurozone die Kriterien der Theorie optimaler Währungsräume erfüllt und ob sich diese Beurteilung durch die Auswirkungen der Finanzkrise seit 2007 verändert hat.
2.2.1 Robert A. Mundell: Arbeitsmobilität
Robert A. Mundell untersucht in „A Theory of Optimum Currency Areas” (1961) die Auswirkungen eines asymmetrischen Nachfrageschocks auf das herrschende Gleichgewicht zwischen zwei Regionen. Regionen werden dafür definiert als „[…] areas within which there is factor mobility, but between which there is factor immobility.” (Mundell 1961, S. 658). Eine Region entspricht also nicht zwangsläufig dem Staatsgebiet. Des Weiteren ist seine Definition einer Region nicht ausschließlich geografischer Natur. Herrscht zwischen zwei unterschiedlichen Branchen, beispielsweise der Auto- und der Kleidungsindustrie, keine Faktormobilität, so sind diese ebenfalls als zwei Regionen zu betrachten. Mit Faktormobilität meint Mundell lediglich Arbeitsmobilität, da Kapital seinerzeit aufgrund der technischen Möglichkeiten und gesetzlichen Regelungen kaum über Landesgrenzen hinweg mobil war.
In seiner Analyse kommt er zu dem Schluss, dass flexible Wechselkurse zwischen unterschiedlichen Regionen gegenüber einem festen oder flexiblen Wechselkurssystem auf Grundlage von Nationalstaaten vorzuziehen sind.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der europäischen Einigungspläne ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Eurozone anhand der Theorie optimaler Währungsräume zu evaluieren.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Währungsräume sowie die Vor- und Nachteile von Währungsunionen und stellt die zentralen Kriterien der OCA-Theorie (Arbeitsmobilität, Offenheit, Diversifikation) vor.
3 Ist die Eurozone ein optimaler Währungsraum?: Der Hauptteil analysiert die Eurozone (EUR-12) anhand der zuvor definierten Kriterien und untersucht insbesondere die Konvergenz von Inflationsraten, Faktormobilität und Handelsstrukturen.
4 Kritische Würdigung: Hier wird der theoretische Rahmen der OCA-Theorie kritisch hinterfragt, wobei insbesondere die Relevanz der Modellannahmen in der modernen europäischen Realität thematisiert wird.
5 Ausblick: Der abschließende Ausblick diskutiert die Zukunftsfähigkeit der Eurozone und die notwendigen Voraussetzungen für eine mögliche Vertiefung der Integration, etwa durch Fiskaltransfers.
Eurozone, EUR-12, Theorie optimaler Währungsräume, Währungsunion, asymmetrische Schocks, Arbeitsmobilität, Kapitalmobilität, Inflation, Konvergenz, Fiskaltransfers, Handelserflechtung, Diversifikation, Finanzkrise, EZB, Preisstabilität
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftswissenschaftlichen Beurteilung, ob die ersten zwölf Euro-Länder einen optimalen Währungsraum bilden.
Die Themenfelder umfassen die Theorie optimaler Währungsräume (OCA-Theorie), die Analyse von Schocks, Arbeits- und Kapitalmobilität sowie die Handelsverflechtung und Fiskaltransfers innerhalb der Eurozone.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die EUR-12 ein optimaler Währungsraum ist und ob die Finanzkrise seit 2007 eine Neubewertung der Eurozone erforderlich macht.
Die Autorin stützt sich auf die theoretischen Kriterien der OCA-Theorie und evaluiert diese anhand von Wirtschaftsdaten der zwölf Mitgliedsländer, inklusive vergleichender Analysen zu den USA.
Der Hauptteil evaluiert die Konvergenz von Inflationsraten, die Faktormobilität (Arbeit und Kapital), die Offenheit der Volkswirtschaften, die Diversifikation der Handelsstrukturen sowie die Rolle von Fiskaltransfers in der EU.
Zentrale Begriffe sind Eurozone, OCA-Theorie, asymmetrische Schocks, Faktormobilität, Konvergenz und Fiskaltransfers.
Mundell sieht Arbeitsmobilität als den entscheidenden Mechanismus an, um Ungleichgewichte zwischen Regionen auszugleichen, wenn eine autonome Geldpolitik durch den Beitritt zur Währungsunion aufgegeben wurde.
Die Arbeit stellt fest, dass die Krise zwar die Divergenz der Renditen bei Staatsanleihen erhöht hat, eine grundlegende Neubewertung der Eurozone als optimaler Währungsraum jedoch derzeit nicht zwingend notwendig ist.
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