Bachelorarbeit, 2007
53 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Vorläufige Begriffsklärung
1.1 Was impliziert der Begriff „Christ-sein“?
1.2 Zum Begriff und zur geschichtlichen Erscheinung der Aufklärung
1.2.1 Eine Definition
1.2.2 Themen und Tendenzen der Aufklärung
1.2.3 Aufklärung im Verständnis der Aufklärung – Kant
1.2.3.1 Ein Exkurs: Die Transzendentalphilosophie Kants
2 Glauben und Wissen
3 Widerlegung Gottes durch die Vernunft?
3.1 Religions- und Christentumskritik
3.2 Gott als Gedanke des Menschen – Feuerbach (1804 – 1872)
3.2.1 Zur Sekundärliteratur
4 Vier typische Reaktionsmuster deutscher Intellektueller auf die leitende Fragestellung
4.1 Dezidierte Christentumskritiker
4.2 Agnostiker
4.3 Das ,graue Heer‘ der ,Lauen‘ und ,Mitläufer‘
4.4 Dezidierte Christentumsbekenner
5 Eine Zwischenbilanz
6 „Aufgeklärte Christen“ – Kein Paradoxon
6.1 Versuch einer eigenen Antwort
7 Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die grundlegende fundamentaltheologische Fragestellung, ob ein aufgeklärter, nach rationalen Standards denkender Mensch heute noch christlich glauben kann, ohne seine Vernunft aufzugeben. Ziel ist die Entwicklung eines verantwortbaren Verständnisses von „glauben“ und „wissen“, um eine mögliche Brücke zwischen rationaler Reflexion und christlicher Identität zu schlagen.
Gott als Gedanke des Menschen – Feuerbach (1804 – 1872)
Projiziert, verdrängend, sinnlos? – Religionskritiken funktionieren in aller Regel als Kombination aus diesen drei Momenten. Keiner der Typen tritt also rein auf, jeder der drei Typen aber hilft, bestehende Theorien und Meinungen zu beschreiben, zu klassifizieren und in ein kritisches Gespräch zu bringen.
In diesem Teilpunkt wird die Position Ludwig Feuerbachs zur Religion dargestellt. Hier liegt eine Ideologiekritik vor, die dem Typus „Projektionsvorwurf“ am nächsten kommt. Er wird kombiniert mit einer spezifischen Theorie des menschlichen Bewusstseins.
Nach Feuerbach ist der Mensch oder die Gattung Mensch die alleinige Wirklichkeit, deshalb ist das Wesen der Religion und des christlichen Gottesglauben vom menschlichen Selbstbewusstsein her zu verstehen. Auf dieser Grundannahme fußt Feuerbachs entscheidende These: Gott ist ein Gedanke, eine Idee des Menschen. Nicht Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, sondern der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde. Genau so viel Wert wie der Mensch, hat sein Gott. Das Bewusstsein Gottes ist das erste und indirekte Selbstbewusstsein des Menschen. Die Erkenntnis Gottes ist die Selbsterkenntnis des Menschen. Das bedeutet, dass man aus dem Gott des Menschen den Menschen selbst und aus dem Menschen seinen Gott erkennen kann.
Einleitung: Die Autorin legt ihre persönliche Motivation sowie die grundlegende Fragestellung dar, ob „aufgeklärt“ sein und Christ sein sich widersprechen.
1 Vorläufige Begriffsklärung: Untersuchung der historischen und inhaltlichen Bedeutung der Begriffe „Christ-sein“ und „Aufklärung“, um die Brisanz der Fragestellung zu verdeutlichen.
2 Glauben und Wissen: Theoretische Auseinandersetzung mit den erkenntnistheoretischen Modi des „Fürwahrhaltens“ und der wechselseitigen Beziehung von Glauben und Wissen.
3 Widerlegung Gottes durch die Vernunft?: Analyse religionskritischer Ansätze, mit besonderem Fokus auf Ludwig Feuerbachs Projektionsthese.
4 Vier typische Reaktionsmuster deutscher Intellektueller auf die leitende Fragestellung: Darstellung und Kategorisierung verschiedener Antworten von der radikalen Kritik bis hin zum bewussten Bekenntnis.
5 Eine Zwischenbilanz: Einordnung der untersuchten Positionen in zwei grundlegende Denkmuster als Vorbereitung auf den eigenen Antwortversuch.
6 „Aufgeklärte Christen“ – Kein Paradoxon: Reflexion über die eigene methodische Vorgehensweise und den Versuch einer Synthese.
6.1 Versuch einer eigenen Antwort: Die Autorin postuliert einen „aufgeklärten Glauben“, der sich als verantwortbares Handeln und Denken versteht.
7 Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Reflexion über die Tragweite des eigenen Antwortversuchs und die Offenheit für weitere Fragestellungen.
Aufklärung, Christsein, Glaube, Wissen, Religionskritik, Ludwig Feuerbach, Immanuel Kant, Gottesfrage, Fundamentaltheologie, Rationalität, Projektion, Trinitätstheologie, Anthropologie, Vernunft, Existenz Gottes.
Die Arbeit untersucht, ob es möglich ist, als aufgeklärter, vernunftorientierter Mensch an einem christlichen Gottesbild festzuhalten, ohne wissenschaftliche Erkenntnisse zu leugnen.
Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Glaube und Wissen, die religionsphilosophische Kritik (insbesondere Feuerbach und Kant) sowie die Frage nach einer zeitgemäßen christlichen Identität.
Ziel ist es, ein Verständnis zu entwickeln, das es dem Menschen ermöglicht, „von unten nach oben“ zu glauben, also den christlichen Glauben in der heutigen Welt rational zu verantworten.
Es wird ein fundamentaltheologischer und religionsphilosophischer Ansatz gewählt, der Erkenntnistheorie, kritische Religionsanalyse und systematische Reflexion verbindet.
Der Hauptteil analysiert die Begriffe „Aufklärung“ und „Glauben“, untersucht die radikale Religionskritik und vergleicht verschiedene Typen des Umgangs mit der Gottesfrage in der Moderne.
Schlüsselbegriffe sind Aufklärung, Glaube, Wissen, Religionskritik, Feuerbach, Gottesfrage und das „von unten nach oben“ Denken.
Dieser Ansatz bedeutet, bei der Suche nach Gott vom Subjekt Mensch und dessen Erfahrung auszugehen, anstatt ein vorgegebenes metaphysisches Gottesbild passiv zu übernehmen.
Die Autorin betrachtet Religion als ein interpretatives Zeichensystem, das auch für moderne Menschen eine Orientierung bieten kann, sofern es kritisch und reflektiert gehandhabt wird.
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