Diplomarbeit, 2012
30 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
3. Methoden
3.1 Stichprobe
3.2 Apparatur und Stimuli
3.3 Prozedur und Design
4. Ergebnisse
5. Diskussion
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Hypothese, ob auditive, räumlich variierte Hinweisreize automatisch die vertikale Raumdimension aktivieren und somit die semantische Verarbeitung von Wörtern mit einem räumlichen Bezug nach oben oder unten erleichtern oder beeinflussen.
Der Embodied Cognition Ansatz
Der Embodied Cognition Ansatz geht davon aus, dass die mentalen Repräsentationen von Objekten und Konzepten auf denjenigen Hirnzuständen beruhen, welche bereits während der Wahrnehmung oder Interaktion des Objektes oder Konzeptes mit dem Individuum aktiv waren (Barsalou, 1999). In seinem Ansatz der Perceptual Symbol Systems nimmt Barsalou (1999) an, dass die Interaktion zwischen Individuum und Umwelt zu einer Aktivierung der assoziierten sensomotorischen Areale im Gehirn führt und dieselben Hirnareale bei der Aktivierung der mentalen Repräsentation erneut aktiviert werden. Diese perzeptuellen Codes beinhalten somit individuelle handlungsbezogene Informationen über die jeweiligen Objekte und Konzepte. Barsalou (1999) betont die Interaktion eines Individuums mit der Umwelt und nimmt an, dass mentale Repräsentationen eines Konzepts modalitätsspezifisch lokalisierbar und „embodied“, d. h. an körperliche Zustände gebunden, sind. Eine Teilmenge der neuronalen und körperlichen Aktivierung wird demnach extrahiert und in Form von Symbolen oder Bildern im Gedächtnis gespeichert, welche eine Analogie der dazugehörigen Wahrnehmung darstellen und damit auch die räumliche Fundierung des Objektes oder Konzeptes widerspiegeln.
1. Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage, ob Wörter mit räumlichem Bezug automatisch eine vertikale mentale Raumdimension aktivieren.
2. Theoretischer Hintergrund: Darstellung der Embodied Cognition Theorie und des Forschungsstandes zur Interaktion zwischen Sprache, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit.
3. Methoden: Beschreibung des experimentellen Designs, der Stichprobe und des eingesetzten Wortmaterials zur Untersuchung der Hypothese.
4. Ergebnisse: Präsentation der statistischen Auswertungen der Reaktionszeiten und Fehlerraten der Probanden im Go/No-Go-Experiment.
5. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse vor dem Hintergrund der aufgestellten Hypothesen sowie methodische Einordnung und Ausblick auf zukünftige Forschung.
Embodied Cognition, Mentale Repräsentation, Vertikale Raumdimension, Auditive Hinweisreize, Lexikalische Entscheidungsaufgabe, Sprachverarbeitung, Aufmerksamkeit, Sensomotorik, Kongruenzeffekt, Raumkognition, Reaktionszeit, Wahrnehmung, Konzepte, Prototypische Lokalisation, Experimentelle Psychologie
Die Arbeit untersucht, ob die Verarbeitung von Wörtern, die einen räumlichen Bezug nach oben oder unten haben, automatisch eine vertikale mentale Raumdimension aktiviert, wenn sie durch auditive räumliche Hinweisreize eingeleitet wird.
Die zentralen Themen sind Embodied Cognition, die automatische Aktivierung von Raumkonzepten durch Sprache sowie die Interaktion zwischen auditiven Hinweisreizen und visueller Wortverarbeitung.
Das primäre Ziel ist zu prüfen, ob ein auditiver Ton von oben oder unten die Aufmerksamkeit derart lenkt, dass die nachfolgende semantische Beurteilung von kongruenten Wörtern (z.B. "Wolke" bei Ton von oben) beschleunigt wird.
Es wurde ein experimentelles Labor-Design (Go/No-Go-Experiment) mit 29 Probanden angewandt, in dem Reaktionszeiten und Fehlerraten bei einer lexikalischen Entscheidungsaufgabe gemessen wurden.
Im Hauptteil werden der theoretische Rahmen der Embodied Cognition, der Versuchsaufbau inklusive Stimuluskontrolle sowie die statistische Auswertung der Daten mittels Varianzanalysen dargelegt.
Schlüsselwörter sind u.a. Embodied Cognition, mentale Repräsentation, vertikale Raumdimension, auditive Hinweisreize und lexikalische Entscheidungsaufgabe.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die vertikale Dimension für die konkrete Aufgabe (semantische Beurteilung der Wortbedeutung) nicht relevant war und die Probanden die Hinweisreize möglicherweise aufgrund der Aufgabenstellung ignorierten.
Das Stimulusmaterial bestand aus Wörtern mit etabliertem vertikalen Bezug (z.B. "Dach" für oben, "Wurzel" für unten), deren Kongruenz mit den Hinweisreizen auf Reaktionszeitvorteile geprüft werden sollte.
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