Bachelorarbeit, 2011
43 Seiten
1 Thema, Forschungsumfeld und Fragestellung der Untersuchung
2 Antikenrezeption und medienhistorischer Kontext
2.1 Antikenrezeption in der Epoche der Renaissance
2.2 Der Medienwechsel von der Handschrift zum gedruckten Buch
3 Die „Epistulae“ des Plinius und ihre Rezeption vor dem Hintergrund des Medienwechsels
3.1 Handschriftenüberlieferung und Übergang zum Buchdruck bei Plinius
3.2 Buchausgaben und Verbreitung der „Epistulae“
3.3 Überlieferungsgeschichtliche Auswirkungen des Medienwechsels
4 Die Bedeutung des Medienwechsels für die Rezeption der „Epistulae“ von Plinius – ein Fazit
5 Literaturverzeichnis
5.1 Quellen
5.2 Forschungsliteratur
5.3 Elektronische Ressourcen
6 Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht exemplarisch am Werk des Plinius minor die Auswirkungen des durch Gutenberg eingeleiteten Medienwechsels von der Handschrift zum gedruckten Buch auf die Antikenrezeption in der Frühen Neuzeit, wobei insbesondere druckgeschichtliche Fragen der Überlieferung und Textwahrnehmung im Zentrum stehen.
3.2 Buchausgaben und Verbreitung der „Epistulae“
Mit dem Buchdruck trat die Rezeption von Plinius in eine neue Phase ein. Nicht mehr das eklektische literarische Zitat, sondern die Textgestalt insgesamt war es nun, die den Schwerpunkt der Rezeption bildete. Kurz gefasst könnte man sagen, dem Zitat folgte die Philologie. Die Gestalt des Textes spielte nun eine Rolle, die in den vorangegangenen Epochen kaum von Bedeutung schien. Dieser Wahrnehmungswechsel in der Renaissance vollzog sich in dem Sinne, dass mit dem Medium des gedruckten Buches zusätzlich Kommentare und Übersetzungen erschienen sind, sowie das Ziel verfolgt wurde, die Vollständigkeit und Richtigkeit des Textes zu gewährleisten. Dieser Prozess der Wahrnehmung antiker Autoren kann nachverfolgt werden, wenn man Druckausgaben der „Epistulae“ im Detail betrachtet.
Nach meinen Recherchen im Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW),80 dem Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts (VD 16) sowie dem französischen und italienischen Pendant (Sudoc81 beziehungsweise Edit1682) unter dem Stichwort Pline le Jeune beziehungsweise Plinius Caecilius Secundus, Gaius, kann man heute annähernd 60 Druckausgaben von Plinius‘ Werk „Epistulae“ aus dem 15. und 16. Jahrhundert nachweisen.83
1 Thema, Forschungsumfeld und Fragestellung der Untersuchung: Einführung in das Thema der Antikenrezeption in der Frühen Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung des Autors Plinius minor und der medienhistorischen Rahmenbedingungen.
2 Antikenrezeption und medienhistorischer Kontext: Erläuterung der kulturellen Bewegung der Renaissance und der bedeutenden technologischen Zäsur durch die Erfindung des Buchdrucks für die Überlieferung antiker Texte.
3 Die „Epistulae“ des Plinius und ihre Rezeption vor dem Hintergrund des Medienwechsels: Detaillierte Untersuchung der handschriftlichen Tradition sowie der Verbreitung der Briefe durch gedruckte Ausgaben und deren auswirkungsgeschichtliche Analyse.
4 Die Bedeutung des Medienwechsels für die Rezeption der „Epistulae“ von Plinius – ein Fazit: Zusammenführende Betrachtung, wie der Buchdruck die Rezeption des Plinius durch materielle Präsenz und verbesserte Verfügbarkeit nachhaltig transformierte.
5 Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Quellen, Forschungsliteratur sowie der genutzten elektronischen Datenbanken.
6 Anhang: Tabellarische Aufstellung der identifizierten Druckausgaben der „Epistulae“ zwischen 1471 und 1600.
Plinius minor, Epistulae, Antikenrezeption, Renaissance, Medienwechsel, Buchdruck, Inkunabeln, Textüberlieferung, Philologie, Humanismus, Überlieferungsgeschichte, Buchwissenschaft, Textkritik, Frühe Neuzeit.
Die Arbeit analysiert den Einfluss des Medienwechsels von der Handschrift zum gedruckten Buch auf die Rezeption und Überlieferung der „Epistulae“ des antiken Autors Plinius in der Renaissance.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Antikenrezeption, den Transformationsprozessen in der Buchproduktion und der Philologie sowie der materiellen Tradition antiker Texte.
Die Leitfrage zielt darauf ab, wie Gutenbergs Erfindung die Wahrnehmung antiker Werke veränderte und ob dadurch eine neue, dauerhafte Form der Sicherung und Verbreitung antiker Literatur erreicht wurde.
Es erfolgt eine fachwissenschaftliche Analyse der Überlieferungsgeschichte, ergänzt durch eine Auswertung bibliographischer Datenbanken (GW, VD 16, Sudoc, Edit 16) zur Rekonstruktion der Druckgeschichte.
Der Hauptteil befasst sich mit dem historischen Kontext, der spezifischen Rezeption des Plinius im Mittelalter versus Renaissance sowie der druckgeschichtlichen Analyse der Inkunabeln und späterer Ausgaben.
Zentrale Begriffe sind Antikenrezeption, Medienwechsel, Buchdruck, Überlieferungsgeschichte und Plinius minor.
Das 10. Buch nimmt eine Sonderstellung ein, da es in den mittelalterlichen Handschriften kaum tradiert wurde und erst durch die Druckausgaben der Renaissance in seiner Gesamtheit als Teil des Werkes zusammengeführt wurde.
Im Vergleich zu Cicero, der in der Rezeptionsgeschichte eine wesentlich dominantere Rolle als Vorbild für Humanisten einnahm, stand Plinius in der Bedeutung für das Mittelalter und die frühe Neuzeit zunächst zurück.
Die Autorin identifizierte eine bisher in der Standardforschung und im Gesamtkatalog der Wiegendrucke nicht gelistete Inkunabel aus dem Jahr 1478, die von Johannes Schurener in Rom gedruckt wurde.
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