Magisterarbeit, 2013
182 Seiten
1 Einleitung
1.1 Warum D-Manga? – Einführung in die Problemstellung
1.2 Forschungsstand
1.3 Material und Methoden
2 Entwicklung des Comics in Deutschland bis zum Einsetzen des Manga-Booms 1997
2.1 Deutsche Vorstufenh des Comics
2.2 Import und Adaption der Comic-Hefte nach dem II. Weltkrieg
2.3 Comics als ›Schmutz und Schund‹ während der Jahre des deutschen Wirtschaftswunders
2.4 Etablierung und Literarisierung des Comics zwischen 1968 und 1979
2.5 Experimentierfreude und Stil-Vielfalt auf dem deutschen Comic-Markt der 1980er und 1990er Jahre
3 Manga-Boom in Deutschland
3.1 Auslöser des Manga-Booms
3.1.1 Marktsituation und äußere Faktoren
3.1.2 Medienberichterstattung, Marketingstrategien, Multiplikatoren
3.1.3 Absatzfördernde Eigenschaften des Kulturproduktes ›Manga‹
3.2 Auswirkungen des Manga-Booms
3.2.1 Manga-Markt und Fankultur der Gegenwart
3.2.2 Problematik der deutschen Manga-Produktion
3.3 Vom Fanzeichner zum (D-)Mangaka
3.3.1 Berufsbezogene Anforderungen und Ausbildungsmöglichkeiten
3.3.2 Verdienst und Finanzierung
3.3.3 Zusammenarbeit mit dem Verlag
4 Adaptionsanalyse des D-Manga
4.1 Formen der Adaption bei Kulturprodukten
4.1.1 Adaption und Medientransfer
4.1.2 Adaption und Kulturtransfer
4.2 Adaption und Kreativität
4.3 Manga als Ergebnis interkultureller Medienadaption
4.4 D-Manga als Adaptionsphänomen
4.4.1 Formale Ebene
4.4.2 Technische Ebene
4.4.3 Inhaltliche Ebene
5 Fazit: D-Manga – Ein Erfolgsmodell auf dem deutschen Comic-Markt?
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des "D-Manga" – also Comics aus deutscher Feder im japanischen Stil. Ziel ist es zu analysieren, wie durch Adaption des Manga-Stils größere Markterfolge erzielt und eine stärkere Unabhängigkeit von japanischen Lizenzkäufen erreicht werden kann, wobei die Perspektive des Comic- bzw. Manga-Marketings im Vordergrund steht.
1.1 Warum D-Manga? – Einführung in die Problemstellung
Der erste ›D-Manga‹, d. h. ein Comic aus deutscher Feder im japanischen Zeichen- und Erzählstil, erschien vor rund zwölf Jahren. Seitdem versuchen hierzulande immer mehr Comic- und Manga-Fans, sich als professionelle Manga-Zeichner zu etablieren. Woran liegt es, dass – obwohl der amerikanische und der franko-belgische Comic in Deutschland schon viel länger rezipiert werden – ausgerechnet der Manga-Stil so viele Liebhaber und Nachahmer gefunden hat? Möglicherweise ist es die sich im Manga widerspiegelnde exotische Fremdartigkeit der japanischen Kultur, welche das Adaptieren dieses Comic-Stils so reizvoll erscheinen lässt. Darüber hinaus dürfte auch der anhaltende kommerzielle Erfolg des japanischen Comics im In- und Ausland bei der Entscheidung eine wichtige Rolle spielen.
Seit dem Beginn der kontinuierlichen Veröffentlichung japanischer Comics in deutscher Sprache vor rund zwanzig Jahren hat sich der Manga zu einer festen Größe auf dem einheimischen Comic-Markt entwickelt. Trotz stagnierender Verkaufszahlen und einiger eingestellter Serien wird der meiste Umsatz immer noch mit Manga-Publikationen erzielt. Mit einem Marktanteil von ca. 70 Prozent und einer stetig wachsenden Fangemeinde bilden Manga das wichtigste Standbein deutscher Comic-Verlage. Somit ist es vor allem dem Manga-Segment zu verdanken, dass der deutsche Comic-Markt entgegen allgemein rückläufiger Umsätze auf dem hiesigen Buchmarkt derzeit einen kleinen Boom erlebt. Jedoch handelt es sich bei den Manga-Publikationen zu ca. 80 Prozent um japanische Lizenztitel.
Diese ohnehin als problematisch zu betrachtende Abhängigkeit deutscher Comic-Verlage vom Lizenzeinkauf könnte sich im Hinblick auf den Manga als verhängnisvoll erweisen. Diese Prognose betrifft sowohl den Digital- als auch den Printmarkt. Denn zum einen startete im August 2011 die große, zentrale Manga-Plattform JManga.com, welche von der 39 japanische Verlage umfassenden ›Digital Comic Association‹ aus Japan unterhalten wird und seit Anfang 2012 auch aus Deutschland erreichbar ist. Es ist zu vermuten, dass langfristig der weltweite E-Vertrieb japanischer Comics über Jmanga.com kontrolliert werden soll.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der deutschen Manga-Eigenproduktionen ein, beleuchtet den Forschungsstand und erläutert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Entwicklung des Comics in Deutschland bis zum Einsetzen des Manga-Booms 1997: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Comics in Deutschland nach, von den Vorläufern über die Schmutz-und-Schund-Debatte bis hin zur Etablierung des Mediums in den 1980er und 1990er Jahren.
3 Manga-Boom in Deutschland: Hier werden die Auslöser und Auswirkungen des Manga-Booms in Deutschland detailliert analysiert, inklusive der Situation deutscher Manga-Zeichner und deren Zusammenarbeit mit Verlagen.
4 Adaptionsanalyse des D-Manga: Das Kapitel bietet eine theoretische Adaptionstypologie und wendet diese auf D-Manga-Titel an, um die formale, technische und inhaltliche Ebene der Anpassung zu untersuchen.
5 Fazit: D-Manga – Ein Erfolgsmodell auf dem deutschen Comic-Markt?: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung des ökonomischen Potenzials deutscher Manga-Produktionen und gibt Empfehlungen für künftige Strategien.
Manga, D-Manga, deutscher Comic-Markt, Manga-Boom, Adaption, Medienadaption, Comic-Zeichner, Mangaka, Comic-Verlage, Japanische Kultur, Medienmarketing, Fankultur, Eigenproduktion, Storytelling, kultureller Transfer
Die Arbeit untersucht die Situation und das ökonomische Potenzial von deutschen Manga-Eigenproduktionen (D-Manga) auf dem Comic-Markt in Deutschland.
Zentrale Themen sind die Historie der deutschen Comic-Kultur, die Faktoren des Manga-Booms, die Arbeitsbedingungen von Manga-Zeichnern und eine wissenschaftliche Analyse der Adaption japanischer Erzählmuster durch deutsche Autoren.
Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit deutsche Verlage durch die Adaption des Manga-Stils größere Markterfolge erzielen und eine stärkere Unabhängigkeit vom Zukauf japanischer Lizenzen erreichen können.
Die Arbeit nutzt eine Inhaltsanalyse, um eine Stichprobe populärer D-Manga zu untersuchen, ergänzt durch Experteninterviews mit Verlagsmitarbeitern sowie eine Literaturanalyse.
Der Hauptteil befasst sich mit den historischen Rahmenbedingungen, den Auslösern und Auswirkungen des Manga-Booms, einer detaillierten Analyse der Zusammenarbeit zwischen Autoren und Verlagen sowie einer systematischen Adaptionsanalyse.
D-Manga, Manga, Comic-Markt, Adaption, Medienadaption, Mangaka, deutsche Comic-Kultur, Eigenproduktion, Lizenzeinkauf, Verwertungskette.
Die Interviews dienen dazu, Einblicke in die tatsächliche Verlagspraxis, die Anforderungen an Zeichner und die redaktionelle Betreuung deutscher Autoren zu gewinnen, da offizielle Daten hierzu oft rar sind.
In Japan ist die Betreuung durch Redakteure intensiver und umfasst oft auch die Organisation des Lebensalltags (Assistenten, Atelier), während deutsche Verlage eher als Publikationsplattformen agieren und oft weniger inhaltliche Anleitung bieten.
Die Autorin empfiehlt deutsche Zeichnern, sich durch ein Adaptionskonzept der Abgrenzung zu profilieren und den kulturellen Hintergrund aktiv in ihre Geschichten einzubinden, anstatt bloße Kopien japanischer Vorbilder zu erstellen.
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