Forschungsarbeit, 2013
82 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Autonomes Lernen
2.1. Begriffsklärung
2.2. Gründe für das autonome Lernen
2.2.1. Konstruktivistische Begründung
2.2.2. Kognitivistische Begründung
2.2.3. Lernpsychologische Begründung
3. Selbstentdeckend-forschendes Lernen als Methode des autonomen Lernens
3.1. Historische Herleitungen und Begriffsdefinition
3.1.1. Begriffsdefinition
3.1.2. Vier Lernphasen des selbstentdeckenden Lernens
3.2. Aktueller Forschungsstand
3.2.1. Umsetzung im Sprachunterricht
3.2.2. Autonomes Lernen im Grammatikunterricht
4. Selbstentdeckend-forschendes Lernen im Deutschförderunterricht: Pilotprojekt im Rahmen des „Interkulturellen Schülerseminars“
4.1. Kontext der Untersuchung
4.1.1. „Interkulturelles Schülerseminar“
4.1.2. Sprachvergleich Türkisch – Deutsch
4.1.3.1. Deutschkenntnisse vor der Untersuchung
4.1.3.1.1. Sprachstand
4.2. Sprachforscherbuch: Definition und Aufgabentypen
4.2.1. Aufgaben nach dem Schulcurriculum für die 5. Klasse
4.2.2. Aufgaben gemäß den Schülerinteressen
5. Untersuchungsgegenstand und Forschungsmethodik
5.1. Hypothesen und Zielsetzung der Untersuchung
5.2. Vorgehen bei der Untersuchung: Forschungsmethodik
5.2.1. Non-reaktives qualitatives Verfahren
5.2.2. Probing-Methode
5.2.3. Gruppenarbeit
5.3. Aufgabenbearbeitung durch die Probanden: prozessbezogene Lernanalyse
5.3.1. Non-reaktives qualitatives Verfahren
5.3.2. Probing-Methode
5.3.3. Gruppenarbeit
5.4. Ergebnisse: produktbezogene Lernanalyse
6. Implikationen für den Deutschförderunterricht
6.1. Vor- und Nachteile an der Arbeit mit dem Sprachforscherbuch
6.2. Verbesserungsvorschläge für eine effektivere Arbeit mit dem Sprachforscherbuch
6.3. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht empirisch, ob selbstentdeckend-forschendes Lernen die Grammatik- und Rechtschreibkompetenz sowie die Sprachbewusstheit bilingualer deutsch-türkischer Fünftklässler im Deutschförderunterricht verbessern kann, indem sie diese mittels eines „Sprachforscherbuches“ zur aktiven, autonomen Erforschung sprachlicher Phänomene anleitet.
3.1.1. Begriffsdefinition
In der Literatur findet sich keine Definition für den gesamten Begriff „selbstentdeckend-forschendes Lernen“, da die Termini „forschendes Lernen“ und „entdeckendes Lernen“ synonym verwendet werden (vgl. Bönsch 2000: 235). Um mehr Informationen zu diesem Bereich zu finden, sollte nach beiden Begriffen gesucht werden. Trotzdem behauptet Bönsch (2000), dass die Literaturhinweise dabei nicht üppiger werden (vgl. ebd.: 35). Liebig (2002) ist der Meinung, dass eine einheitliche Begriffsdefinition dafür fehlt (vgl. ebd.: 4). Nachfolgend werden die gefundenen Definitionen präsentiert.
Bei allen synonymen Definitionsbestimmungen handelt es sich meiner Meinung nach um wenig voneinander abweichende Aspekte bzw. Richtungen. So betont z. B. Eigler (1973) die Gegenüberstellung von Lehrern und Lernenden bei „Entdeckenlassendem Lehren“, wobei die Lehrperson den Lernenden das Material so bereitstellt, dass sie das fachliche Lernziel einer Lerneinheit möglichst selbstständig entdecken (vgl. ebd.: 52). Freudenthal (1991) und Scherer (1999) akzentuieren die Rolle der Lernenden und ihre aktive Auseinandersetzung mit dem Lernstoff bei „Aktiv-entdeckendem Lernen“ (vgl. ebd.: 28; vgl. ebd.: 90). Der Unterricht ist in diesem Fall nicht mehr lehrstoff-, sondern lernprozessorientiert und es bedeutet auf keinen Fall, dass die neue Thematik sogleich bis ins Detail beherrscht werden muss, sondern es sollte genug Zeit für die Orientierungsphasen und Übungsanteile eingeräumt werden (vgl. ebd.: 91), womit eine aktive Beschäftigung der Schüler im Laufe des „Lernens durch Entdecken“ betont wird (vgl. ebd.). Straka und Macke (2002) heben z. B. die Fähigkeit des Lernenden hervor, Probleme selbstständig zu lösen, indem er Problemlösungsprozesse erfolgreich bewältigt, was sehr von den zur Verfügung gestellten Lernhilfen abhängt (vgl. ebd.: 117). Nach Hasselhorn & Gold (2006) basiert das „Entdeckenlassende Lehren“ auf einer Art indirekter, sokratischer Instruktion, bei der Wissensstrukturen nicht instruktional vorgegeben, sondern vom Lernenden selbst aktiv generiert bzw. hergeleitet und konstruiert werden müssen (vgl. ebd.). In diesem Sinne beruht dieses Lehren meiner Meinung nach auf den kognitiv-konstruktivistischen Lehr-Lern-Theorien mit geringer externer Steuerung (siehe 2.2.1., 2.2.2.).
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet das Vorhaben, selbstentdeckend-forschendes Lernen im Deutschförderunterricht empirisch zu untersuchen, um dessen Auswirkungen auf den Grammatik- und Rechtschreiberwerb sowie auf die Sprachbewusstheit zu erfassen.
2. Autonomes Lernen: Das Kapitel definiert autonomes Lernen und erläutert dessen konstruktivistische, kognitivistische und lernpsychologische Begründungen, um die theoretische Basis für die Lernerautonomie zu legen.
3. Selbstentdeckend-forschendes Lernen als Methode des autonomen Lernens: Hier werden die historischen Wurzeln, die Begriffsdefinition sowie die vier Lernphasen des selbstentdeckenden Lernens dargestellt und der aktuelle Forschungsstand, insbesondere im Sprachunterricht, diskutiert.
4. Selbstentdeckend-forschendes Lernen im Deutschförderunterricht: Pilotprojekt im Rahmen des „Interkulturellen Schülerseminars“: Dieses Kapitel erläutert den Untersuchungskontext, inklusive eines kontrastiven Sprachvergleichs zwischen Deutsch und Türkisch, und führt das „Sprachforscherbuch“ als zentrales Untersuchungsinstrument ein.
5. Untersuchungsgegenstand und Forschungsmethodik: Hier werden die Forschungsfragen, die qualitative Methodik (non-reaktives Verfahren, Probing, Gruppenarbeit) sowie die Analyse der Aufgabenbearbeitung durch die Probanden im Detail beschrieben.
6. Implikationen für den Deutschförderunterricht: Das abschließende Kapitel reflektiert die Vor- und Nachteile des Pilotprojekts, gibt konkrete Verbesserungsvorschläge für die Praxis und schließt mit einem Fazit sowie einem Ausblick auf weitere Anwendungsmöglichkeiten.
Selbstentdeckend-forschendes Lernen, Autonomes Lernen, Deutschförderunterricht, Sprachforscherbuch, Sprachbewusstheit, Sprachvergleich, Kontrastive Grammatik, Bilinguale Schüler, Lernmotivation, Forschungsmethodik, Probing-Methode, Sprachlernbewusstheit, Konstruktivismus, Sprachkompetenz, Fehleranalyse.
Die Arbeit untersucht, ob und wie die Methode des selbstentdeckend-forschenden Lernens die sprachliche Förderung von bilingualen deutsch-türkischen Fünftklässlern im Deutschförderunterricht unterstützen kann.
Die Studie verknüpft Konzepte der Lernerautonomie mit entdeckendem Lernen, der Sprachbewusstheit, kontrastiver Grammatik zwischen Türkisch und Deutsch sowie der praktischen Erprobung in einem Pilotprojekt.
Das Hauptziel besteht darin, empirisch nachzuweisen, dass durch die Arbeit mit einem „Sprachforscherbuch“ positive Auswirkungen auf den Grammatik- und Rechtschreiberwerb sowie auf die Sprach(lern)bewusstheit der Schüler erzielt werden können.
Es handelt sich um eine qualitative Studie, die auf Ansätzen der Kindheitsforschung basiert. Als Methoden kommen ein non-reaktives Verfahren, die Probing-Methode sowie Gruppenarbeit zum Einsatz.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Lernmethode, die detaillierte Darstellung des Pilotprojekts im „Interkulturellen Schülerseminar“ sowie die methodische und praktische Durchführung der prozess- und produktbezogenen Lernanalyse.
Zentrale Begriffe sind selbstentdeckend-forschendes Lernen, autonomes Lernen, Sprachbewusstheit, Sprachvergleich (Türkisch-Deutsch) und der Einsatz des Sprachforscherbuchs.
Der Vergleich macht negative Transfers sichtbar (z.B. fehlende Artikel im Türkischen) und hilft den Schülern durch aktive Auseinandersetzung mit grammatischen Unterschieden, metasprachliches Wissen und damit Sicherheit im Deutschen zu gewinnen.
Die Autorin verzichtete bewusst auf Noten, um Leistungsdruck zu minimieren, damit die Probanden ihre Gedanken offen und kreativ äußern können und der Prozess des kindlichen Denkens statt der reinen Fehlerproduktion im Vordergrund steht.
Das Buch dient als Werkzeug, in dem Schüler selbstständig grammatische Phänomene notieren, erforschen und Regeln induktiv herleiten können, anstatt diese passiv aus Lehrbüchern zu übernehmen.
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