Bachelorarbeit, 2013
43 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Grundlegende Definitionen
2.1 Moral
2.2 Tabu
3 Soziologische Theorien
3.1 Kunst und Moral nach Luhmann
3.2 Kunst und Moral nach Bourdieu
4 Entgrenzung früher und heute
4.1 Entwicklungen der Kunstfreiheit seit 1900
4.2 Die documenta als Provokant
4.3 Weitere Beispiele
4.3.1 Formen heutiger Provokation
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der moralischen Entgrenzung in der Kunst und einem vermuteten Wandel gesellschaftlicher Moralvorstellungen. Dabei wird analysiert, inwiefern künstlerische Provokationen und Tabubrüche als Indikatoren für gesellschaftliche Verschiebungen dienen und wie dieses Verhältnis soziologisch theoretisch eingeordnet werden kann.
4.2 Die documenta als Provokant
Als besondere Hochburg für Provokation in der Kunst präsentiert sich die alle fünf Jahre in Kassel stattfindende Ausstellung documenta. Die Ausstellung für zeitgenössische Kunst ist mitunter die bedeutendste weltweit ihres Genres. Als sie 1955 erstmals ihre Pforten öffnete war sie maßgeblich von der unter den Nationalsozialisten noch als „Entartete Kunst“ verschrieene abstrakte Kunst der 1920er und 1930er geprägt. Was wahrscheinlich die documenta ausmacht ist ihre Art, Exponate nicht lediglich auszustellen, sondern zu hinterfragen was Kunst überhaupt ist und stets nur immer die gegenwärtige Thematik um Kunst aufzugreifen. Es geht hier also nicht um aktuelle Exponate, sondern um die Diskussion des Kunstbegriffs. Kunstwerke werden aus ihrem Zusammenhang gelöst und es wird dazu angeregt sie in neue Relationen zu bringen. Bei der angesprochenen Frage was Kunst eigentlich ist, wäre auch eine Umformulierung in ein wozu wir Kunst brauchen angebracht.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die untrennbare Verbindung zwischen Kunst und Gesellschaft und führt in die Fragestellung nach der moralischen Entgrenzung in der Kunst ein.
2 Grundlegende Definitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „Moral“ und „Tabu“ soziologisch definiert und ihr Stellenwert für gesellschaftliche Normierungsprozesse erläutert.
3 Soziologische Theorien: Hier werden die Kunsttheorien von Niklas Luhmann und Pierre Bourdieu gegenübergestellt, um das Verhältnis von Kunstsystem, Gesellschaft und Moral zu analysieren.
4 Entgrenzung früher und heute: Dieses Kapitel untersucht historische und aktuelle Entwicklungen der Kunstfreiheit anhand von Fallbeispielen und der Rolle der documenta als provokative Institution.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass die Kunst durch ihre Provokationen zwar auf einen Wertewandel hindeuten kann, die moralische Bewertung jedoch komplex und subjektiv bleibt.
Kunstsoziologie, Moral, Tabubruch, Entgrenzung, Kunstfreiheit, Skandal, Niklas Luhmann, Pierre Bourdieu, Systemtheorie, Gesellschaftswandel, Provokation, Ästhetik, Werte, Normen, Zeitgenössische Kunst.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob und wie die moralische Entgrenzung in der Kunst als Indikator für einen Wandel gesellschaftlicher Moralvorstellungen dienen kann.
Die zentralen Felder sind die Definition von Moral und Tabus, die soziologische Systemtheorie, die historische Entwicklung der Kunstfreiheit und die Analyse von Kunstskandalen im Kontext der Gesellschaft.
Die Arbeit fragt, wie Kunst als gesellschaftliches Produkt auf Moralvorstellungen reagiert und ob durch die zunehmende Entgrenzung in der Kunst ein fundamentaler Wandel gesellschaftlicher Werte erkennbar ist.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die soziologische Systemtheorien nutzt und diese anhand konkreter Beispiele aus der Kunstgeschichte und zeitgenössischer Kunstprojekte illustriert.
Der Hauptteil analysiert zunächst die begrifflichen Grundlagen, erläutert die Theorien von Luhmann und Bourdieu und untersucht anschließend anhand historischer Etappen und spezifischer Beispiele (z.B. documenta, Skandal-Exponate), wie sich die Grenzen der Kunst verschoben haben.
Besonders relevant sind die Begriffe der Systemtheorie, der "symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien", des "Habitus" sowie der soziologische Begriff des Tabus als soziales Kontrollmittel.
Die documenta dient als konkretes Fallbeispiel für eine Institution, die durch ihre provokante Ausrichtung gezielt den Diskurs über den Kunstbegriff und gesellschaftliche Normen anregt.
Der Autor argumentiert, dass durch die zunehmende Technisierung und Medialisierung individuelle Werte in den Vordergrund treten und die Moral zu einem universelleren Ethikverständnis transformiert wird, wodurch klassische Zensurmechanismen an Bedeutung verlieren.
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