Bachelorarbeit, 2013
88 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Methode der Arbeit
2 Grundlagen der Staatsverschuldung
2.1 Definition und Abgrenzung
2.2 Struktur und Formen der öffentlichen Verschuldung
2.3 Arten der Staatsverschuldung
2.4 Wesentliche Indikatoren zur Messung der Staatsverschuldung
2.5 Konsequenzen übermäßiger Verschuldung
3 Politökonomische Ansätze und rechtliche Grenzen der Staatsverschuldung
3.1 Politökonomische Ansätze der Staatsverschuldung
3.1.1 Steuerglättungstheorie
3.1.2 Opportunistisch handelnde Politiker
3.1.3 Strategischer Einsatz von Staatsschulden
3.2 Verfassungsrechtliche und gesetzliche Grenzen der Staatsverschuldung
3.2.1 Grenzen innerhalb der Europäischen Union
3.2.2 Schuldenbremse in der Schweiz
3.2.3 Schuldenbremse in der Bundesrepublik Deutschland
4 Das Domar-Modell zur Untersuchung der langfristigen Tragfähigkeit
4.1 Das Domar-Modell
4.1.1 Modellrechnung ohne Inflation
4.1.2 Modellrechnung mit Inflation
4.2 Excel-Applikation
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen, politökonomischen Ursachen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Staatsverschuldung, insbesondere am Beispiel Deutschlands, sowie die langfristige Tragfähigkeit mittels des Domar-Modells.
3.1.2 Opportunistisch handelnde Politiker
Der erste Erklärungsansatz bezieht sich auf das opportunistische Verhalten von Politikern. Dieser Ansatz beruht auf zwei grundlegenden Annahmen:
Zum einen wird davon ausgegangen, dass die politischen Entscheidungsträger nicht mehr als benevolent und nutzenmaximierend für Volkswirtschaft und Bürger handeln, sondern wie private Wirtschaftssubjekte eigennutzorientiert agieren (Wagschal, 1996, S. 95). Ihr einziges Ziel sei es, mit den aus Schulden finanzierten erhöhten Staatsausgaben die Chancen für eine Wiederwahl zu erhöhen. Insofern müssen Politiker den Willen haben, Wählerstimmen zu gewinnen. Deshalb ordnen sie ihre Wirtschaftspolitik ihrem einzigen Ziel unter, dem Wahlsieg (Pinho, 2004, p. 9).
Zum anderen wird angenommen, dass die Wähler eine Erhöhung der Verschuldung gegenüber einer Steuererhöhung bevorzugen. Es wird in diesem Zusammenhang auch von der Fiskalillusion gesprochen. Die Wähler überschätzen hierbei den Nutzen der durch die Schuldenaufnahme erhöhten Staatsausgaben und unterschätzen den durch die Aufnahme von Krediten entstehenden zukünftigen Schuldendienst. Die Erhöhung der Staatsverschuldung wird von ihnen also aus Unkenntnis gegenüber einer direkten Steuererhöhung als geringeres Übel angesehen (Brümmerhoff, 2011, S. 655). Dem entsprechend präferieren Wähler also Politiker, die eine schuldenfinanzierte Ausgabenpolitik praktizieren und meiden konservative Regierungen. Eine Folge davon ist, dass für die Regierung falsche Anreize gesetzt werden. Denn die in der Rezession aufgebaute Verschuldung wird in „guten“ Zeiten nicht abgebaut, um einer möglichen Abwahl zu entgehen (Eslava, 2006, p. 6).
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Universalität der Staatsverschuldung und führt in die aktuelle Debatte innerhalb der EU sowie in die methodische Vorgehensweise ein.
2 Grundlagen der Staatsverschuldung: Es werden zentrale Begrifflichkeiten, Formen der Verschuldung und Messindikatoren sowie die Auswirkungen hoher Schuldenstände dargelegt.
3 Politökonomische Ansätze und rechtliche Grenzen der Staatsverschuldung: Das Kapitel analysiert, warum sich Staaten verschulden und wie nationale sowie europäische Gesetze diese Entwicklung zu begrenzen suchen.
4 Das Domar-Modell zur Untersuchung der langfristigen Tragfähigkeit: Dieses Kapitel stellt das mathematische Domar-Modell zur Langfrist-Analyse vor und präsentiert die entwickelte Excel-Applikation.
5 Fazit: Die Ergebnisse der politökonomischen Analysen, die Wirksamkeit rechtlicher Grenzen und die Erkenntnisse aus dem Domar-Modell werden zusammenfassend bewertet.
Staatsverschuldung, Schuldenbremse, Defizitquote, Fiskalpakt, Domar-Modell, Haushaltsdisziplin, Politökonomie, Fiskalillusion, Eurozone, Staatsbankrott, Haushaltsdefizit, Verschuldungsstruktur, Finanzpolitik, Schuldenstandsquote, langfristige Tragfähigkeit.
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen und Grenzen staatlicher Verschuldung, wobei ein besonderer Fokus auf den politischen Anreizstrukturen und den rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa liegt.
Die zentralen Themen sind politökonomische Verschuldungstheorien, rechtliche Schuldenregeln (wie die Schuldenbremse), das Domar-Modell zur Tragfähigkeitsanalyse sowie die praktische Umsetzung dieser Konzepte in einer Excel-Applikation.
Das Ziel ist es, die Gründe für Staatsverschuldung zu verstehen, die Wirksamkeit bestehender Regelungen zu bewerten und ein mathematisches Modell zu entwickeln, das die langfristigen Folgen von Schulden für den Haushalt verständlich macht.
Es werden Literaturanalysen ökonomischer Theorien, eine Untersuchung rechtlicher Rahmenbedingungen sowie eine mathematische Herleitung und computergestützte Modellierung nach dem Domar-Modell kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse der Staatsverschuldung, eine detaillierte Betrachtung politökonomischer Ansätze und rechtlicher Grenzen sowie eine Modellrechnung zur langfristigen Tragfähigkeit.
Schlüsselbegriffe wie Staatsverschuldung, Schuldenbremse, Fiskalpakt, Defizitquote und langfristige Tragfähigkeit prägen den Inhalt der gesamten Arbeit.
Die Schweiz dient als „Vorbild“ für die deutsche Schuldenbremse, da ihre dort bereits implementierte Regelung wichtige Erkenntnisse für die Ausgestaltung der deutschen Verfassungsänderung lieferte.
Das Modell ermöglicht es, mathematisch aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen (z.B. Verhältnis von Wirtschaftswachstum zu Zinssatz) eine permanente Neuverschuldung langfristig tragfähig bleibt.
Die Arbeit analysiert, wie die Herabstufung der Bonität durch Rating-Agenturen zum Vertrauensverlust der Investoren und damit zur Refinanzierungskrise in Argentinien beitrug.
Die Arbeit erläutert, dass ein Staatsbankrott weniger eine juristische Insolvenz darstellt, sondern das Resultat einer politischen und ökonomischen Kosten-Nutzen-Abwägung ist, wenn Schulden nicht mehr bedient werden können.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

