Examensarbeit, 2007
86 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
1. Die Stadt Papenburg und der Nationalsozialismus
2. Das Kriegsende: Befreiung und Besatzung
2.1 Herbrum, Aschendorf, Lager Aschendorfermoor, Tunxdorf und Nenndorf
2.2 Papenburg
3. Die Aufnahme von Displaced Persons
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Die politische Ausgangslage: Papenburg unter britischer Militärregierung
3.3 (Erst-)Betreuung und Repatriierung der westlichen Displaced Persons
3.4 Evakuierung und Besetzung von Lagern und Siedlungen
3.4.1 Bokel und Tunxdorf
3.4.2 „Splitting I und II“
3.5 Versorgung und Verwaltung
3.5.1 (Gesundheits-)Versorgung
3.5.2 United Nations Relief and Rehabilitation Administration
3.6 Wohnungsnot
3.7 „DP-Kriminalität“ und deutsche Wahrnehmung
3.8 Schulwesen und kulturelle Aspekte
3.9 Auflösung der Lager: Repatriierung, Resettlement oder „heimatloser Ausländer“
4. Die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen
4.1 Begriffsbestimmungen
4.2 Ankunft und Unterbringung im Westen
4.2.1 Die „Verteilung“ in Niedersachsen
4.2.2 Unterbringung in Papenburg und die Wohnungsnot
4.2.2.1 Verteilung auf den Wohnraum
4.2.2.2 Lagerunterbringung
4.3 Versorgung, Betreuung und Interessenvertretung
4.4 Folgen für Schulen und Kirchen
Schlussbemerkungen und Ausblick
Die Arbeit untersucht die historische Situation in Papenburg am Ende des Zweiten Weltkriegs und in der unmittelbaren Nachkriegszeit mit dem Fokus auf der Aufnahme und Integration von Displaced Persons (DPs) sowie von Flüchtlingen und Vertriebenen. Dabei wird analysiert, wie die Stadtverwaltung, die Bevölkerung und die alliierten Besatzungskräfte mit den Herausforderungen von Wohnungsnot, Versorgung und gesellschaftlichem Wandel umgingen.
Die Stadt Papenburg und der Nationalsozialismus
Wirft man einen Blick auf die politische Einstellung der Papenburger zur Zeit der Weimarer Republik, so lässt sich grundsätzlich konstatieren, dass es Gruppen mit rechter Gesinnung nicht leicht fiel, deren Macht in der Fehnstadt auf- und/oder auszubauen. Dies trifft im Besonderen auch auf die Nationalsozialisten zu. Der Großteil der überwiegend katholischen Bevölkerung war, auch konfessionell bedingt, Anhänger der Zentrumspartei. Entsprechend konnte der Vorläufer der CDU/CSU in Papenburg alle Wahlen zwischen 1919 und 1933 für sich entscheiden. Sie hatte somit unbestritten die politische Vormachtstellung inne, während in benachbarten ostfriesischen Kreisen und den meisten Oldenburger Kreisen schon 1928 Hochburgen des Nationalsozialismus entstanden waren.
Die NSDAP spielte bis 1930 als politische Kraft in Papenburg keinerlei Rolle, auch eine eigene Papenburger Organisation aufzubauen war den Nazis bis dahin nicht gelungen. In Aschendorf gab es bis 1931 keine nationalsozialistische Verbindungen. Die nationalsozialistische Keimzelle in Papenburg bestand im Sommer 1930 gerade mal aus zwei Mitgliedern. Beim Aufbau einer Parteiorganisation bedurfte es der Hilfe aus dem ostfriesischen Weener, das Papenburg zur Durchführung von NS-Versammlungen immer wieder personell unterstützte. Der Papenburger „Stützpunkt“, eine Vorstufe der NS-Ortsgruppe und erstmals im September 1930 aktenkundig, wurde bezeichnenderweise von der NS-Ortsgruppe Weener in Papenburg unterhalten. Gemäß der Entwicklung der NSDAP im übrigen Reich mehrten sich die Parteieintritte aber schließlich derartig, dass aus dem „Stützpunkt“ eine Ortsgruppe geworden war, die im Oktober 1931 zum ersten Mal polizeibekannt wurde und im November des gleichen Jahres bereits aus 120 Mitgliedern bestand.
1. Die Stadt Papenburg und der Nationalsozialismus: Analyse der politischen Verhältnisse in Papenburg während der Weimarer Republik und der Aufstieg der NSDAP bis 1935, inklusive der Rolle der Emslandlager.
2. Das Kriegsende: Befreiung und Besatzung: Darstellung der militärischen Ereignisse in Papenburg und Umgebung im April 1945 sowie der unmittelbaren Auswirkungen der Besatzung durch alliierte Truppen.
3. Die Aufnahme von Displaced Persons: Detaillierte Untersuchung der Unterbringung, Versorgung und Verwaltung von DPs in Papenburg unter polnischer und britischer Aufsicht sowie durch die UNRRA.
4. Die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen: Analyse der Integration von Reichs- und Volksdeutschen Flüchtlingen, der damit verbundenen Wohnungsnot und der sozialen Herausforderungen für die Stadtbevölkerung.
Papenburg, Nationalsozialismus, Displaced Persons, Flüchtlinge, Vertriebene, Emslandlager, Alliierte Besatzung, UNRRA, Wohnungsnot, Integration, Nachkriegsgeschichte, Zwangsarbeiter, Kriminalität, Schulwesen, politische Verwaltung
Die Arbeit analysiert die Aufnahme und Integration von Displaced Persons sowie von Flüchtlingen und Vertriebenen in der Stadt Papenburg nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Themen umfassen die Rolle der Stadt während des Nationalsozialismus, die Unterbringung von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, die Wohnungsnot, die Rolle der Militärregierung sowie die sozialen Spannungen in der frühen Nachkriegszeit.
Das Ziel ist es, die Situation in Papenburg authentisch abzubilden, indem archivisches Material, zeitgenössische Quellen und Literatur zusammengetragen werden, um ein umfassendes Bild der Nachkriegsgeschichte zu zeichnen.
Es handelt sich um eine zeithistorische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Archivbeständen (z.B. Staatsarchiv Osnabrück, Kreisarchiv Emsland), zeitgenössischen Zeitungsartikeln und bestehender Fachliteratur basiert.
Im Hauptteil werden schwerpunktmäßig die Ankunft, Unterbringung, Verwaltung und Versorgung der verschiedenen Personengruppen sowie deren Verhältnis zur einheimischen Bevölkerung thematisiert.
Papenburg, Displaced Persons, Flüchtlinge, Vertriebene, Nachkriegsgeschichte, Wohnungsnot, Integration und Besatzungsherrschaft.
Die UNRRA übernahm nach Kriegsende die Betreuung, Versorgung und Verwaltung der Displaced Persons in Papenburg, was zu Konflikten mit der Stadtverwaltung bezüglich der Freigabe von beschlagnahmtem Wohnraum führte.
Polnische Einheiten waren für die Betreuung von DPs zuständig und beeinflussten durch die Errichtung von Lagern und die Beschlagnahme von Wohnraum das Leben in Papenburg maßgeblich.
Die Requirierung von Schulgebäuden für DPs und die Unterbringung von Flüchtlingskindern in stark überfüllten Klassen erschwerten den Schulbetrieb, wobei dennoch ein starker Wille zur zügigen Wiederaufnahme des Unterrichts bestand.
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