Bachelorarbeit, 2011
61 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung und Zielsetzung
2. Häusliche Gewalt und Kindeswohl
2.1 Definition und Festlegung des Gewaltbegriffs
2.2 Begriffsbeschreibung „häusliche Gewalt“
2.3 Kinder und Jugendliche im Kontext häuslicher Gewalt
2.3.1 Definition „Kindeswohl“
2.3.2 Definition „Kindeswohlgefährdung“
2.4 Maßnahmen zum Schutz betroffener Kinder und Jugendlicher
2.4.1 Hilfen zur Erziehung
2.4.2 Stationäre Erziehungshilfen – Unterbringung außerhalb der eigenen Familie
3. Die Rückkehr ins Elternhaus
3.1 Entscheidung für oder gegen eine Rückkehr in die Familie
3.2.1 Prognose über die „Rückkehroption“ vor Beginn der Maßnahme
3.2.2 Entscheidung während des Fallverlaufs
3.2 Rückführungskriterien
3.3 Vorbereitung und Durchführung einer Rückkehr ins Elternhaus
3.3.1 Eltern- und Familienarbeit
3.3.2 Was brauchen die Kinder und Jugendlichen?
3.4 Nach der Rückführung
3.4.1 Wann ist eine Rückführung „erfolgreich“?
3.4.2 Scheitern der Rückführung
4. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anforderungen an die Rückkehroption fremdplatzierter Kinder und Jugendlicher im Kontext häuslicher Gewalt, mit dem Ziel, fachliche Kriterien für eine gelingende und am Kindeswohl ausgerichtete Rückführung in das Elternhaus zu definieren.
3.1 Entscheidung für oder gegen eine Rückkehr in die Familie
Die Entscheidung, ob eine Rückführung in die Herkunftsfamilie für Kinder und Jugendliche eine positive Alternative zur stationären Erziehungshilfe darstellt, muss systematisch und nach fachlichen Standards erfolgen. Unter keinen Umständen darf eine Rückführung unvorbereitet und ohne Schutz der kindlichen Bedürfnisse vorgenommen werden.
Die Rückkehr eines Kindes in seine Herkunftsfamilie wird besonders dann als problematisch eigeschätzt, wenn das Kind bereits in frühen Jahren von seinen Eltern getrennt wird, da es in der Zwischenzeit tiefe Bindungen zu den pflegenden Personen aufgebaut haben kann. Erfolgt die Fremdunterbringung zu einem späteren Zeitpunkt, liegt es dagegen häufig im Interesse des Kindes wieder in seine Ursprungsfamilie zurückkehren zu können, sofern sich die Lebensumstände in der Familie verbessert haben. Ergebnisse von Studien, die sich mit der Erziehungsfähigkeit von Eltern befasst haben, die Partnergewalt ausgeübt oder erfahren haben, deuten laut Kindler darauf hin, dass auch durch ein Ende der Gewalthandlungen (z.B. durch Trennung der Eltern) nicht automatisch ein ausreichender Schutz des Kindeswohls gegeben ist. Er fordert auch für diese Fallkonstellationen eine genaue Analyse der Erziehungsfähigkeit, um angemessene Hilfen und Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.
1. Einleitung und Zielsetzung: Einführung in die Thematik der Gewalt in der Familie und die damit verbundenen Herausforderungen für den Schutz und die Rückführung betroffener Kinder.
2. Häusliche Gewalt und Kindeswohl: Theoretische Auseinandersetzung mit Gewaltbegriffen, Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung sowie rechtlichen und institutionellen Schutzmaßnahmen.
3. Die Rückkehr ins Elternhaus: Zentrale Analyse der Entscheidungsprozesse, Kriterien für eine Rückführung, Vorbereitungsmaßnahmen sowie Faktoren, die zum Erfolg oder Scheitern nach der Rückführung beitragen.
4. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Forderungen an eine professionelle Sozialarbeitspraxis im Bereich der Rückführungsarbeit.
Häusliche Gewalt, Kindeswohlgefährdung, Fremdunterbringung, Rückkehroption, Rückführungskriterien, Erziehungsfähigkeit, Hilfe zur Erziehung, Jugendamt, Kinderschutz, Elternarbeit, Familienarbeit, Kindeswohl, Bindungstheorie, Sozialarbeit, Heimerziehung
Die Arbeit befasst sich mit den Voraussetzungen und fachlichen Anforderungen für die Rückkehr von Kindern und Jugendlichen in ihr Elternhaus, nachdem sie aufgrund häuslicher Gewalt fremduntergebracht wurden.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von häuslicher Gewalt, der Einschätzung der Erziehungsfähigkeit von Eltern, der Bedeutung der kindlichen Bindungen sowie der Notwendigkeit einer strukturierten Rückführungsplanung.
Das Ziel ist die Erarbeitung von Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit eine Rückführung in das Elternhaus erfolgreich ist und das Kindeswohl langfristig gesichert bleibt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Fachliteratur, Studien und gesetzlicher Rahmenbedingungen im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Gewaltbegriff, Kindeswohl), die Analyse der Rückkehroption (Prognose, Kriterien) sowie die praktische Gestaltung der Vorbereitung, Durchführung und Nachbetreuung einer Rückführung.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen häusliche Gewalt, Rückkehroption, Kindeswohlgefährdung, Erziehungsfähigkeit, Jugendhilfe und Elternarbeit.
Die Rückführung von Kindern, die selbst Opfer direkter Gewalthandlungen wurden, wird sehr kritisch betrachtet und ist nur unter besonderen, strengen Schutzvorkehrungen und nach intensiver Klärung möglich.
Das Kind muss seinem Alter entsprechend bei allen Entscheidungen beteiligt werden; sein Wunsch und seine Bedürfnisse bilden eine zentrale Basis für die Planung der Rückkehr.
Dazu gehören das Zurückfallen der Eltern in alte Verhaltensmuster, erneute Missachtung elterlicher Pflichten, die mangelnde Einsicht in den eigenen Anteil an der Krise sowie eine fehlende Kooperationsbereitschaft.
Die Nachbetreuung ist essenziell, um Anpassungsschwierigkeiten im familiären System abzufedern und zu verhindern, dass alte Konfliktlösungsstrategien erneut zur Gefährdung des Kindeswohls führen.
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