Diplomarbeit, 2013
58 Seiten, Note: 84 (90)
1. Einleitung
1.1 Motivation und Begründung
1.2 Eingrenzung des Themas
1.3 Fragestellungen und Begründungen der Fragestellungen
1.4 Ziele und Begründung der Ziele
1.5 Aufbau der Arbeit
1.6 Deklaration der Schweigepflicht
1.7 Geschlechtergerechte Sprache
2. Institutioneller Kontext
2.1 Institution
2.2 Leitbild & ideelle Grundlage
3. Klärung der Begriffe
3.1 Klärung des Begriffes „Kognitive Entwicklungsbeeinträchtigung“
3.2 Klärung des Begriffes „Verhaltensstörung“
3.3 Klärung des Begriffes „Gewalt“
3.4 Klärung des Begriffes „Krise“
3.5 Klärung des Begriffes „Krisenintervention“
3.6 Klärung des Begriffes „ Therapie“ in Abgrenzung zum sozialpädagogischen Auftrag
4. Meine sozialpädagogische Haltung
4.1 Mein Menschenbild
4.2 Mein Verständnis von kognitiver Entwicklungsbeeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen
4.3 Mein Verständnis von Krise und Krisenintervention
4.4 Mein Verständnis von Begleitung
4.5 Normen und Werte einer Wohngruppe für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen
4.6 Mein sozialpädagogischer Auftrag und mein Rollenverständnis
5. Projekt „Inhouse-Gruppe“
5.1 Beschrieb der Projektidee
5.2 Teilnehmer
5.3 Mein sozialpädagogischer Auftrag und meine Funktion innerhalb der Gruppe
6. Systemischer Ansatz als Handlungsleitendes Konzept
6.1 Grundlagen der systemorientierten Sozialpädagogik
6.1.1 Das soziale System – Begriffserläuterung
6.1.2 Relevante Annahmen und Grundhaltungen in der systemorientierten Sozialpädagogik
6.2 Unterschiedliche Rollen in der systemorientierten Sozialpädagogik
6.2.1 Definition von „Rolle“
6.2.2 Meine Rolle als „Systemvernetzerin“ in Bezug auf die Gruppentherapie und die Alltagbegleitung, reflektiert in Anlehnung an die Systemtheorie
6.3 Die Gruppentherapie vor dem Hintergrund der Systemtheorie
6.4 Eigene sozialpädagogische Stellungnahme
7. Empowerment als Handlungsleitendes Konzept
7.1 Entstehung und Grundlagen des Empowerments
7.1.1 Ausgangspunkt
7.2 Leitprinzipien des Empowerment
7.2.1 Dialogische Assistenz
7.2.2 Advokatorische Assistenz
7.2.3 Konsultative Assistenz
7.2.4 Sozialintegrierende Assistenz
7.2.5 Intervenierende Assistenz
7.3 Besondere Aspekte in der Begleitung von Klienten mit kognitiver Beeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen
7.4 Bedeutung und Auswirkung dieses Konzepts für Klienten mit kognitiver Beeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen
7.5 Eigene sozialpädagogische Stellungnahme
8. Faktoren, welche die Verhaltensweisen der Klienten mit kognitiver Beeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen beeinflussen können
8.1 Emotion
8.1.1 Emotion und Verhalten
8.1.2 Emotion und Bedürfnis
8.1.3 Frustrations- & Aggressionstheorie
8.1.4 Verknüpfung zur Gruppentherapie
8.1.5 Eigene sozialpädagogische Stellungnahme
8.2 Wahrnehmung
8.2.1 Die Bedeutung der Erfahrung
8.2.2 Die Subjektivität der Wahrnehmung
8.2.3 Die soziale Wahrnehmung
8.2.4 Fehler und Störungen in der Wahrnehmung
8.2.5 Verknüpfung zur Gruppentherapie
8.2.6 Eigene sozialpädagogische Stellungnahme
8.3 Persönlichkeitsentwicklung
8.3.1 Psychosoziale Entwicklung nach Erikson
8.3.2 Verknüpfung zur Gruppentherapie
8.3.3 Eigene sozialpädagogische Stellungnahme
9. Schlussteil
9.1 Erkenntnisse und Lerngewinn der gewonnenen Perspektiven für die sozialpädagogische Begleitung von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen
9.2 Beantwortung der formulierten Fragestellungen
9.3 Überprüfung der formulierten Zielsetzungen
9.4 Aussichten und Konsequenzen / Persönliche Stellungnahme
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die sozialpädagogische Begleitung von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen kritisch zu untersuchen und unter Einbezug von Empowerment und systemischen Ansätzen zu optimieren. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie das Subsystem "Gruppentherapie" genutzt werden kann, um Sozialkompetenzen der Klienten innerhalb der Institution zu fördern und wie diese Begleitung unter Aspekten des Empowerments sowohl in der Gruppe als auch im Alltag konkret gestaltet werden kann.
4.4 Mein Verständnis von Begleitung
Auszug aus dem Meyers Enzyklopädie-Lexikon (zitiert in Hähner, 2006, S.9):
„Begleitung (Akkompagnement, frz: accompagnement): In der Musik das unterstützende und harmonisch ergänzende Mitgehen eines Tasteninstrumentes oder einer Instrumentalgruppe mit einer solistischen Vokal- und Instrumentalstimme.“
Wunderschön beschrieben, lässt sich diese Definition meiner Meinung nach auch auf die Begleitung in der sozialpädagogischen Arbeit übertragen: Die Klientin und der Klient als solistische Vokalstimme und das Mitgehen des Sozialpädagogen/der Sozialpädagogin oder eben des Begleiters/der Begleiterin als harmonisch ergänzendes Tasteninstrument. Die begleitende Instrumentalgruppe könnte durch das Mitarbeiter-Team dargestellt werden.
Ausgehend von der Haltung, dass ich in meiner Rolle als Sozialpädagogin die Klientel begleite und mich von deren Stimme oder Tätigkeit leiten lasse während ich eigene Denkmuster, Bedürfnisse, Vorlieben, Ideale oder Werte in den Hintergrund stelle, lässt sich ein direkter Unterschied zu der Begrifflichkeit des „Betreuers“ herstellen, welcher stark durch Einfluss, Dominanz und Macht geprägt ist. Wissend, dass dies keinesfalls Sinn und Zweck meiner Berufswahl und schliesslich meiner Praxisarbeit ist, möchte ich mich von dem Begriff des „Betreuens“ entfernen und mich „Begleiterin“ nennen.
Begleitung bedeutet für mich –auch in Anlehnung an das Empowerment und den personzentrierten Ansatz – individuelle Unterstützung eines Menschen, immer ausgehend davon, dass stets die begleitende Person richtungsweisend und stimmgebend ist. Die Begleitung von Entwicklungsprozessen, das Einräumen von Entscheidungsfreiheit und Selbstbestimmung gehören meiner Meinung nach ebenfalls in die „Kultur“ des Begleitens und ermöglichen mir ein subjektives Eingehen auf die Klientinnen und Klienten sowie „richtige“ Begegnungen auf Augenhöhe mit Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung. Auch im systemischen Ansatz finden sich Orientierungsmöglichkeiten in der Begleitung der Klientel. Diese basieren hauptsächlich auf dem Einbezug des Umfeldes einer Klientin/eines Klienten.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Begleitung von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung im institutionellen Kontext ein, wobei der Fokus auf Gewaltprävention und Interventionsstrategien liegt.
2. Institutioneller Kontext: Dieses Kapitel beschreibt die organisatorische Struktur der Institution mit ihren drei Wohngruppen sowie deren Leitbild und ideelle Grundlagen.
3. Klärung der Begriffe: Es werden zentrale Fachbegriffe wie kognitive Entwicklungsbeeinträchtigung, Gewalt, Krise und Krisenintervention im Kontext der pädagogischen Arbeit definiert und abgegrenzt.
4. Meine sozialpädagogische Haltung: Die Autorin legt ihr humanistisches Menschenbild und ihr Verständnis von Begleitung, Krisenintervention und ihrer eigenen Rolle dar.
5. Projekt „Inhouse-Gruppe“: Hier wird das Projekt der Gruppentherapie als Trainingsfeld für soziale Kompetenzen vorgestellt, inklusive der Kurzbiographien der fünf Teilnehmer.
6. Systemischer Ansatz als Handlungsleitendes Konzept: Es wird die Anwendung systemtheoretischer Grundsätze in der Sozialpädagogik erläutert und die Rolle der Systemvernetzerin reflektiert.
7. Empowerment als Handlungsleitendes Konzept: Das Kapitel behandelt die Grundlagen und Leitprinzipien des Empowerment-Ansatzes in der Begleitung beeinträchtigter Menschen.
8. Faktoren, welche die Verhaltensweisen der Klienten mit kognitiver Beeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen beeinflussen können: Eine tiefgehende Analyse zu den Themen Emotion, Wahrnehmung und psychosozialer Entwicklung nach Erikson.
9. Schlussteil: Es erfolgt die Auswertung der Erkenntnisse, die Beantwortung der Forschungsfragen sowie eine persönliche Reflexion über den Lernprozess.
Sozialpädagogik, Empowerment, Gruppentherapie, Systemische Arbeit, Kognitive Beeinträchtigung, Krisenintervention, Verhaltensweisen, Reflexion, Inklusion, Personzentrierter Ansatz, Begleitung, Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Soziale Kompetenz, Bedürfnispyramide, Persönlichkeitsentwicklung.
Die Arbeit untersucht die sozialpädagogische Begleitung von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen in einer Institution, wobei der Schwerpunkt auf einer Gruppentherapie als präventives und intervenierendes Instrument liegt.
Die zentralen Themen umfassen Empowerment, den systemischen Ansatz, psychosoziale Entwicklung, Wahrnehmungsprozesse sowie die Optimierung interdisziplinärer Zusammenarbeit innerhalb einer Institution.
Das Ziel ist es, die Chancen der Gruppentherapie zur Steigerung der Sozialkompetenzen der Klienten aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie die tägliche Begleitung unter Einbezug des Empowerments optimal gestaltet werden kann.
Die Arbeit verknüpft theoretische Konzepte (Systemtheorie, Empowerment, Psychologie) kontinuierlich mit Praxisbeispielen aus der Arbeit der Autorin in einer Institution.
Der Hauptteil gliedert sich in die Haltungsdarlegung der Autorin, die Vorstellung des Projekts "Inhouse-Gruppe", die theoretische Fundierung mittels Systemtheorie und Empowerment sowie eine detaillierte Analyse von Verhaltensfaktoren wie Emotionen, Wahrnehmung und Entwicklung.
Schlüsselbegriffe sind vor allem Sozialpädagogik, Empowerment, Systemischer Ansatz, Krisenintervention und die Begleitung von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen.
Die Autorin agiert als Co-Leiterin und fungiert als "Spinne im Netz" oder Systemvernetzerin, welche den Informationsfluss zwischen den verschiedenen Systemen (Wohnbereich, Therapeuten, Institution, Eltern) sicherstellt.
Die Autorin wählt diesen Begriff bewusst, da er für sie weniger defizitär und stigmatisierend klingt und dem humanistischen Menschenbild besser entspricht.
Es dient als anschauliches Hilfsmittel in der Gruppentherapie, um Teilnehmern das Erkennen von Grenzüberschreitungen zu erleichtern und eine Vernetzung zwischen dem Gruppensetting und den anderen Lebenswelten herzustellen.
Es wird genutzt, um die psychosoziale Entwicklung der Klienten besser zu verstehen und zu reflektieren, wie sich frühe Erfahrungen auf das heutige Verhalten und die Stabilität der Persönlichkeit auswirken.
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