Bachelorarbeit, 2012
60 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Anorexia nervosa (Magersucht) bei Kindern und Jugendlichen
2.1 Definition
2.2 Symptomatik und Krankheitsverlauf
2.3 Mögliche Ursachen und begünstigende Faktoren
3. Präventionsmöglichkeiten von Anorexia nervosa im Kindes- und Jugendalter
3.1 Zum Begriff der Prävention
3.2 Unterscheidung der Präventionsarten
3.3 Das Konzept der Salutogenese
3.4 Reduzierungsmöglichkeiten der Risikofaktoren von Anorexia nervosa auf primärpräventiver Basis
3.5 Beispiele wie Primärprävention von Anorexia nervosa erfolgen kann
3.5.1 Primärpräventionsangebot nach Dick & Dünn Nordwest e.V.
3.5.2 „PriMa“
3.5.3 Präventionsangebot für Jungen über den „Mädchenhaus Heidelberg e.V.“
3.6 Eigene Überlegungen wie primäre Prävention von Anorexia nervosa erfolgen kann
4. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht Möglichkeiten der Primärprävention bei Anorexia nervosa im Kindes- und Jugendalter. Ziel ist es, auf Basis einer fundierten Analyse des Störungsbildes und relevanter Einflussfaktoren, konkrete Ansätze für präventives Handeln in der Sozialen Arbeit aufzuzeigen und dabei insbesondere die Bedeutung von Gesundheitsförderung und salutogenetischen Konzepten hervorzuheben.
2.1 Definition
Bei der «Anorexia nervosa» handelt es sich wörtlich übersetzt, um einen «nervösen Appetitverlust» oder anders ausgedrückt, um eine Appetitlosigkeit (Anorexie), die nervlich bzw. psychisch bedingt ist. Da die Betroffenen nicht unter einen Appetitman gel leiden, sondern vielmehr versuchen, ihren Appetit und ihre Hungergefühle – die nicht selten recht gut ausgeprägt sind – zu unterdrücken, ist der Begriff «Anorexia nervosa» jedoch irreführend (vgl. Vandereycken & Meermann, 2000, S. 17). Das Ziel schlank zu sein steht hier im Zentrum der Erkrankung. Der Begriff «Magersucht», der als Synonym für «Anorexia nervosa» verwendet wird, greift genau diesen Aspekt auf. Denn er bezieht sich weniger auf das Essen und den Appetit, sondern legt den Fokus auf den Körper und dem bereits genannten Ziel dünn zu sein. Doch auch bei diesem Begriff ist Vorsicht geboten. Denn nach Franke wird dieser Begriff «Magersucht» zum Teil noch den Suchterkrankungen zugeordnet. Was vor allem auf den sprachlichen Hintergrund zurückzuführen ist und dem Erscheinungsbild nicht gerecht wird.
Das Wort «Magersucht» leitet sich nicht aus dem heutigen Suchtbegriff ab, sondern hat seinen Ursprung im mittelhochdeutschen Wort «siech», wovon auch andere Begriffe wie Gelbsucht oder Bleichsucht ihre Herkunft haben. Sprachgeschichtlich betrachtet hat «Sucht» nichts mit «suchen» zu tun (vgl. Franke, 2003, S. 12 u. 20). Womit dann auch der Behauptung, Magersüchtige „seien süchtig auf der Suche nach wahrer Be friedigung und verlagerten diesen Hunger nach Liebe und Anerkennung auf ihren Körper“ (ebd. S. 12), entgegengewirkt werden kann. Die Magersucht ist keine Ersatz befriedigung, sondern ein fehlgeschlagener Lösungsversuch für Probleme, die für die Betroffenen unbewusst sind oder einfach eine Überforderung darstellen (vgl. ebd.).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die medizinische Relevanz der Anorexia nervosa und begründet die Notwendigkeit einer frühzeitigen präventiven Auseinandersetzung mit dem Störungsbild.
2. Anorexia nervosa (Magersucht) bei Kindern und Jugendlichen: Dieses Kapitel definiert die Krankheit, beschreibt Symptome und Krankheitsverläufe sowie diverse psychologische und soziokulturelle Ursachenfaktoren.
3. Präventionsmöglichkeiten von Anorexia nervosa im Kindes- und Jugendalter: Der Hauptteil erläutert theoretische Präventionskonzepte, das Salutogenese-Modell und reflektiert beispielhafte Praxisprojekte sowie eigene Ideen für die Primärprävention.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Komplexität der Prävention zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, trotz bestehender Ungewissheiten, die präventive Arbeit in der Sozialen Arbeit weiterzuentwickeln.
Anorexia nervosa, Magersucht, Primärprävention, Kindesalter, Jugendalter, Gesundheitsförderung, Salutogenese, Körperbildstörung, Adoleszenz, Essstörungen, Risikofaktoren, Resilienz, Präventionsprogramme, Dick & Dünn, PriMa
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten der primären Prävention von Anorexia nervosa bei Kindern und Jugendlichen aus der Perspektive der Sozialen Arbeit.
Zentrale Themen sind das Verständnis der Anorexia nervosa als Krankheitsbild, die Bedeutung der Gesundheitsförderung und die Anwendung theoretischer Konzepte wie der Salutogenese auf konkrete Präventionsmaßnahmen.
Das Ziel ist die Identifikation von präventiven Handlungsansätzen, um der Entstehung von Essstörungen bei Jugendlichen frühzeitig entgegenzuwirken und protektive Ressourcen zu stärken.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse sowie der Reflexion von Experteninterviews, um aktuelle Präventionsangebote zu evaluieren.
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Einordnung von Prävention, der Erläuterung von Schutz- und Risikofaktoren sowie der Darstellung praktischer Beispiele wie „PriMa“ oder Angebote von „Dick & Dünn“.
Prävention, Anorexia nervosa, Salutogenese, Gesundheitsförderung, Jugendliche, Lebenskompetenzen.
Es bietet einen salutogenetischen Perspektivenwechsel, weg von der reinen Krankheitsfokussierung hin zur Stärkung der persönlichen Ressourcen und Widerstandsfähigkeit des Individuums.
Obwohl Anorexia nervosa häufiger Mädchen betrifft, zeigt die Arbeit auf, dass Jungen ebenfalls betroffen sind und hier ein spezieller Entwicklungsbedarf an geschlechtsspezifischen Präventionsangeboten besteht.
Die Autorin stellt fest, dass systematische Evaluationen selten sind und dass bestehende Programme oft zeitlich begrenzt sind, weshalb eine breitere, langfristige Implementierung und Verknüpfung mit sekundärpräventiven Angeboten empfehlenswert ist.
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