Magisterarbeit, 2009
113 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Theoretische Vorüberlegungen
2.1 Theoriemodelle an der Schnittstelle von Raum und Kultur
2.1.1 Transkulturalität
2.1.2 Dritter Raum
2.2 Kulturwissenschaftliches Raumkonzept
2.2.1 Zur Differenzierung von Ort und Raum
2.2.2 Dritte Orte
2.3 Begrifflichkeiten und sozioökonomische Dimensionen von ausländischer Kost
2.3.1 Zur Begriffsdefinition von ausländischer Kost
2.3.2 Diversifizierung des Nahrungsangebotes in der Nachkriegszeit
2.3.3 Ethnische Ökonomie
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Untersuchungsfeld
3.2 Datenerhebung und -auswertung
4 Darstellung der ausgewählten Läden
4.1 Maryam
4.1.1 Ladenprofil
4.1.2 Feldzugang und Teilnehmerrolle
4.2 Shundor International
4.2.1 Ladenprofil
4.2.2 Feldzugang und Teilnehmerrolle
4.3 Bravo Market
4.3.1 Ladenprofil
4.3.2 Feldzugang und Teilnehmerrolle
4.4 Katjuscha
4.4.1 Ladenprofil
4.4.2 Feldzugang und Teilnehmerrolle
4.5 Lebensmittel Nazemi
4.5.1 Ladenprofil
4.5.2 Feldzugang und Teilnehmerrolle
5 Auswertung der empirischen Untersuchungen
5.1 Konsumraum
5.1.1 Gewohnte und ungewohnte Produkte
5.1.2 Transkulturelle Ernährung
5.1.3 Einkaufserlebnis
5.1.4 Strategische Inszenierungen
5.2 Kommunikationsraum
5.2.1 Allgemeines Kontaktbedürfnis
5.2.2 Neuzuwandererhilfe
5.2.3 Sprache
5.2.4 Alltagsunterstützung
5.3 Vertrauensraum
5.3.1 Wohlfühlatmosphäre
5.3.2 Persönlichkeit
5.3.3 Zeit
5.3.4 Preise
5.4 Aspekte von Transkulturalität
6 Schlusswort
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob migrantengeführte Lebensmittelgeschäfte als transkulturelle Räume fungieren können und welche Funktionen diese Orte im Alltag der verschiedenen Akteure (Inhaber wie Kunden) einnehmen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Verflechtung von sozialen Praktiken und Bedeutungszuweisungen innerhalb dieser Räume.
5.1.1 Gewohnte und ungewohnte Produkte
Auch wenn die untersuchten Lebensmittelläden für viele Menschen eine, um es mit Rosenbaum zu sagen 163, soziale oder sogar emotionale Bedeutung haben, so sind sie doch für die meisten Besucher in erster Line praktische Orte, an denen Konsumgüter erworben werden können. Gerade die Geschäfte, die ihren Schwerpunkt auf importierte Produkte legen und damit eine Ergänzung zu anderen Lebensmittelläden darstellen, können mit einem hohen Anteil an migrantischen Kunden rechnen. Zu dieser Gruppe zählen der afrikanische und der russische Laden. Hier konnten die Besucher ihre gewohnten und eventuell aus dem Herkunftsland bekannten Produkte erwerben. Die Klientel der anderen Läden war eher am Exotischen interessiert und stammte in der Mehrzahl aus Deutschland. Der afghanische Laden wies in seinem Sortiment keine Besonderheiten auf, die ihn von einem herkömmlichen Supermarkt unterschieden hätten. Er bildet im Bereich des Konsums von ausländischer Kost deshalb eine Ausnahme zu den anderen Läden.
Da es in der empirischen Untersuchung offensichtlich wurde, dass die beiden einander diametral gegenüberliegenden Punkte Gewohnheit und Exotik/Außergewöhnlichkeit bei vielen Besuchern eine Rolle für den Einkauf spielen, sollen sie hier getrennt beleuchtet werden.
„Weißt du, man hat dann so Gelüste“, sagt eine Kundin und drückt damit aus, was viele Menschen mit Migrationshintergrund dazu bewegt, einen Lebensmittelladen aufzusuchen, in dem sie ihre gewohnten Produkte erstehen können. Oftmals spielen nicht nur die Bekanntheit oder Vertrautheit mit der Ware eine Rolle, sondern auch – vor allem dann, wenn die betreffende Person selbst migriert ist – die Erinnerung an das Herkunftsland, die Familie oder die frühere Lebenssituation.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problematik der Multikulturalität vor und führt das Konzept der Transkulturalität als neues kulturwissenschaftliches Modell zur Analyse von migrantengeführten Läden ein.
2 Theoretische Vorüberlegungen: In diesem Kapitel werden grundlegende Konzepte wie Transkulturalität, der dritte Raum, Raumtheorien sowie sozioökonomische Dimensionen ausländischer Lebensmittel diskutiert.
3 Methodisches Vorgehen: Hier wird der empirische Ansatz erläutert, der teilnehmende Beobachtung und leitfadengestützte Interviews in fünf ausgewählten Läden in Freiburg umfasst.
4 Darstellung der ausgewählten Läden: Dieses Kapitel präsentiert die untersuchten Geschäfte im Detail, inklusive ihrer Ladenprofile sowie Reflexionen zum Feldzugang und der Rolle der Forscherin.
5 Auswertung der empirischen Untersuchungen: Der Hauptteil analysiert die Läden als Konsum-, Kommunikations- und Vertrauensräume und beleuchtet Aspekte der Transkulturalität in der Alltagspraxis.
6 Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Erkenntnisse und bestätigt die Eignung des Transkulturalitätsmodells für die Analyse migrantischer Räume gegenüber dem überholten Begriff der Multikulturalität.
Transkulturalität, Migration, Migrantengeführte Lebensmittelgeschäfte, Ethnische Ökonomie, Dritte Orte, Konsumraum, Identitätsbildung, Alltagshandeln, Kulinarik, Ethnofood, Migrationshintergrund, Soziale Netzwerke, Raumtheorie, Feldstudie, Integration.
Die Magisterarbeit untersucht die soziale und kulturelle Bedeutung von migrantengeführten Lebensmittelgeschäften in Freiburg i. Br. und hinterfragt dabei, inwiefern diese als transkulturelle Räume fungieren.
Die Untersuchung behandelt die Konzepte von Raum und Kultur, die ökonomische Rolle dieser Geschäfte sowie die alltäglichen sozialen Praktiken von Kunden und Inhabern, insbesondere in Bezug auf Ernährung und Kommunikation.
Das Ziel ist es zu ermitteln, ob die Läden lediglich Orte des Konsums sind oder ob sie als "dritte Orte" eine wichtige soziale Funktion für die Akteure erfüllen und wie sie zur Lebensbewältigung im Alltag beitragen.
Die Autorin nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf der Grounded Theory, der teilnehmende Beobachtung in fünf Läden sowie leitfadengestützte Interviews mit Inhabern und Besuchern kombiniert.
Der Hauptteil wertet die empirischen Daten aus und strukturiert sie in die Kategorien Konsumraum, Kommunikationsraum und Vertrauensraum, um die verschiedenen Dimensionen der Ladenbesuche aufzuzeigen.
Zentrale Begriffe sind Transkulturalität, ethnische Ökonomie, dritte Orte, Alltagshandeln und die Unterscheidung zwischen Ethnofood und Ethnic Food.
Ethnofood beschreibt Produkte, die mit Exotik und dem Fremden assoziiert und oft strategisch für einen westeuropäischen Markt inszeniert werden, um ein bestimmtes Bild des "Anderen" zu bedienen.
Die Läden reichen von solchen, die bewusst ethnische Nischen bedienen, bis hin zu Geschäften, die sich an ein breiteres Publikum wenden oder eine Mischform darstellen, wobei die Inhaber ihre Strategien (z.B. Sprachwahl, Atmosphäre) aktiv an ihre Zielgruppen anpassen.
Sprache wird einerseits als praktisches Werkzeug zur Hilfeleistung (Neuzuwandererhilfe) und andererseits als strategisches Instrument zur Erzeugung einer landestypischen Atmosphäre eingesetzt, wobei Sprachwechsel und Mischformen häufig sind.
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