Magisterarbeit, 2009
132 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Demokratie und Sicherheit
2.1 Demokratie in Lateinamerika
2.1.1 Die Transformationsforschung zu Lateinamerika
2.1.2 Neuere konzeptionelle Überlegungen zur Demokratie in Lateinamerika
2.2 (Un-)Sicherheit in Lateinamerika und die Doktrin der Nationalen Sicherheit
2.3 Demokratische Anforderungen an die Herstellung von Sicherheit
2.3.1 Re-Spezifizierung des Konzepts der embedded democracy
2.3.2 Re-Operationalisierung der operativen Definition der defekten Demokratie
3 Die „Politik der demokratischen Sicherheit“ in Kolumbien
3.1 Die staatlichen Sicherheitsorgane und ihr politisch-institutionelles Umfeld
3.2 Die kolumbianische Sicherheitspolitik auf dem Papier
4 Analyse der „Politik der demokratischen Sicherheit“
4.1 Politische Teilhaberechte
4.1.1 Assoziationsfreiheit
4.1.2 Meinungs- und Pressefreiheit
4.2 Bürgerliche Freiheitsrechte
4.2.1 Individuelle Schutzrechte
4.2.2 Justizrechte
4.3 Horizontale Gewaltenkontrolle
5 Fazit
5.1 Einordnung der Ergebnisse der Analyse
5.2 Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die kolumbianische Sicherheitspolitik unter der Regierung von Álvaro Uribe – bekannt als „Politik der demokratischen Sicherheit“ – zentrale Grundmerkmale einer liberalen Demokratie einschränkt und damit zu einer Defektbildung beitragen könnte.
Die „Politik der demokratischen Sicherheit“ in Kolumbien
Mit Álvaro Uribes Amtsantritt Ende 2002 begann die neue Regierung sogleich mit der Implementierung der „Politik der demokratischen Sicherheit“, für die der Präsidentschaftskandidat bereits in seinem Wahlkampf geworben hatte und deren Inhalte teilweise bereits aus Uribes 100-Punkte-Wahlprogramm bekannt gewesen waren. Die offizielle schriftliche Grundlage der Sicherheitspolitik in Form eines Programms wurde jedoch erst zu Beginn des Jahres 2003 von der Regierung veröffentlicht. Bevor im zweiten Abschnitt dieses Kapitels näher auf das Programm der PDS und ihre Umsetzung in der Praxis eingegangen wird, sollen im Folgenden in Kürze die politisch-institutionellen Rahmenbedingungen der Sicherheitspolitik erläutert werden.
Die Ausgestaltung der kolumbianischen Fuerza Pública, die sowohl die nationalen Streitkräfte als auch die nationale Polizei beinhaltet, wird durch die kolumbianische Verfassung von 1991 geregelt. Die Normen die Sicherheit und Verteidigung betreffend lassen sich unter drei Themenbereiche subsumieren. Der erste bezieht sich auf die Regelung von Ausnahmezuständen. Der zweite Themenkomplex behandelt die zivile Kontrolle über die Streitkräfte, die dem Kongress (Artikel 173, 213), der Exekutive (Artikel 189, 212, 223), der Generalstaatsanwaltschaft (Artikel 250, 251), der Justizverwaltung (Artikel 277) und dem Verfassungsgericht (Artikel 214) zugewiesen ist. Der letzte Bereich schließlich betrifft die Zusammensetzung der Fuerza Pública.
Dem Staatspräsidenten kommt als obersten Befehlshaber die Führung der Fuerza Pública zu. Der Legislative kommt unter anderem das Haushaltsrecht bezüglich der Ausgaben der Streitkräfte und der Polizei zu. Die Militärgerichtsbarkeit ist für die Strafverfolgung von berufsbezogenen Verbrechen zuständig, die zivilen Gerichte für Verbrechen, die außerhalb des Wehrdienstes passierten.
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert den Demokratisierungsprozess in Lateinamerika und das damit einhergehende Sicherheitsproblem, welches im Fall Kolumbien durch den innerstaatlichen Konflikt und die Sicherheitspolitik der „harten Hand“ weiter zugespitzt wird.
2 Demokratie und Sicherheit: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen des Spannungsverhältnisses zwischen staatlicher Sicherheit und demokratischen Freiheitsrechten dar und operationalisiert das Konzept der „embedded democracy“ für die Analyse.
3 Die „Politik der demokratischen Sicherheit“ in Kolumbien: Hier werden die institutionellen Rahmenbedingungen der Fuerza Pública sowie das offizielle Sicherheitsprogramm der Regierung Uribe und dessen Ziele und Säulen vorgestellt.
4 Analyse der „Politik der demokratischen Sicherheit“: Das Hauptkapitel untersucht anhand der Teilregime politische Teilhaberechte, bürgerliche Freiheitsrechte und horizontale Gewaltenkontrolle die konkreten Auswirkungen der Sicherheitspolitik auf die Demokratie.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die Sicherheitspolitik zwar das staatliche Gewaltmonopol stärkte, jedoch durch systematische Einschränkungen von Grundrechten und eine Schwächung rechtsstaatlicher Mechanismen eine relative Beeinträchtigung der Demokratie bewirkte.
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Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen der kolumbianischen Sicherheitspolitik unter Präsident Uribe und den Anforderungen eines demokratischen Rechtsstaates.
Die zentralen Felder sind die Auswirkungen von Sicherheitspolitik auf politische Teilhaberechte, die Wahrung bürgerlicher Freiheitsrechte sowie die horizontale Gewaltenkontrolle.
Das Ziel ist es festzustellen, ob wesentliche Grundmerkmale der kolumbianischen Demokratie durch die „Politik der demokratischen Sicherheit“ beschränkt werden.
Es wird ein qualitativer Fallstudien-Ansatz gewählt, der auf dem Konzept der „embedded democracy“ von Merkel et al. basiert und durch Experteninterviews sowie die Analyse von Sekundärliteratur und Berichten ergänzt wird.
Der Hauptteil analysiert empirisch die Einschränkungen von Assoziations-, Meinungs- und Pressefreiheit, individuelle Schutzrechte, Justizrechte sowie die Effektivität der Gewaltenkontrolle in Kolumbien.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Demokratiedefekt, Sicherheitspolitik, Menschenrechtsverletzungen und Rechtsstaatlichkeit charakterisieren.
Die „Falsos Positivos“ dienen als zentrales Fallbeispiel für die systematische Verletzung bürgerlicher Freiheitsrechte und die schwerwiegende Beeinträchtigung der Rechtsstaatlichkeit durch staatliche Akteure.
Die illegalen Überwachungsaktivitäten und Korruptionsskandale des DAS (Departamento Administrativo de Seguridad) werden als gravierendes Indiz für die Aushöhlung von Privatsphäre, Pressefreiheit und demokratischer Kontrolle angeführt.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Politik zwar die öffentliche Sicherheit graduell verbesserte, dies jedoch um den Preis einer signifikanten Schwächung demokratischer Kernelemente erkauft wurde.
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