Bachelorarbeit, 2013
42 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Das Worrying-Prozess-Modell
2.1.1 Threat Appraisal
2.1.2 Worry-Activation
2.1.3 Coping
2.2 Fragestellung und Hypothesen
3 Methode
4 Ergebnisse
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Kritik
5.3 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche spezifischen Sorgen Eltern dazu bewegen, logopädische Hilfe für ihre Kinder in Anspruch zu nehmen, und inwieweit sich diese Sorgen im Verlauf einer logopädischen Behandlung verändern. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die psychische Belastung der Eltern zu gewinnen, um diese in der therapeutischen Praxis gezielter adressieren und entlasten zu können.
2.1.1 Threat Appraisal
Der Begriff Threat kann im Deutschen mit Bedrohung gleichgesetzt werden. Aus Gründen der Einheitlichkeit wird im Folgenden mit dem deutschen Begriff gearbeitet.
Ausführliche Beschreibungen zum Begriff der Bedrohung finden sich bei Lazarus und Folkman (1984) und deren Kognitiv-Transaktionaler Stresstheorie. Darin wird Bedrohung neben Schädigung/Verlust und Herausforderung als einer von drei stressauslösenden Faktoren genannt, der sich einstellt, wenn ein Individuum annimmt, eine Situation berge das Potential für Verlust oder Schaden.
Im vorliegenden Kontext soll davon ausgegangen werden, dass Eltern es als eine Bedrohung empfinden, wenn sie ihr Kind im Vergleich mit Gleichaltrigen als sprachlich oder sprecherisch verzögert empfinden, weil sie um die eingangs erwähnten Folgen bspw. im Hinblick auf den Schulerfolg wissen. Lazarus und Folkman betonen dabei den Unterschied einer empfundenen Bedrohung im Vergleich zu den beiden anderen genannten Faktoren:
"The primary adaptional significance of threat [...] is that it permits anticipatory coping. To the extent that humans can anticipate the future, they can plan for it and work through some of the difficulties in advance..." (ebd., S.33)
Eine Bedrohung lässt dem Bedrohten also immer noch Zeit, Gegenmaßnahmen einzuleiten, so genanntes antizipatorisches Coping. Bevor es dazu kommt, aktiviert die wahrgenommene Bedrohung in der zweiten Phase des Modells von Tallis und Eysenck zunächst Sorgen bei den Betroffenen.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Zunahme logopädischer Behandlungen in Deutschland ein und verdeutlicht die Relevanz der Untersuchung von Elternsorgen im Kontext schulischer und sprachlicher Entwicklung.
2 Theoretische Grundlagen: Hier wird das Worrying-Prozess-Modell detailliert erläutert und auf die elterliche Situation übertragen, ergänzt um die Definitionen von Sorgen, Bedrohung und Bewältigungsstrategien sowie die Ableitung der Arbeitshypothesen.
3 Methode: Dieses Kapitel beschreibt das Design der empirischen Untersuchung, die Entwicklung des verwendeten Fragebogens sowie die Stichprobenbeschreibung und das Vorgehen bei der statistischen Auswertung.
4 Ergebnisse: Hier werden die statistischen Resultate der Befragung präsentiert, wobei insbesondere die Veränderungen der verschiedenen Sorgenformen im Verlauf der Therapie untersucht werden.
5 Diskussion: Dieses Kapitel reflektiert die Ergebnisse kritisch im Hinblick auf die Hypothesen, diskutiert methodische Limitationen und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung der Arbeit für die therapeutische Praxis.
Logopädie, Elternsorgen, Worrying-Prozess-Modell, Leistungsängste, Zukunftsängste, soziale Sorgen, Bedrohung, Coping, Therapieerfolg, Anamnese, psychische Belastung, kindliche Sprachentwicklung, Fragebogenstudie, Leistungsdruck, Schulalltag.
Die Arbeit untersucht die Sorgen von Eltern, deren Kinder sich in logopädischer Behandlung befinden, und wie sich diese Sorgen über den Zeitraum der Therapie verändern.
Die zentralen Felder sind Leistungs-, Zukunfts- und soziale Sorgen, die in Bezug auf die sprachliche Entwicklung und den schulischen Erfolg der Kinder stehen.
Ziel ist es, die Gründe für das Aufsuchen eines Logopäden aus Elternsicht zu verstehen und zu prüfen, ob die therapeutische Intervention zur Reduktion dieser elterlichen Sorgen beiträgt.
Es wurde eine empirische Untersuchung mit einem selbst entwickelten Fragebogen durchgeführt, der retrospektiv und aktuell die Sorgen der Eltern erfasste, sowie statistische t-Tests und Regressionsanalysen angewandt.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung über das Worrying-Prozess-Modell, die detaillierte Beschreibung der methodischen Durchführung sowie die Auswertung und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Wesentliche Schlüsselbegriffe sind Logopädie, Elternsorgen, Worrying-Prozess-Modell, Coping und therapeutische Entlastung.
Das Modell diente als theoretischer Rahmen, um zu erklären, wie die Wahrnehmung einer sprachlichen Auffälligkeit als "Bedrohung" Sorgen auslöst, die wiederum zu einem "instrumentellen Coping" – dem Aufsuchen logopädischer Hilfe – führen.
Der Autor schlussfolgert, dass Logopädie nicht nur das sprachliche Problem des Kindes adressiert, sondern auch dazu beiträgt, die psychische Belastung der Eltern messbar zu reduzieren.
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