Diplomarbeit, 2012
145 Seiten, Note: 1,75
1 Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Kontext und zentrale Begriffe
1.2.1 Gleichberechtigung, Gleichstellung und Gender
1.2.2 Sozialisationsforschung und anhängige Begriffe
1.2.3 Die Konstruktion 'Gender'
2 Strukturbedingte (Un-)Gleichheit
2.1 Aktueller Bezug oder 'Immer wieder das alte Dilemma?'
2.2 Vordenkerinnen patriachatskritischer Theorie
2.2.1 Simone de Beauvoir (1908 – 1986)
2.2.2 Shulamith Firestone (geb. 1945)
2.2.3 Kate Millet (geb. 1934)
2.2.4 Sherry B. Ortner (geb. 1941)
2.2.5 Adrienne Rich (geb. 1929)
3 Ungleichstellung im 21.Jahrhundert
3.1 Einleitung
3.2 Betrachtung der Handlungsrahmen
3.2.1 Handlungsrahmen: Familie
3.2.2 Handlungsrahmen: Bildung
3.2.3 Handlungsrahmen: Beruf
3.2.4 Handlungsrahmen: Wirtschaft
3.2.5 Handlungsrahmen: Gewalt und Kriminalität
3.3 Ergebnisse der Betrachtung der Handlungsrahmen
4 (K)eine Veränderung
4.1 Hindernis 1: Die Entwicklung der Strukturen
4.2 Hindernis 2: Die (fehlende) männliche Beteiligung
4.3 Hindernis 3: Strukturimmanenz und Reproduktion
4.3.1 Sozialwissenschaftliche Erkenntnisse
4.3.1.1 Das Problem des latenten Biologismus
4.3.2 Die interaktionstheoretische-wissenssoziologische Perspektive
4.3.2.1 Der interaktionstheoretische Ansatz
4.3.2.2 Dynamisch-prozesshafte Interaktion (wissenssoziologische Ergänzung)
4.3.3 Stabilität der Interaktion und Handlungsmöglichkeiten
4.3.4 Widerständige Ordnung
4.4 (K)ein Veränderungspotential
4.4.1 Hindernis 1: Entwicklung erfolgt langfristig
4.4.2 Hindernis 2: Beide Geschlechter arbeiten gegeneinander
4.4.3 Hindernis 3: Strukturimmanenz und Reproduktions-mechanismen hindern eine Veränderung maßgeblich
5 Theoretische Veränderungsperspektiven
5.1 Möglichkeiten der Veränderung
5.2 Ausgangspunkt: Struktur/Ordnung
5.2.1 Kriterien für eine mögliche Veränderung
5.3 Ausgangspunkt: AkteurIn
5.3.1 Der feministisch-existentialistische Ansatz
5.3.2 Kriterien für eine mögliche Veränderung
6 Praktische Veränderung und (künftige) Förderungsmöglichkeiten
6.1 Herkunft und Entwicklung der Grundgedanken
6.2 Geschlechtsbezogene Ansätze
6.2.1 Zielsetzung
6.2.2 Umsetzungsbeispiele
6.2.3 Beiträge zur Veränderung
6.3 Geschlechteregalitäre Ansätze
6.3.1 Zielsetzung
6.3.2 Umsetzungsbedingungen
6.3.3 Umsetzungsbeispiele
6.3.4 Beiträge zur Veränderung
6.4 Veränderungspotentiale
6.4.1 Veränderungspotential der Ansätze
6.4.2 Modellbeispiel zu geschlechtsbezogenen Ansätzen
6.4.3 Modellbeispiel zu geschlechteregalitären Ansätzen
7 Veränderungen möglich machen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der theoretisch angestrebten Gleichberechtigung und der tatsächlichen, im Alltag (er-)lebbaren Gleichstellung in einer durch patriarchale Strukturen geprägten Gesellschaft. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den Hindernissen, die eine tatsächliche Gleichstellung trotz rechtlicher Gleichberechtigung verhindern, und fragt nach den Möglichkeiten, diese strukturellen Barrieren durch verändertes Handeln der Individuen sowie durch spezifische Förderprogramme zu überwinden.
1.1 Fragestellung
Wann sind Menschen einander gleichgestellt? Was bedeutet es für Menschen, gleichgestellt zu sein? Warum ist Gleichberechtigung so hohes Gut? Um diese Fragen zu beantworten bräuchte es mehr als ein Menschenleben und doch zählen sie zu den wichtigsten Fragen, die sich Menschen stellen können. Nicht nur, weil jeder Mensch danach strebt, durch andere Menschen anerkannt zu werden, sondern auch, weil jeder Mensch Anerkennung gerne so erleben will, dass er dem Anderen dabei als gleichgestelltes Lebewesen gegenübertritt und gerade wegen seiner Existenz akzeptiert wird.
Der Mensch wird im folgenden daher faktisch als Existenz begriffen, die danach strebt, sich zu verwirklichen, und seinen/ihren Selbstentwurf in diesem Bestreben ständig in seinem/ihren Handeln erneuert und überarbeitet. Er/Sie befindet sich im Handeln dabei ständig in Bewegung, erfasst seine/ihre Gegenwart und strebt danach, über sich und diese hinauszuwachsen, um sich zu transzendieren, d.h. durch sein/ihr Handeln seinen/ihren Selbstentwurf zu verwirklichen. Menschsein bedeutet Handeln und Streben nach dem Verwirklichen des Selbstentwurfes bzw. dem Erlangen der Freiheit. Freiheit, d.h. die Möglichkeit zu transzendieren und das Ziel des Handelns zu erreichen, kann dabei kein dogmatischer Begriff sein, der klare Strukturen hätte, sondern muss von jedem Menschen in jeder Handlung mit Inhalt gefüllt werden, so dass gleichzeitig das Ziel und die Aufgabe des Menschen ist: Nur durch die Nutzung der Freiheit kann der Mensch transzendieren und sein Ziel erreichen.
Mit diesem Ansatz liefert Simone de Beauvoir die Grundlage des Verständnisses menschlichen Strebens für diese Arbeit. Jeder Mensch, Mann oder Frau, handelt, um seine Freiheit zu nutzen und damit seinen/ihren Selbstentwurf zu verwirklichen, um wahrhaft frei zu sein.
1 Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Grundstein, indem sie Gleichstellung und Gleichberechtigung als existenzielle Ziele des Menschen definiert, die durch gesellschaftliche Strukturen und tradierte Rollenbilder herausgefordert werden.
2 Strukturbedingte (Un-)Gleichheit: Dieses Kapitel analysiert klassische feministische Theorien, um aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Machtverhältnisse und patriarchale Strukturen historisch und theoretisch die Geschlechterrollen fixieren.
3 Ungleichstellung im 21.Jahrhundert: Hier wird untersucht, wie sich die theoretisch festgestellte Ungleichheit in konkreten Handlungsfeldern wie Familie, Beruf und Bildung manifestiert und reproduziert.
4 (K)eine Veränderung: Das Kapitel beleuchtet die strukturellen Hindernisse und die Persistenz patriarchaler Reproduktionsmechanismen, die einen sozialen Wandel trotz rechtlicher Fortschritte hemmen.
5 Theoretische Veränderungsperspektiven: Es werden Ansätze diskutiert, wie Individuen und soziale Gruppen durch Reflexion und bewusste Handlungsstrategien zur Überwindung eingefahrener Strukturen beitragen können.
6 Praktische Veränderung und (künftige) Förderungsmöglichkeiten: Dieses Kapitel bietet eine Übersicht über konkrete Strategien wie Frauenförderung und Gender Mainstreaming und analysiert deren Effektivität sowie Limitationen in der Praxis.
7 Veränderungen möglich machen: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass eine tatsächliche Gleichstellung eine tiefgreifende Veränderung der alltäglichen Handlungsroutinen und eine kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Ordnung erfordert.
Gleichstellung, Gleichberechtigung, Patriarchat, Gender, Sozialisation, Simone de Beauvoir, Konstruktivismus, Handlungsrahmen, Frauenförderung, Gender Mainstreaming, Strukturwandel, Geschlechterrolle, Machtverhältnisse, Transzendenz, Handlungsfähigkeit
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Diskrepanz zwischen der rechtlichen Gleichberechtigung von Mann und Frau und der tatsächlichen, strukturell verankerten Ungleichstellung in der Gesellschaft.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung durch patriarchatskritische Ansätze, die Analyse gesellschaftlicher Handlungsrahmen wie Familie und Beruf sowie die Wirksamkeit von praktischen Gleichstellungsprogrammen.
Das Ziel ist es zu ergründen, warum trotz rechtlicher Gleichstellung patriarchale Strukturen in der Gesellschaft bestehen bleiben und wie eine tatsächlich (er-)lebbare Gleichstellung erreicht werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse feministischer Theorien sowie die konstruktivistische Perspektive zur Analyse gesellschaftlicher Handlungsroutinen und Strukturen.
Im Hauptteil werden die historischen und theoretischen Vordenkerinnen des Feminismus sowie aktuelle empirische Daten zur geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung und zur Wirksamkeit von Fördermaßnahmen analysiert.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern zählen Gender, Konstruktivismus, patriarchale Strukturen, Handlungsmöglichkeiten, Transzendenz und Gleichstellungspolitik.
Die Autorin sieht Gender Mainstreaming als einen innovativen Ansatz, der eine systemische Einbindung der Geschlechterperspektive anstrebt, weist aber auf die Schwierigkeiten bei der Umsetzung in festgefahrenen, hierarchischen Organisationen hin.
Die Familie wird als einer der primären Handlungsrahmen identifiziert, in dem durch Rollenzuschreibungen und ökonomische Abhängigkeiten traditionelle patriarchale Muster bereits in der Kindheit vermittelt und stabilisiert werden.
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