Bachelorarbeit, 2013
96 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Facetten Sozialen Engagements
2.1 Bekannte Persönlichkeiten und ihre Konzepte Sozialer Verantwortung
2.2 Professor Muhammad Yunus und sein Konzept sozialer Verantwortung
2.3 Abgrenzung des Begriffs
2.4 Verwendung der nicht eindeutigen Begriffe in dieser Arbeit
3 Social Business in der Theorie
3.1 Sieben Regeln und Typologie
3.2 Entstehung
3.3 Wahl der Rechtsform
3.4 Finanzierung
3.5 Management
3.6 Wirkung
3.7 Gefahren und Kritik
3.8 Verschiedene Einschätzungen der Zukunftsaussichten
4 Social Business in der Praxis
4.1 Die Social Business Bewegung
4.2 Bestandsaufnahme existierender Social Businesses
4.3 Social Business Institutionen
4.4 Awards, Funds und Förderungen (Finanzierung)
4.5 Social Impact Measurement
4.6 Kritik an YSB in der Praxis
5 Methodische Vorgehensweise
5.1 Experteninterviews
5.2 Focus Group Diskussion
5.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
6 Social Business im Tourismus
6.1 Tourismustheorie
6.2 Fakten und Trends der Tourismusbranche
6.2 Tourismus als Wirtschaftsfaktor in Entwicklungsländern
6.3 Nachfrage nach nachhaltigen touristischen Produkten
6.4 Kriterien eines Social Business
6.5 Ausprägung der Kriterien im Tourismus
6.5.1 Tourismus in der Entwicklungszusammenarbeit
6.5.2 Forum Anders Reisen
6.5.3 Grameen Caldas bzw. Ruralive
6.5.4 Ergebnisse der Analyse
7 Fazit
Die Arbeit untersucht, ob das von Professor Muhammad Yunus entwickelte Modell des Social Business erfolgreich in der Tourismusbranche umgesetzt werden kann, um Armut zu bekämpfen und nachhaltige Entwicklung zu fördern, obwohl Tourismus nicht unmittelbar ein Grundbedürfnis adressiert.
3.1 Sieben Regeln und Typologie
Die Sieben Prinzipien, welche ein YSB ausmachen, wurden von Yunus während des World Economic Forum festgehalten. Sie bilden die theoretische Basis des YSB Modells.
Sie lauten wie folgt: [Abbildung 5 zeigt die Original Notizen der 7 Principles].
Oftmals werden diese sieben Regeln auf zwei Kernregeln reduziert. Peter Spiegel spricht nur von der gesellschaftlichen und der finanziellen Nachhaltigkeit (Spiegel 2008b). Die Reduzierung auf diese zwei Aspekte eines YSB ist durchaus gängig. Auch Yunus verkürzt seine Definition oft auf diese zwei Regeln. Dabei tritt die ökologische Nachhaltigkeit in den Hintergrund. Ein Unternehmen, dass nachhaltig handelt ist nicht zwingend ein YSBes, da die Art der Unternehmensführung nichts über die Ziele des Unternehmens aussagt. Ein YSB ist per Definition immer nachhaltig. Die Komponente der Gesellschaft ist hier Hauptkomponente und Unternehmensziel.
Yunus beschreibt zwei verschiedene Typen YSB (Yunus 2008, S. 34)
Typ I: Der soziale Nutzen beruht auf der Natur der Produkte, Dienstleistungen oder der Betriebsabläufe. Dieses YSB versorgt Arme mit wertvollen Gütern wie z.B. Nahrung oder Bildung. Somit ist ein YSB ein Unternehmen, das Missstände aller Art (z.B. auch Umweltverschmutzung, Drogenmissbrauch, häusliche Gewalt) verringert oder beseitigt, gleichzeitig seine Kosten deckt und keine Dividende ausschüttet (nach Yunus 2008, S. 34).
Typ II: Die bereitgestellten Güter stellen nicht zwangsweise einen sozialen Mehrwert her. Der soziale Nutzen eines solchen YSB entspringt der Eigentümerschaft. Ein solches YSB gehört den Armen, welche die finanziellen Erträge des Betriebes erhalten. Wer als arm gilt wird von der Unternehmensleitung festgelegt (nach Yunus 2008, S. 34f.)
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Social Business Konzept von Muhammad Yunus ein und begründet die Forschungsfrage, ob dieses Modell erfolgreich auf die Tourismusbranche übertragen werden kann.
2 Facetten Sozialen Engagements: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene Formen des sozialen Engagements von Unternehmern und grenzt den Begriff Social Business von verwandten Konzepten ab.
3 Social Business in der Theorie: Es werden die theoretischen Prinzipien, Entstehungsprozesse, Rechtsformen, Finanzierungsmöglichkeiten und Methoden der Wirkungsmessung für ein Social Business erläutert.
4 Social Business in der Praxis: Dieses Kapitel stellt die Social Business Bewegung, unterstützende Institutionen sowie konkrete Praxisbeispiele und Kritikpunkte vor.
5 Methodische Vorgehensweise: Die methodische Grundlage der Arbeit wird durch die Darstellung von Experteninterviews und einer Focus Group Diskussion zum Thema Social Impact Measurement dargelegt.
6 Social Business im Tourismus: Dieses Kernkapitel analysiert die Tourismusbranche hinsichtlich ihrer Eignung für Social Businesses und prüft beispielhafte Organisationen anhand von Kriterien.
7 Fazit: Das Fazit beantwortet die eingangs gestellten Forschungsfragen und schätzt das Potenzial für Social Businesses im Tourismus unter Berücksichtigung der untersuchten Aspekte ein.
Social Business, Yunus Social Business, Tourismusmanagement, Armutsbekämpfung, Soziale Nachhaltigkeit, Social Impact Measurement, Triple Bottom Line, Entwicklungsländer, Nachhaltiger Tourismus, Grameen Bank, CSR, Finanzierung, Unternehmensmodell, Wirtschaftsethik, Tourismusbranche
Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit des Social Business Modells von Prof. Muhammad Yunus auf die Tourismusbranche als mögliches Instrument zur Armutsbekämpfung.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Social Business nach Yunus, die Methoden der sozialen Wirkungsmessung und die Analyse von Potenzialen und Herausforderungen im nachhaltigen Tourismus.
Das Ziel ist zu prüfen, ob das Social Business Modell im Tourismus erfolgreich implementiert werden kann und welche Chancen oder Gründe für die Entstehung solcher Unternehmen in diesem Sektor sprechen.
Neben einer umfangreichen Literatur- und Onlinerecherche wurden zwei Experteninterviews geführt und an einer Focus Group Diskussion während des Global Social Business Summits teilgenommen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition und Analyse von Social Business, die Betrachtung der Tourismusbranche und die praktische Überprüfung von Kriterien anhand von Fallbeispielen wie der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit oder dem "forum anders reisen".
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Social Business, Soziale Nachhaltigkeit, Armutsbekämpfung, Tourismusmanagement und Social Impact Measurement definieren.
Diese Unterscheidung von Yunus hilft, Social Businesses entweder nach ihrem sozialen Produkt (Typ I) oder ihrer Eigentümerstruktur (Typ II, z.B. im Besitz der Armen) zu klassifizieren und ihre Anwendbarkeit im Tourismus zu bewerten.
Da die soziale Wirkung das Kernziel eines Social Business ist, ist eine methodisch fundierte Messung essenziell, um gegenüber Investoren und der Öffentlichkeit Transparenz und Legitimität zu schaffen.
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