Bachelorarbeit, 2012
44 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
1.1. Heranführung an die Thematik
1.2. Verwendete Quellen
2. Definition von Nachhaltigkeit
2.1. Die Stationen auf dem Weg zur ‚nachhaltigen Entwicklung‘
2.2. „Nachhaltigkeit“ im wissenschaftlichen Diskurs
2.3. Die drei Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung
2.3.1. Die ökologische Dimension
2.3.2. Die ökonomische Dimension
2.3.3. Die soziale Dimension
3. Indonesiens Palmölsektor
3.1. Die Entwicklung der indonesischen Palmölproduktion
3.2. Die relevanten gesellschaftlichen Akteure
4. Palmölproduktion – Wachstumsmarkt mit Nachhaltigkeitsgarantie?
4.1. Globale und lokale Ausmaße der indonesischen Palmölproduktion
4.2. ‚Sustainable Palm Oil‘ – Zertifizierte Nachhaltigkeit?
4.3. Die „Neukonfiguration von (gesellschaftlichen) Naturverhältnissen“
4.3.1. Die ökonomische Dimension- ökonomische Sicherheit
4.3.2. Die soziale Dimension- soziale Gerechtigkeit
4.3.3. Die ökologische Dimension- ökologisches Gleichgewicht
5. Fazit ‚Mehr Schein als Sein‘
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Nachhaltigkeit der Palmölproduktion in Indonesien unter Anwendung des Drei-Säulen-Modells (ökologisches Gleichgewicht, ökonomische Sicherheit, soziale Gerechtigkeit), um Zielkonflikte zwischen wirtschaftlichem Wachstum und ökologisch-sozialer Verantwortung aufzudecken.
2.1 Die Stationen auf dem Weg zur ‚nachhaltigen Entwicklung‘
Bereits im 18. Jahrhundert wurde der Begriff „Nachhaltigkeit“ angeführt und fand bis zum Ende der 1960er Jahre hauptsächlich in der Forstwirtschaft Beachtung. Er bezeichnet seitdem die Verpflichtung, Reserven für künftige Generationen zu erhalten. Das von Hans Carl von Carlowitz 1713 erstmals beschriebene Dreieck der Nachhaltigkeit – ökologisches Gleichgewicht, ökonomische Sicherheit und soziale Gerechtigkeit – nimmt heute als Begriff des „Sustainable Development“ im internationalen Diskurs seinen Platz ein. Hans von Carlowitz gilt daher als Schöpfer des noch heute gültigen forstwirtschaftlichen Nachhaltigkeitsbegriffes.
„Der Mensch müsse in dem ‚grossen Welt-Buche der Natur studiren‘. Er müsse erforschen, wie ‚die Natur spielt‘, und dann ‚mit ihr agiren‘ und nicht wider sie.“ Der Ursprung moderner Umweltpolitik liegt in den 1960er beziehungsweise 1970er Jahren. Durch die vom Club of Rome 1972 aufgezeigten „Grenzen des Wachstums“ („The limits to growth“) wurde der begrenzte Handlungsspielraum der damaligen Umweltpolitik deutlich und die UNO begann das alte Konzept von Carlowitz zu überdenken. Die Aktualität dieses Themas war vor allem durch die Erkenntnis begründet, dass die natürliche Umwelt und ihre Ressourcen durch menschliches Handeln zerstört und ausgebeutet wurden und werden.
1983 wurde die von den Vereinten Nationen eingerichtete Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED) unter Vorsitz des ehemaligen norwegischen Ministerpräsidenten Gro Harlem Brundtland gegründet. Unter dem Titel „Our Common Future“ veröffentlichte die Brundtland-Kommission 1987 einen Zukunftsbericht für die internationale Gemeinschaft, die nachhaltige Entwicklung wie folgt definiert: „Sustainable development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.”
1. Einführung: Hinführung zur Problematik des Palmöl-Booms in Indonesien und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise anhand von Primär- und Sekundärquellen.
2. Definition von Nachhaltigkeit: Darstellung der historischen Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs und Erläuterung des Drei-Säulen-Modells als analytischer Rahmen.
3. Indonesiens Palmölsektor: Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung der Palmölproduktion und Beschreibung der relevanten gesellschaftlichen und staatlichen Akteure.
4. Palmölproduktion – Wachstumsmarkt mit Nachhaltigkeitsgarantie?: Kritische Analyse der ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen sowie der Wirksamkeit von Zertifizierungen wie dem RSPO.
5. Fazit ‚Mehr Schein als Sein‘: Zusammenführende Betrachtung der Zielkonflikte und Resümee über die mangelnde Vereinbarkeit der aktuellen Palmölproduktion mit den Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung.
Nachhaltigkeit, Palmölproduktion, Indonesien, Drei-Säulen-Modell, Sustainable Development, RSPO, Entwaldung, Klimawandel, soziale Gerechtigkeit, ökonomische Sicherheit, Biodiversität, Agrokraftstoffe, Waldgrundsatzerklärung, Zertifizierung, Zielkonflikte.
Die Arbeit analysiert die Nachhaltigkeit der indonesischen Palmölproduktion und untersucht, inwieweit das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung mit den wirtschaftlichen Interessen der Palmölbranche vereinbar ist.
Zu den Kernbereichen gehören die ökologischen Folgen (Entwaldung, Biodiversitätsverlust), die ökonomische Dimension (Wirtschaftswachstum vs. Verteilungsgerechtigkeit) und die soziale Dimension (Rechte der lokalen Bevölkerung).
Das Ziel ist die kritische Untersuchung, ob Palmöl als „nachhaltig“ eingestuft werden kann und ob bestehende Zertifizierungssysteme wie der RSPO tatsächlich ökologische und soziale Standards wirksam durchsetzen.
Die Arbeit nutzt das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, Soziales) als normativen und analytischen Referenzrahmen für die Untersuchung des indonesischen Sektors.
Im Hauptteil werden zunächst der Nachhaltigkeitsbegriff historisch hergeleitet und danach der indonesische Palmölsektor sowie die Rolle verschiedener Akteure detailliert analysiert.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Nachhaltigkeit, Palmöl, Indonesien, Drei-Säulen-Modell, Zertifizierung, Entwaldung und gesellschaftliche Naturverhältnisse.
Die Arbeit zeigt, dass die Expansion der Plantagen oft zu Landkonflikten, Vertreibungen und einer Verschlechterung der Ernährungssicherheit für arme Bevölkerungsschichten führt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Zertifizierungen zwar theoretisch Standards setzen, in der Praxis jedoch oft als „Greenwashing“ kritisiert werden, da sie die grundlegenden Probleme der ökologischen und sozialen Zerstörung nicht ausreichend lösen.
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