Diplomarbeit, 2002
84 Seiten, Note: 2,0
1 EINLEITUNG
1.1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK
1.2 FRAGESTELLUNG UND AUFBAU DER ARBEIT
2 THEORETISCHER FORSCHUNGSSTAND
2.1 DIE DIREKTEFFEKT-THESE: BEZIEHUNGEN UND SOZIALE NETZWERKE ALS EINFLUSSFAKTOREN DES MORTALITÄTSRISIKOS
2.1.1 Inhaltliche Typologie sozialer Unterstützung
2.1.2 Merkmale und Qualität von Beziehungen und Netzwerken
2.2 STRESS ALS EINFLUSSFAKTOR DES MORTALITÄTSRISIKOS
2.3 DIE PUFFEREFFEKT-THESE: SOZIALE NETZWERKE UND STRESS ALS INTERAGIERENDE EINFLUSSFAKTOREN DES MORTALITÄTSRISIKOS
2.3.1 Wahrnehmung von Stress als Belastung
2.3.2 Umgang mit Stress
2.3.3 Ansatzpunkte sozialer Unterstützung in stressvollen Situationen
2.4 ZUSAMMENFASSUNG
3 EMPIRISCHER FORSCHUNGSSTAND
3.1 STAND DER FORSCHUNG HINSICHTLICH SOZIALER NETZWERKE ALS EINFLUSSFAKTOREN DES MORTALITÄTSRISIKOS (DIREKTEFFEKT-THESE)
3.2 STAND DER FORSCHUNG HINSICHTLICH SOZIALER NETZWERKE UND STRESS ALS INTERAGIERENDE EINFLUSSFAKTOREN DES MORTALITÄTSRISIKOS (PUFFEREFFEKT-THESE)
3.3 ZUSAMMENFASSUNG
4 DATEN UND METHODE
4.1 DATENGRUNDLAGE UND DATENBESCHRÄNKUNG
4.2 OPERATIONALISIERUNGEN
4.3 METHODEN
5 EMPIRISCHE ERGEBNISSE
5.1 DESKRIPTIVE ANALYSE
5.1.1 Überlebensstatus nach vorhandenen Netzwerkressourcen
5.1.2 Überlebensstatus nach der Stressexposition
5.1.3 Überlebensstatus nach vorhandenen Netzwerkressourcen und Stressexposition
5.2 ERGEBNISSE DER EREIGNISDATENANALYSE
5.2.1 Der Einfluss von Netzwerkstrukturen und Stress auf das Mortalitätsrisiko und die empirische Überprüfung der Direkteffekt-These
5.2.2 Der Einfluss der Interaktionen von Netzwerken und Stress auf das Mortalitätsrisiko und die empirische Überprüfung der Puffereffekt-These
6 DISKUSSION
7 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
8 LITERATUR
ANHANG
Die Arbeit untersucht den Einfluss sozialer Netzwerke und Stress auf das Mortalitätsrisiko von Männern, wobei insbesondere die Direkteffekt-These (konstante Unterstützung) und die Puffereffekt-These (Unterstützung bei Stress) überprüft werden.
2.1.1 Inhaltliche Typologie sozialer Unterstützung
„Social support is defined as information leading the subject to believe that he is cared for and loved, esteemed, and a member of a network of mutual obligations“ (Cobb 1976: 300). Cohen und Wills (1985: 313) unterscheiden zwischen vier Arten der sozialen Unterstützung, nämlich zwischen (1) emotionaler, (2) instrumenteller, (3) informeller und (4) diffuser Unterstützung.
(1) Emotionale Unterstützung. Hiermit ist das Vorhandensein von Personen gemeint, welchen man vertrauen und Gefühle und Probleme teilen kann (Wills 1997: 168). Dazu gehört auch, dass soziale Netzwerke basale emotionale Bedürfnisse befriedigen wie etwa soziale Integration, Selbstvertrauen, Bestätigung, Wertschätzung und Intimität (Cohen/Wills 1985: 313; Hibbard/Pope 1993: 218; Shye/Mullooly/Freeborn et al. 1995:935; Steinkamp 1993: 116). Zum einen vermittelt emotionale Unterstützung ein Zugehörigkeitsbewusstsein, d.h. dass man in ein Netzwerk wechselseitiger Verpflichtung und Kommunikation integriert ist.
1 EINLEITUNG: Darstellung der Relevanz sozialer Netzwerke für die Mortalität sowie Hinführung zur Fragestellung der Arbeit.
2 THEORETISCHER FORSCHUNGSSTAND: Theoretische Herleitung von Direkteffekt- und Puffereffekt-These sowie Definition von Stress- und Netzwerkbegriffen.
3 EMPIRISCHER FORSCHUNGSSTAND: Übersicht über bisherige Studien zum Einfluss von Netzwerkstrukturen und Stress auf das Mortalitätsrisiko.
4 DATEN UND METHODE: Beschreibung der Datengrundlage des MONICA-Projektes und der ereignisanalytischen Vorgehensweise.
5 EMPIRISCHE ERGEBNISSE: Deskriptive Analyse und Ereignisdatenanalyse zur Überprüfung der aufgestellten Thesen.
6 DISKUSSION: Interpretation der Ergebnisse im Kontext bisheriger Forschung und Reflexion der methodischen Vorgehensweise.
7 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Resümee der Hauptergebnisse und Identifikation zukünftiger Forschungsbedarfe.
Soziale Netzwerke, Mortalitätsrisiko, Stress, Direkteffekt-These, Puffereffekt-These, soziale Unterstützung, Ereignisdatenanalyse, MONICA-Projekt, Coping, Eustress, Disstress, Arbeitsstress, soziale Integration, Gesundheitsrisiko, Männer.
Die Arbeit analysiert den Einfluss, den soziale Netzwerke auf das Sterberisiko ausüben, unter besonderer Berücksichtigung der psychischen und physischen Belastung durch Stressexposition.
Im Zentrum stehen die Direkteffekt-These, die einen konstanten gesundheitsfördernden Nutzen sozialer Netzwerke postuliert, sowie die Puffereffekt-These, die soziale Netzwerke primär als Schutzfaktor in Stresssituationen sieht.
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob soziale Netzwerke das Sterberisiko unabhängig von Stress senken oder ob sie spezifisch als „Puffer“ gegen stressbedingte gesundheitliche Schäden wirken.
Die Autorin nutzt Daten des MONICA-Projektes und wendet eine ereignisanalytische Methode, das sogenannte Gompertz-Modell, an, um die Überlebenszeiten der Probanden in Abhängigkeit von Netzwerk- und Stressvariablen zu modellieren.
Neben einer deskriptiven Auswertung der Überlebensraten findet eine multivariate Ereignisdatenanalyse statt, bei der verschiedene Netzwerkdimensionen (funktional, strukturell, Index) und Stressdimensionen auf ihre statistische Signifikanz hin geprüft werden.
Die Arbeit arbeitet stark mit den Begriffen Eustress und Disstress, um die unterschiedlichen Wirkungsrichtungen von Stress (belastend vs. motivierend) auf die Mortalität zu erklären.
Die Autorin argumentiert, dass die funktionale Netzwerkgröße tatsächliche Unterstützungspotenziale erfasst, während das strukturelle Netzwerk potenziell auch „belastende“ Beziehungen (z.B. Pflegebedürftige im Umfeld) mitzählt.
Die Puffereffekt-These wird weitgehend abgelehnt, da die vorliegenden Daten keine signifikanten Hinweise auf eine abpuffernde Interaktion zwischen sozialen Netzwerken und Stress in Bezug auf das Sterberisiko liefern.
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