Bachelorarbeit, 2013
75 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Funktion der Agenturen
1.2 Aktuelle Problemstellungen
1.3 Ziel der Arbeit
2. Historische Entwicklung
2.1 Ursprüngliche Intention
2.2 (Volks-)wirtschaftlicher Nutzen der Ratingagenturen
2.3 Entstehung und Geschichte der drei großen Agenturen
2.3.1 Standard & Poor’s
2.3.2 Moody’s Investor Services
2.3.3 Fitch Ratings
3. Aktuelle Eigentümerstrukturen
3.1 Standard & Poor’s
3.2 Moody’s Investors Services
3.3 Fitch Ratings
3.4 Ökonomische Verflechtungen
3.5 Machtpolitische Einflussmöglichkeiten der Eigentümer
4. Ratingprozess
4.1 Die unterschiedliche Methodik des Ratings
4.1.1 Internes Rating
4.1.2 Externes Rating
4.2 Problemstellung: Erlangung von Insiderinformationen
5. Ansatz der „Neuen Institutionenökonomik“
5.1 Prinzipal-Agent-Theorie
5.2 Gefahr des Moral Hazard
5.3. Ausnutzen der Agenturproblematik durch die Shareholder
5.3.1 Hidden Information
5.3.2 Handel mit Insiderinformationen
6. Fazit
6.1 Kritische Würdigung der Eigentümerstruktur
6.2 Erörterung der hieraus resultierenden Gefahren
6.3 Handlungsempfehlung zur Beseitigung der Agenturproblematik
Diese Arbeit untersucht die Entstehungsgeschichte sowie die aktuellen Eigentümerstrukturen der drei einflussreichsten Ratingagenturen („Big Three“). Ziel ist es, das durch die bestehende Eigentümerkonzentration entstandene Oligopol sowie daraus resultierende Interessenkonflikte aus Sicht der Neuen Institutionenökonomik zu analysieren und Handlungsempfehlungen zur Risikominimierung zu entwickeln.
3.1 Standard & Poor’s
Standard & Poor’s wurde im Jahr 1966 von McGraw Hill Companies Inc. vollständig konsolidiert und gehört somit zu 100 % zu McGraw Hill. Die McGraw Hill Companies ist ein Medienkonzern innerhalb der Vereinigten Staaten und beschäftigt in allen verbundenen Geschäftsbereichen weltweit circa 23.000 Mitarbeiter. Die beiden Hauptgeschäftsfelder des 1888 von James H. McGraw und John A. Hill gegründeten Unternehmens liegen zum Einen in der Verbreitung von Finanzinformationen sowie in der Publikation von Bildungsliteratur und Fernsehformaten (beispielsweise auch vier Tochtersender der American Broadcasting Companie). Die wichtigsten verbundenen Unternehmen innerhalb der Holding stellen im Finanzbereich Standard & Poor’s Rating Services, S&P Capital IQ sowie die Börsenindizies S & P dar. Im Publikationsbereich zählen neben diversen Schulbüchern für High Schools und Werken für Professionals (beispielsweise die Open University Press) auch die Business Week sowie J. D. Power and Associates namhafte Töchter dar. McGraw Hill lenkt von seinem Headquarter in New York City derzeit über 280 Büros in 40 Ländern und generiert über alle Geschäftsbereiche einen Umsatz von 6,246 Milliarden US-Dollar. Das 1888 gegründete Unternehmen wird, soweit dies zurückverfolgt werden konnte, seit jeher von der Familiendynastie McGraw geleitet. Heute leitet Harold McGraw III als Chief Executive Officer (CEO) und Chairman die Geschicke von McGraw Hill. Als CEO des Konzerns hält er hier auch als Einzelperson die meisten Aktien seines Familienimperiums. Relativ gesehen beträgt sein Anteil jedoch weniger als ein Prozent. Laut Yahoo Finance liegen die Eigentümeranteile ausgehend vom Stichtag Ende Q3 2012, wie folgt (Sortierung absteigend nach Mehrheitsverhältnis):
1. Einleitung: Einführung in die Geschichte und Funktion der Ratingagenturen sowie Darstellung der zentralen Problematik und Zielsetzung der Arbeit.
2. Historische Entwicklung: Überblick über die Entstehung der Ratingbranche, deren Wurzeln in den USA des 19. Jahrhunderts und die Zertifizierung durch die SEC.
3. Aktuelle Eigentümerstrukturen: Detaillierte Untersuchung der Besitzverhältnisse der „Big Three“ sowie deren ökonomische und personelle Verflechtungen.
4. Ratingprozess: Erläuterung der internen und externen Ratingmethodiken sowie der Problematik der Erlangung von Insiderinformationen.
5. Ansatz der „Neuen Institutionenökonomik“: Theoretische Analyse der Agenturproblematik mittels Prinzipal-Agent-Theorie und Moral Hazard unter Berücksichtigung der Eigentümerinteressen.
6. Fazit: Kritische Würdigung der Analyseergebnisse und Formulierung konkreter Handlungsempfehlungen zur Regulierung der Branche.
Ratingagenturen, Eigentümerstruktur, Neue Institutionenökonomik, Prinzipal-Agent-Theorie, Finanzmärkte, Informationsasymmetrie, Moral Hazard, Standard & Poor’s, Moody’s, Fitch Ratings, Insiderinformationen, Kartellbildung, Regulierung, Investmentbanking, Bonitätsbewertung.
Die Arbeit analysiert die Entstehung und die Eigentümerstrukturen der drei bedeutendsten Ratingagenturen weltweit und beleuchtet die damit verbundenen ökonomischen Interessenkonflikte.
Zu den zentralen Themen zählen die Historie der „Big Three“, die Analyse der aktuellen Anteilseigner, die Anwendung institutionenökonomischer Theorien sowie die Problematik von Interessenskonflikten bei Ratings.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Eigentümerstrukturen der Agenturen das bestehende Marktoligopol beeinflussen und welche regulatorischen Maßnahmen zur Lösung der resultierenden Agenturproblematik beitragen könnten.
Die Arbeit nutzt die theoretischen Konzepte der Neuen Institutionenökonomik, insbesondere die Prinzipal-Agent-Theorie, um die Geschäftsgebaren der Agenturen zu analysieren.
Der Hauptteil befasst sich mit der Historie, den spezifischen Eigentümerverhältnissen jeder Agentur, den verwendeten Ratingmethodiken und der theoretischen Einbettung in die Prinzipal-Agent-Problematik.
Ratingagenturen, Eigentümerstruktur, Prinzipal-Agent-Theorie, Informationsasymmetrie, Moral Hazard und Regulierung sind die prägenden Begriffe.
Durch die regulatorische Anerkennung (NRSRO) und die daraus resultierende Kartellbildung, welche durch die engen Verflechtungen mit großen institutionellen Investoren weiter gestärkt wird.
Aufgrund des detaillierten Einblicks in Unternehmensdaten während des Ratingprozesses entstehen Informationsvorsprünge, die potenziell für Insiderhandel durch die Eigentümer der Agenturen genutzt werden könnten.
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