Fachbuch, 2013
342 Seiten
Einleitung
I. Poesie
Novalis: [Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren]
II. Mensch und Gott
Andreas Gryphius: Tränen des Vaterlandes, anno 1636
Johann Wolfgang von Goethe: Prometheus
Johann Wolfgang von Goethe: Grenzen der Menschheit
Joseph von Eichendorff: Die zwei Gesellen
Eduard Mörike: Gebet
Rainer Maria Rilke: Herbsttag
Jakob van Hoddis: Weltende
III. Mensch und Natur
Johann Hölty: Die Mainacht
Friedrich Gottlieb Klopstock: Die Sommernacht
Johann Wolfgang von Goethe: [Ich saug’ an meiner Nabelschnur]
Friedrich Hölderlin: [Ringsum ruhet die Stadt]
Joseph von Eichendorff: Frische Fahrt
Joseph von Eichendorff: Zwielicht
Joseph von Eichendorff: Mondnacht
Eduard Mörike: Septembermorgen
Eduard Mörike: Er ist’s
Heinrich Heine: [Ich weiß nicht, was soll es bedeuten]
Heinrich Heine: [Das Fräulein stand am Meere]
Theodor Storm: Hinter den Tannen
Stefan George: Komm in den totgesagten park
Georg Trakl: Verfall
Gottfried Benn: Kleine Aster
Hermann Hesse: Im Nebel
Ingeborg Bachmann: Toter Hafen
Peter Rühmkorf: Himmel abgespeckt
Rolf Dieter Brinkmann: Gedicht
Molla Demirel: Mit dem Morgenwind
IV. Liebe und Sehnsucht
Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Vergänglichkeit der Schönheit
Johann Wolfgang von Goethe: [Es schlug mein Herz. Geschwind, zu Pferde!]
Clemens Brentano: [Zu Bacharach am Rheine]
Clemens Brentano: Der Spinnerin Nachtlied
Joseph von Eichendorff: Das zerbrochene Ringlein
Joseph von Eichendorff: Sehnsucht
Joseph von Eichendorff: Waldgespräch
Hugo von Hofmannsthal: Frage
Hugo von Hofmannsthal: Die Beiden
Erich Kästner: Sachliche Romanze
Ingeborg Bachmann: Schatten Rosen Schatten
Peter Rühmkorf: Auf eine Weise des Joseph Freiherrn von Eichendorff
Sarah Kirsch: Die Luft riecht schon nach Schnee
Ulla Hahn: Mit Haut und Haar
Ulla Hahn: Anständiges Sonett
Ulla Hahn: Bildlich gesprochen
V. Individuum und Gesellschaft
Gottfried August Bürger: Der Bauer
Gotthold Ephraim Lessing: Der Tanzbär
Friedrich Hölderlin: Hälfte des Lebens
Theodor Storm: Die Stadt
Hugo von Hofmannsthal: Manche freilich…
Rainer Maria Rilke: Der Panther
Georg Heym: Die Stadt
Alfred Wolfenstein: Städter
Oskar Loerke: Blauer Abend in Berlin
Alfred Lichtenstein: Die Dämmerung
Bertolt Brecht: Gedanken über die Dauer des Exils
Hermann Hesse: Stufen
Günter Eich: Inventur
Ingeborg Bachmann: Böhmen liegt am Meer
Rolf Dieter Brinkmann: Selbstbildnis im Supermarkt
Franco Biondi: Die Anfänge
Das Werk verfolgt das Ziel, ein Panorama der deutschsprachigen Lyrik vom Barock bis zur Gegenwart zu entwerfen, indem es ausgewählte Gedichte werkimmanent interpretiert. Der Fokus liegt dabei auf der Verknüpfung formaler, sprachlicher und inhaltlicher Aspekte, um nicht nur das Verständnis der Texte zu fördern, sondern den Leser auch zum kritischen Weiterdenken über die europäische Kulturgeschichte und die Situation des Individuums anzuregen.
Die heilende Kraft des geheimen Wortes
Novalis hat seinen Roman „Heinrich von Ofterdingen“ als eine „Apotheose der Poësie“ in zwei Teilen angelegt. Der Titelheld, ein junger Mann, soll zunächst zum Dichter reifen und dann als Dichter verklärt werden. Somit handelt es sich auf den ersten Blick durchaus um einen Entwicklungsroman Goethescher Prägung, allerdings hat Novalis ihn bewusst gegen Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ verfasst, da es ihm eben nicht darum geht, einen abgeschlossenen Entwicklungsprozess literarisch darzustellen, sondern eine unendliche Annäherung an das angestrebte Ideal. Dabei spielt die Poesie die zentrale Rolle; sie soll eins werden mit „dem Leben“ und gleichzeitig diesen Prozess in Gang setzen und halten. Dies ist auch der philosophische Grund dafür, dass die Titelfigur ein (werdender) Künstler ist. An vielen Stellen des Romans werden das Wesen und die Rolle der Kunst reflektiert.
Im zweiten Teil, der Fragment geblieben und 1802, also nach Novalis’ Tod, von Ludwig veröffentlicht und kommentiert worden ist, findet sich das vorliegende Gedicht „Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren“, das viele Bezüge zur Romanhandlung des ersten Teils ausweist, durchaus aber auch für sich genommen gelesen werden kann.
Das Gedicht besteht aus zwölf Versen, die paarweise gereimt sind. Das Metrum ist nicht einheitlich; Novalis hat sich des Knittelverses bedient. Die gedankliche Struktur ist ebenso klar wie die syntaktische: Das gesamte Gedicht bildet eine Hypotaxe, die aus fünf aneinander gereihten, jeweils zwei Verse umfassenden Nebensätzen besteht und dem abschließenden Hauptsatz, der ebenfalls ein Distichon bildet. Es werden Bedingungen aufgezählt, die erfüllt sein müssen, damit die Welt von ihrem „verkehrte[n] Wesen“ (Vers 12) befreit wird. Akzentuiert man stärker die Tatsache, dass der erhoffte Zustand noch nicht eingetreten ist, so wird man die Nebensätze eher konditional auffassen, ist man sich sicher, dass das Ersehnte einst eintreten wird, ist ein temporales Verständnis näher liegend. Beides ist auf Basis des Textes sicherlich zu rechtfertigen.
Poesie: Dieses Kapitel thematisiert das Wesen der romantischen Poesie, deren Progressivität und Universalitätsanspruch anhand eines Gedichts von Novalis veranschaulicht werden.
Mensch und Gott: Der Abschnitt betrachtet den Wandel der Religiosität und des Gottesbildes in der deutschsprachigen Lyrik, von barocken Grenzerfahrungen bis zur modernen Sinnsuche.
Mensch und Natur: Hier wird das komplexe Verhältnis zwischen dem lyrischen Subjekt und seiner natürlichen Umwelt beleuchtet, welches sich von der Natur als Spiegel der Seele bis zum entgötterten, fremden Raum entwickelt.
Liebe und Sehnsucht: Dieses Kapitel erkundet die Facetten der Liebeslyrik, wobei Themen wie Liebesverrat, Todessehnsucht und die Schwierigkeit zwischenmenschlicher Kommunikation im Vordergrund stehen.
Individuum und Gesellschaft: Der letzte Teil analysiert die Isolation und Entfremdung des Einzelnen in einer zunehmend technisierten und anonymisierten Welt.
Lyrik, Interpretation, Romantik, Barock, Expressionismus, Natur, Mensch, Gott, Liebe, Sehnsucht, Gesellschaft, Individuum, Vergänglichkeit, Sinnsuche, Moderne.
Die Arbeit bietet eine fundierte Interpretation von 60 deutschsprachigen Gedichten, die verschiedene Epochen und Themenbereiche abdecken, um ein tieferes Verständnis lyrischer Texte zu vermitteln.
Die Gedichte sind in fünf thematische Bereiche gegliedert: Poesie, Mensch und Gott, Mensch und Natur, Liebe und Sehnsucht sowie Individuum und Gesellschaft.
Das Ziel ist es, den Leser zur intensiven Auseinandersetzung mit lyrischen Meisterwerken anzuregen und ein Verständnis für deren Entstehungskontext sowie ihre Bedeutung bis in die heutige Zeit zu entwickeln.
Die Analysen basieren auf einem werkimmanenten Ansatz, der formale, sprachliche und inhaltliche Aspekte verknüpft und die Gedichte in ihren geistesgeschichtlichen Kontext einbettet.
Der Hauptteil besteht aus detaillierten Interpretationen einzelner Gedichte, die jeweils chronologisch innerhalb ihrer Themenbereiche angeordnet sind.
Wichtige Begriffe sind Lyrik, Vergänglichkeit, Natur, Entfremdung, Sehnsucht und der Wandel der Weltsicht vom Barock bis zur Moderne.
Das Gedicht dient als programmatische Einleitung, da es die Rolle der Poesie als gesellschaftsverändernde Kraft mittels Phantasie idealisiert und somit den Ausgangspunkt für die weiteren Analysen bildet.
Die Analysen berücksichtigen stets die historische Gemengelage, in der ein Gedicht entstand, da diese maßgeblich die Themenwahl und die Ausdrucksweise der Dichter prägt, etwa bei den Krisenerfahrungen des Barock oder der Anonymität der Großstadtlyrik.
Er beschreibt das Gefühl der Moderne, dass der Mensch keine göttliche oder höhere Ordnung mehr als festen Halt erfährt, was zu einer existentiellen Sinnsuche führt.
Während die Natur in älteren Epochen oft als Spiegel der Seele oder als göttlich geordnet galt, wird sie in moderneren Texten häufig als fremd, entgöttert oder schlicht als Kulisse eines entfremdeten Lebens dargestellt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

