Magisterarbeit, 2011
119 Seiten, Note: 3,0
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Methoden
1.3.1 Datenerhebung
1.3.2 Darstellung der Daten
1.3.3 Datenauswertung
1.4 Forschungsstand
2 Einblick in die Sprache, in die Rechtsgeschichte und -publikationen Ugandas, und zum Untersuchungskorpus
2.1 Zur Sprache
2.1.1 Verbreitung
2.1.2 Status
2.1.3 Verwendung
2.2 Einführung in die Rechtsgeschichte Ugandas
2.3 Entwicklung der Rechtspublikationen in Luganda
2.4 Strafrechtssprache- eine Fachsprache?
2.5 Untersuchungskorpus
2.5.1 English-Luganda Law Dictionary
2.5.2 Ekitabo Ekiyamba Okumanya Amateeka
2.5.3 Legal Publications in an African Vernacular
3 Analyse der Strafrechtsterminologie des Luganda
3.1 Linguistische Merkmale des Luganda
3.2 Strategien der Terminologiebildung in Luganda
3.2.1 Derivation
3.2.1.1 Nominale Derivation
3.2.1.1.1 Deverbale Derivation
3.2.1.1.2 Nominalklassenwechsel
3.2.1.1.3 Deadjektiva
3.2.1.2 Verbale Derivation
3.2.1.2.1 Kausativ
3.2.1.2.2 Applikativ
3.2.1.3 Adjektivische Derivation
3.2.2 Komposition
3.2.3 Reduplikation
3.2.4 Semantische Erweiterung
3.2.5 Paraphrasen
3.2.6 Entlehnung
3.2.6.1 Lehnwort
3.2.6.2 Fremdwort
3.2.6.3 Lehnübersetzung
3.2.7 Zusammenfassung
3.3 Synonyme
3.4 Entwicklung der Strafrechtsterminologie
4 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt auf eine linguistische Analyse der Strafrechtsterminologie des Luganda ab. Dabei steht die Untersuchung der verschiedenen Strategien der Terminologiebildung im Vordergrund, um zu klären, inwieweit das Luganda eigensprachliche Mittel nutzt oder ob die Fachterminologie maßgeblich durch englische Einflüsse geprägt ist.
3.2.1 Derivation
Die Derivation, auch als Ableitung bekannt, stellt neben der Komposition ein Hauptverfahren der Wortbildung dar (Bußmann 2002: 155). Sie erfolgt durch das Hinzufügen eines oder mehrere Affixe am Wortstamm. In der Linguistik ist die Suffixbildung, bei der ein Affix dem Wortstamm angehängt wird, zweifellos der Derivation zuzuordnen (ebd.). Die klassifikatorische Einordnung der Präfixbildung, bei der ein Affix vor dem Wortstamm angefügt wird, ist hingegen umstritten (Bußmann 2002: 529). Während einige Linguisten die Präfixbildung zusammen mit der Suffixbildung als ein Haupttyp der Derivation ansehen und deshalb die Derivation auch als Oberbegriff für Präfix- und Suffixbildungen verstehen, fassen andere Linguisten sie als drittes Hauptverfahren der Wortbildung neben Derivation und Komposition auf (Bußmann 2002: 155, 529, 667). In den weiteren Ausführungen zur Derivation wird die Präfigierung als ein Haupttyp der Derivation aufgefasst.
Die Derivation stellt in Luganda ein sehr produktives Verfahren zur Bereicherung des Wortschatzes dar, von denen die Sprecher intensiv Gebrauch machen. Im Wege der Derivation können in Luganda Nomina, Verben und Adjektive gebildet werden, wobei alle diese Wortarten als Derivationsbasis herangezogen werden. Manchmal wird durch die Derivation die ursprüngliche Bedeutung des Lexems, welcher als Derivationsbasis in Betracht kommt, modifiziert und weicht von der des abgeleiteten Wortes ab.
Der Abschnitt der Derivation befasst sich neben der nominalen und verbalen Ableitung auch mit der adjektivischen Derivation, die im Folgenden erläutert und anhand einzelner Strafrechtstermini aus dem Datenkorpus veranschaulicht werden.
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Thema und die Forschungsziele vor, erläutert den Aufbau der Arbeit und die angewandten wissenschaftlichen Methoden.
2 Einblick in die Sprache, in die Rechtsgeschichte und -publikationen Ugandas, und zum Untersuchungskorpus: Dieses Kapitel bietet Informationen zu Uganda und Luganda, beleuchtet die Rechtsgeschichte und stellt die Quellen des Untersuchungskorpus vor.
3 Analyse der Strafrechtsterminologie des Luganda: Hier erfolgt die eigentliche linguistische Analyse der Fachtermini, ihrer Bildungsstrategien und ihrer Entwicklung.
4 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der linguistischen Untersuchung zusammen und gibt einen Ausblick auf potenzielle weitere Forschungsfelder.
Luganda, Strafrechtsterminologie, Wortbildung, Derivation, Komposition, Lehnübersetzung, Rechtsgeschichte, Sprachwissenschaft, Terminologiebildung, Bantusprachen, Nomina, Verben, Fachsprache, Sprachkontakt, Linguistik.
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung der Strafrechtsterminologie in der Sprache Luganda in Uganda.
Zu den zentralen Themen gehören die Wortbildungsmechanismen, der Einfluss fremder Sprachen (insbesondere Englisch), die historische Entwicklung der Rechtspublikationen und die linguistische Kategorisierung von Fachtermini.
Das Hauptziel besteht darin, die Strategien der Terminologiebildung im Strafrechtswesen des Luganda zu identifizieren und zu analysieren, ob diese aus der eigenen Sprache stammen oder auf Lehnwörtern basieren.
Die Autorin führt eine linguistische Analyse eines zusammengestellten Datenkorpus durch, der aus drei primären Quellen (einem Rechtswörterbuch, einem Handbuch für Menschenrechte und einer Wortliste) gespeist wird.
Im Hauptteil analysiert die Arbeit detailliert die verschiedenen Wortbildungsprozesse wie Derivation, Komposition, Reduplikation, semantische Erweiterung sowie Entlehnungsprozesse anhand von zahlreichen Beispielen aus dem Strafrecht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Luganda, Strafrechtsterminologie, Derivation, Lehnübersetzung, Sprachkontakt und Terminologiebildung geprägt.
Der Einfluss zeigt sich vor allem durch Lehnübersetzungen englischer Rechtskonzepte. Lexikalische Entlehnungen (Lehnwörter) spielen im untersuchten strafrechtlichen Kontext eine untergeordnete Rolle, da hierfür oft eigensprachliche Bildungen bevorzugt wurden.
Durch den Vergleich der Termini in Dokumenten aus unterschiedlichen Zeiträumen (frühe 20. Jhd. bis 2009) kann die Autorin Aussagen darüber treffen, welche Begriffe sich im Fachwortschatz verstetigt haben und welche auf neuere sprachwissenschaftliche Innovationen zurückgehen.
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