Bachelorarbeit, 2012
63 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Theorie der Funktionen imaginärer Gefährten
2.1 Adaptive Funktionen
2.2 Weitere entwicklungspsychologische Funktionen
2.3 Fragestellung
3 Die Literaturrecherche
3.1 Ein- und Ausschlusskriterien
3.2 Datenbanken
3.3 Schlagwörter
4 Ergebnisse
4.1 Förderung der Sprachentwicklung
4.1.1 Sprachgebrauch
4.1.2 Auditive Vorstellungskraft und Sprachgefühl
4.1.2.1 Studie I
4.1.2.2 Studie II
4.1.3 Visuelle und auditive Vorstellungskraft und sprachliche Fertigkeiten
4.1.4 Referentielle Kommunikation
4.1.5 Erzählerische Fertigkeiten
4.2 Angstbewältigung
4.2.1 Die Huggy-Puppy-Intervention
4.2.1.1 Studie I
4.2.1.2 Studie II
4.2.2 Nachtangst
4.2.3 Das Teddybärkrankenhaus
5 Diskussion
Die Arbeit untersucht, ob die in der Fachliteratur häufig als durchweg positiv dargestellten Funktionen imaginärer Gefährten (insbesondere unsichtbarer Freunde und personifizierter Objekte) für Kinder pauschal bestätigt werden können, wobei der Fokus auf den Bereichen der Sprachentwicklungsförderung und der Angstbewältigung liegt.
4.1.1 Sprachgebrauch
In einer eigenen Studie hatten Bouldin und Pratt (2001) den Eindruck, Kinder mit imaginären Gefährten geben sich in ihrer Unterhaltung mit Erwachsenen sicherer als Kinder ohne diesen. Bouldin, Bavin und Pratt (2002) gingen anschließend der Frage nach, um welche weiterentwickelten verbalen Fähigkeiten es sich bei Kindern mit imaginären Gefährten eigentlich handelt: Sie stellten in ihrer Untersuchung die Hypothese auf, dass Kinder mit imaginären Gefährten über eine reifere Sprache verfügen. Als reifere Sprache bezeichneten sie die dem Alter der Kinder vorausgehende Verwendung komplexerer Satzstrukturen, zusammenhängender Satzgefüge und Modalverben.
Stichprobe. 80 Kinder nahmen an der Studie teil, die je zur Hälfte in eine Gruppe mit imaginären Gefährten (IG) und ohne diese (non-IG) eingeteilt wurden. Jede Gruppe bestand aus 24 Mädchen und 16 Jungen. Als Voraussetzung für die Teilnahme in einer der beiden Gruppen galt die Übereinstimmung in den Aussagen der Eltern und ihrer Kinder, ob letztere einen unsichtbaren Freund hatten oder nicht. Die Kinder, alle aus der zum Teil auch gehobeneren Mittelschicht, waren 4;0 bis 7;11 Jahre alt (M = 5;4 Jahre, ohne Angabe einer Standardabweichung), besuchten den Kindergarten oder eine der ersten beiden Grundschulklassen.
1 Einleitung: Einführung in die historische Wahrnehmung imaginärer Gefährten und Abgrenzung verschiedener Formen von Begleitern bei Kindern.
2 Theorie der Funktionen imaginärer Gefährten: Darstellung der theoretischen Konzepte hinter der Entstehung und der adaptiven sowie entwicklungspsychologischen Bedeutung imaginärer Gefährten.
3 Die Literaturrecherche: Erläuterung des methodischen Vorgehens bei der Auswahl und Filterung relevanter Studien unter Berücksichtigung definitorischer Kriterien.
4 Ergebnisse: Vorstellung der Befunde zur Förderung der Sprachentwicklung und zur Wirksamkeit verschiedener Interventionen bei der Angstbewältigung.
5 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Bewertung der Studienqualität sowie Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Imaginäre Gefährten, unsichtbare Freunde, Sprachentwicklung, Angstbewältigung, Huggy-Puppy-Intervention, Teddybärkrankenhaus, Sozialverhalten, Kindesalter, Entwicklungspsychologie, referentielle Kommunikation, auditive Vorstellungskraft, Nachtangst, Kuscheltiere, Kompetenzerleben.
Die Arbeit analysiert die positiven, nicht-pathologischen Funktionen von imaginären Gefährten im Kindesalter, insbesondere in Bezug auf die Sprachentwicklung und die Bewältigung von Ängsten.
Die zentralen Schwerpunkte sind die Sprachentwicklungsförderung durch imaginäre Spielkameraden sowie der Einsatz von Kuscheltieren als therapeutisches Mittel bei Stress und Nachtängsten.
Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu prüfen und zu klären, ob die positive Wirkung imaginärer Gefährten pauschal angenommen werden kann oder ob sie an bestimmte Bedingungen geknüpft ist.
Es handelt sich um eine systematische Literaturrecherche, bei der Studien der letzten zehn Jahre gesichtet, zusammengefasst und kritisch auf ihre Aussagekraft und methodischen Rahmenbedingungen hin bewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen sowie die detaillierte Vorstellung aktueller empirischer Studien zu den beiden Hauptfokusbereichen (Sprache und Angst).
Zu den prägenden Begriffen zählen imaginäre Gefährten, Sprachentwicklungsförderung, Angstbewältigung, therapeutische Interventionen und kindliche Entwicklung.
Das Huggy-Puppy dient in den untersuchten Studien als Hilfsmittel, um Kindern in Stresssituationen (z. B. während eines Krieges) ein Gefühl von Kontrolle zu geben, damit sie ihre eigenen Ängste besser regulieren können.
Diese Unterscheidung ist für die Forschung relevant, da die Art des Gefährten Einfluss darauf hat, wie Kinder ihn in ihren Alltag integrieren und wie stark die Bindung ausfällt, was wiederum Auswirkungen auf den therapeutischen Nutzen hat.
Das Teddybärkrankenhaus dient als niedrigschwellige Methode, um Kindern durch Rollenspiele die Angst vor Arztbesuchen und medizinischen Abläufen spielerisch zu nehmen und sie auf reale Kontakte vorzubereiten.
Die Arbeit verweist darauf, dass Mädchen imaginäre Freunde oft als hilfebedürftig wahrnehmen, während Jungen ihre Gefährten häufiger als Helden oder kompetente Vorbilder gestalten, was ihre jeweilige Funktion für das Kind beeinflusst.
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