Magisterarbeit, 2010
366 Seiten, Note: 1,0
TEIL I EINLEITUNG
1 Einführung in die Thematik
2 Thematische Einbettung der Arbeit und Forschungsfragen
TEIL II THEORETISCHE GRUNDLAGEN
1 Gesundheit und Behinderung - (k)ein Widerspruch
1.1 Von der Vielfalt der Begrifflichkeiten und Problematik der Abgrenzung
1.2 Die Behinderungsklassifikation der WHO - Teilhabe als Brücke zwischen Gesundheit und Behinderung
1.3 Gesundheitsförderung und Behinderung
1.4 Behinderung und Public Health-Relevanz
1.5 Fazit und Relevanz für diese Arbeit
2 Die gesundheitsfördernde Schule
2.1 Schule und deren Einfluss auf die Gesundheit der Schülerschaft
2.2 Der Setting-Ansatz der Gesundheitsförderung in der Schule
2.3 Das Projekt Gesund Leben Lernen
2.4 Der Deutsche Präventionspreis 2009
2.5 Fazit und Relevanz für diese Arbeit
3 Heterogenität in der Grundschule - oder: eine Schule für alle
3.1 Von der Integration zur Inklusion
3.2 Rahmenbedingungen und schulische Wirklichkeit
3.3 Studien zum Gemeinsamen Unterricht und zur Förderschule
3.4 Ein Blick über den Tellerrand - Inklusion in anderen Ländern
3.5 Ökonomische Aspekte für ein inklusives Bildungssystem
3.6 Fazit und Relevanz für diese Arbeit
4 Eine gesundheitsfördernde Schule für alle
4.1 Herausforderungen für die Umsetzung von Gesundheitsförderung und Inklusion
4.2 Gesundheit von Lehrkräften
4.3 Politische und rechtliche Rahmenbedingungen
4.4 Fazit und Relevanz für diese Arbeit
TEIL III ANLAGE DER EIGENEN EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG
1 Darstellung und Diskussion der theoretischen und forschungsmethodischen Begriffe
1.1 Theoretischer Begriffsrahmen
1.2 Grundlagen der Forschungsmethodik: Die qualitative Forschung
1.3 Darstellung und Begründung der Erhebungsmethode: Das leitfadengestützte Telefoninterview
1.4 Aufbereitungsverfahren: Transkription und Textverwaltung in MAXQDA
1.5 Auswertungstechnik: Kategorienbasierte strukturierende Inhaltsanalyse qualitativen Materials
1.6 Zusammenfassung und Bezug zur eigenen Untersuchung
2 Planung, Durchführung und Auswertung der eigenen Untersuchung
2.1 Festlegung der Stichprobe und deren Begründung
2.2 Fragebogenkonstruktion
2.3 Kontaktaufnahme zu den Schulleiterinnen und Schulleitern
2.4 Pretest-, Interviewdurchführung sowie eigene Erfahrungen
2.5 Erstellung des Kategoriensystems und Interviewcodierung
TEIL IV AUSWERTUNG UND DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
1 Demografische Angaben und Behinderungsdefinition
2 Gesundheitsfördernde Grundschulen - Schulalltag, beteiligte Akteure und Erfolgsfaktoren
2.1 Arbeitsaufgaben der Schulleitung und Lehrergesundheit
2.2 Prävention und Gesundheitsförderung in der Praxis
2.3 Kurzfristige und langfristige Effekte
2.4 Beteiligte Akteure und Unterstützungswünsche
2.5 Hemmende Faktoren versus Erfolgsfaktoren
3 Subjektive Vorstellungen von Gesundheit sowie Thematisierung des VN-Übereinkommens
3.1 Gesundheit bei Kindern mit Behinderung
3.2 Inklusion - ein Definitionsversuch
3.3 Wissen um das VN-Übereinkommen
3.4 Bewertung des VN-Übereinkommens aus Sicht der Befragten
4 Gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung an gesundheitsfördernden Grundschulen
4.1 Stattfinden gemeinsamer Beschulung
4.2 Gemeinsame Beschulung in der Praxis - Fördernde und hemmende Faktoren
4.3 Voraussetzungen für die Teilhabe an gesundheitsfördernden Programmen für Kinder mit Behinderung
4.4 Zusammenarbeit und Unterstützungssysteme
4.5 Bereitschaft zur Ausweitung gemeinsamer Beschulung und ihre Grenzen
5 Eine gesundheitsfördernde Schule für alle
5.1 Vor- und Nachteile aus Sicht der Befragten
5.2 Barrieren für die Umsetzung aus Sicht der Befragten
5.3 Herausforderungen und Empfehlungen für die Umsetzung
TEIL V DISKUSSION ZENTRALER ERGEBNISSE
1 Beantwortung der Forschungsfragen und Diskussion zentraler Ergebnisse
2 Perspektiven für Forschung, Praxis und Politik
TEIL VI FAZIT UND AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzungsmöglichkeiten von Inklusion und Gesundheitsförderung in gesundheitsfördernden Grundschulen aus Sicht von Schulleitern. Ziel ist es, Schnittstellen zwischen Gesundheitswissenschaften und Behindertenpädagogik aufzuzeigen, um Bildungs- und Teilhabechancen für Kinder mit Behinderung zu verbessern und eine langfristige Etablierung einer inklusiven, gesundheitsfördernden Schule zu ermöglichen.
1 Einführung in die Thematik
Was hat Behinderung mit Gesundheit zu tun? Was haben Chancengleichheit und Teilhabe von Menschen mit Behinderung mit Gesundheit zu tun? Was hat die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung mit Chancengleichheit und damit mit Gesundheit zu tun? Die vorliegende Arbeit soll diese Fragen beantworten.
Gesundheit und Behinderung scheinen auf den ersten Blick „weit“ auseinander zu liegen und keinerlei Verbindungen aufzuweisen. Behinderung wird sowohl im Arbeitsfeld der Gesundheitswissenschaften (Public Health) als auch in der Gesundheitsberichterstattung wenig thematisiert und führt in der Öffentlichkeit eher ein Schattendasein. Ein Grund dafür könnte sein, dass der in den vergangenen Jahren unter dem Stichwort ‚Paradigmenwechsel‘ stattgefundene Diskurs zur Neubestimmung des Behinderungsbegriffs, d. h. von der Defizitorientierung zu einer ressourcenorientierten Perspektive, vorrangig innerhalb der Heil-, Behinderten- und Sonderpädagogik geführt wurde (vgl. Gembris-Nübel 2005, 14). Da Public Health ein interdisziplinäres Forschungsgebiet mit den Arbeitsbereichen Präventions- und Gesundheitsforschung, Gesundheitssystem- sowie Versorgungsforschung darstellt, sind die Handlungsfelder Heil-, Sonder-, Behindertenpädagogik, Erziehungswissenschaft und Behindertenpolitik bedeutende Aufgabengebiete mit Public Health-Relevanz.
Beachtung findet die Thematik Behinderung in der gesundheitswissenschaftlichen Forschung insbesondere dann, wenn der Blick auf die Rehabilitation von Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen gerichtet und der Zusammenhang zwischen Prävention und Rehabilitation erörtert wird. „Prävention und Rehabilitation weisen vielfältige Überschneidungen bei in einigen Feldern ähnlichen, in anderen unterschiedlichen Rahmenbedingungen auf“ (Walter et al. 2008, 383). Die oft getrennte Sichtweise dieser beiden Bereiche wird den Bedürfnissen der Menschen nach ganzheitlicher und individueller Betrachtungsweise nicht gerecht.
TEIL I EINLEITUNG: Hinführung zur Thematik der Schnittstelle zwischen Gesundheit, Behinderung und Schule unter Berücksichtigung der VN-Konvention.
TEIL II THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Auseinandersetzung mit Behinderungsbegriffen, der gesundheitsfördernden Schule und den ökonomischen Aspekten inklusiver Bildungssysteme.
TEIL III ANLAGE DER EIGENEN EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG: Beschreibung des forschungsmethodischen Vorgehens, insbesondere der qualitativen Experteninterviews mit Schulleitern.
TEIL IV AUSWERTUNG UND DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Detaillierte Analyse und Präsentation der empirischen Daten zu Schulalltag, Inklusionspraxis und den Einstellungen der Schulleiter.
TEIL V DISKUSSION ZENTRALER ERGEBNISSE: Zusammenführung der Ergebnisse und Diskussion der Perspektiven für Politik, Forschung und Praxis.
TEIL VI FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse und Ausblick auf notwendige strukturelle Reformen.
Gesundheitsförderung, Inklusion, Integration, Schule, Behinderung, Public Health, VN-Konvention, Lehrergesundheit, Sonderpädagogik, Teilhabe, Chancengleichheit, Grundschule, Setting-Ansatz, Prävention, Empowerment.
Die Arbeit untersucht die Integration und Inklusion von Kindern mit Behinderung in gesundheitsfördernden Grundschulen aus Sicht der Schulleitungen.
Die Arbeit verbindet Gesundheitswissenschaften (Public Health, Gesundheitsförderung) mit der Behinderten- und Integrationspädagogik im Setting Schule.
Das Ziel ist, Barrieren und Erfolgsfaktoren für die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung zu identifizieren, um Empfehlungen für eine inklusive Schule für alle abzuleiten.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Die Daten wurden mittels leitfadengestützter Telefoninterviews erhoben und mit der Software MAXQDA inhaltsanalytisch ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen und eine empirische Analyse, in der Einstellungen, Erfahrungen und Wünsche von Schulleitern bezüglich Inklusion und Gesundheitsförderung detailliert dargelegt werden.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Inklusion, Gesundheitsförderung, Teilhabe, VN-Konvention und Schule als Setting geprägt.
Die deutliche Mehrheit der befragten Schulleiter befürwortet die Grundsätze des VN-Übereinkommens, weist jedoch kritisch darauf hin, dass die praktische Umsetzung an den Schulen bisher an mangelnden Ressourcen und fehlenden konkreten Rahmenbedingungen scheitert.
Die Studie identifiziert die Lehrergesundheit als eine entscheidende, aber oft vernachlässigte Voraussetzung für das Gelingen inklusiver Schulentwicklungsprozesse und fordert hierfür mehr Unterstützung.
Die Studie verdeutlicht, dass in der Schulpraxis oft noch zwischen Integration und Inklusion vermischt wird; viele befragte Schulen praktizieren derzeit eher eine informelle Integration, während ein echtes, strukturiertes Inklusionsverständnis seltener anzutreffen ist.
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